Taifun Korkut ist nicht mehr Trainer des Deutschen Fußball-Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern. Der erst im Sommer beim Pfälzer Traditionsklub angetretene Korkut trat am Dienstag überraschend mit sofortiger Wirkung von seinem Traineramt zurück. Auch Co-Trainer Xaver Zembrod verlässt den FCK.

Nach einem katastrophalen Saisonstart mit lediglich sechs Punkten aus neun Spielen hatte sich die Mannschaft zuletzt stabilisiert. Doch eine erschreckend schwache Torausbeute (nur 11 Treffer in 17 Spielen) verhinderte eine bessere Hinrunden-Platzierung als Rang 13 mit lediglich fünf Zählern Vorsprung auf den Relegationsplatz. Maßlos enttäuschende Vorstellungen zum Hinrunden-Ende wie die torlosen Unentschieden zu Hause gegen die Kellerkinder Karlsruhe oder Aue vergraulen zudem das kritische Publikum in der Pfalz. Der Zuschauerschnitt sank auf knapp 26.000.

Immerhin spart der chronisch klamme viermalige Deutsche Meister durch den Rücktritt Korkuts Geld für eine Abfindung. Das sollte Spielraum für die Verpflichtung eines neuen Trainers geben. Bis zum Trainingsauftakt am 3. Januar soll dieser gefunden sein.

Jeff Strasser

Vielleicht ist bei der Suche auch Fola-Trainer Jeff Strasser wieder ein Thema. Im März dieses Jahres hatte Strasser, der von 1999 bis 2002 bei den roten Teufeln spielte, die Prüfung beim 62. Fußball-Lehrer-Lehrgang des Deutschen Fußball-Bundes erfolgreich bestanden. Im Rahmen der Trainerausbildung an der Sporthochschule Köln hatte er Anfang 2016 unter den damaligen Trainer Konrad Fünfstück beim FCK hospitiert. Sein Ziel, betont der Luxemburger Rekord-Nationalspieler stets, sei mittelfristig ein Engagement in der Bundesliga. Fünfstück hatte die Roten Teufel in der vergangenen Saison nach dem Rücktritt von Kosta Runjaic am neunten Spieltag übernommen und letztlich auf Platz zehn geführt. Allerdings war die Mannschaft nach einer Niederlagenserie in arge Abstiegsnot geraten, was Fünfstück den Job in der Pfalz kostete. Zuvor hatte Fünfstück das FCK-Nachwuchsleistungszentrum geleitet.

Im Gegensatz zu Fünfstück und Korkut, deren Arbeit vom Publikum im Fritz-Walter-Stadion stets kritisch beobachtet wurde, müsste sich Strasser in Sachen Fan-Unterstützung keine Sorgen machen. Durch seine ehrliche Art auf und außerhalb des Platzes war der Luxemburger stets einer der Publikumslieblinge in der Pfalz. “Spieler kommen und gehen – ein Stück Jeff bleibt immer hier”, hieß es so auf einem Plakat zum Abschied Strassers 2002.

Komplizierte Lage

Was gegen ein Engagement beim Traditionsverein spricht, ist die aktuell komplizierte Lage beim vierfachen Deutschen Meister. Nachdem die Rückkehr in die Bundeliga drei Jahre hintereinander auf zum Teil fahrlässige Art und Weise verspielt wurde, musste vor der Saison 2015/16 aus finanziellen Ursachen ein radikaler Kader-Umbau erfolgen. Inzwischen sind die “Stars” weg und das Tafelsilber (Orban, Heintz, Zimmer, Müller) verkauft. Zudem hinterließ Ex-Klubboss Stefan Kuntz den Verein in argen finanziellen Nöten, weshalb der Etat für die laufende Saison erneut gesenkt werden musste. So hieß das Ziel vor der Saison einstelliger Tabellenplatz, inzwischen geht es aber wohl nur noch um den Klassenerhalt.

Immerhin aber gibt es auch Lichtblicke. So ist mit Julian Pollersbeck ein weiteres Top-Torwarttalent der “Kaderschmiede” von Ex-Keeper Gerry Ehrmann entsprungen, zudem hat sich auch der junge Robin Koch, Sohn von Vereinslegende Harry Koch, einen Stammplatz in der Innenverteidigung erkämpft.

Beim FCK steht auch Maurice Deville unter Vertrag. Luxemburgs Nationalstürmer ist allerdings momentan trotz der Pfälzer Schwächen im Abschluss an den Drittligisten FSV Frankfurt ausgeliehen.

Philip Michel