Seit einigen Monaten wird schon eifrig auf dem Brauereigelände in Diekirch an einem Neubau der Produktionsanlagen gearbeitet. Jetzt wurde in Anwesenheit von Wirtschaftsminister Etienne Schneider der symbolische Akt der Grundsteinlegung vollzogen. Ab Mitte des kommenden Jahres soll dann in der neuen Anlage erstmals Bier gebraut werden.

Ein zähes Ringen um den Erhalt des Brauereistandorts Diekirch war der Grundsteinlegung vorausgegangen. Seit 1871 produziert die heutige Brauerei hier das in Luxemburg bestbekannte Diekircher Bier. Die Sauerstadt kann auf eine jahrhundertlange Tradition des Bierbrauens verweisen. Verschiedene kleinere und mittelgroße Brauereien prägten schon vorher das Bild des Städtchens.

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Im Jahr 2000 fusioniert die Brasserie de Diekirch mit den Brasseries réunies de Luxembourg Mousel-Diekirch zur Brasserie de Luxembourg. 2005 wurde die Brauerei dem belgischen Bierriesen Interbrew, (heute: Anheuser-Busch InBev) einverleibt.

Olivier Halmes

Ein Ruck ging durch die Bevölkerung als Anheuser-Busch InBev im Januar 2010 bekannt gab, den Standort Diekirch schließen zu wollen um die Produktion nach Belgien zu verlagern. Schnell formierte sich massiver Widerstand gegen diese Pläne. Es kam sogar zu einer Protestkundgebung mit mehr als 1500 Teilnehmer.

Eine zentrale Rolle im Kampf zum Erhalt des Brauereistandortes spielte dabei von Beginn an der Diekircher Bürgermeister und Abgeordnete Claude Haagen (LSAP). Auch die Regierung nahm sich des Thema an. Verschiedene Gebäude auf dem weitläufigen Brauereigelände wurden im Anschluss unter Denkmalschutz gestellt, unter anderem der markante Turm und die ehemalige Zuckerfabrik.

Im Juni 2010 kam mit der Investorengruppe Saphir Capital Partners ein neuer Player ins Spiel. Mit Unterstützung weiterer Finanzgeber aus Luxemburg erwarb die Gesellschaft das Brauereigelände. Die Investoren stellten dem Gemeinderat im September 2011 ein Projekt vor, dass den Bau von Wohnungen und Gewerbeflächen auf dem 2,58 Hektar großen Gelände vorsieht. Auch vom Neubau einer Brauerei auf einer Fläche von 60 Ar war erstmals die Rede. Damit war die Gefahr einer möglichen Schließung des Standorts jedoch noch nicht gebannt. Hinter den Kulissen wurde weiterhin heftig gerungen. In einer Rede vom März 2012 betonte Bürgermeister Claude Haagen, er werde keine Baugenehmigung ohne das Errichten einer neuen Brauerei erteilen

Olivier Halmes

Im Mai 2012 wurde schließlich von den Antragsteller ein diesbezüglicher Teilbebauungsplan (PAP) eingereicht, welcher im April 2013 seine Zustimmung erhielt. Im März 2014 gründete Saphir Capital Partners gemeinsam mit Matexi Luxemburg das Joint-Venture Unternehmen Coogee sàrl, welche zur Aufgabe hat das Bauprojekt voranzutreiben.

Es sollte jedoch noch einige Zeit ins Land ziehen, bis die Brasserie de Luxembourg Mousel-Diekirch im Oktober 2015 ankündigte rund 25 Millionen Euro in den Neubau der Brauereianlage am Standort investieren zu wollen. Am 9. Juni 2016 wurde schliesslich die Baugenehmigung für den Neubau der Brauerei erteilt.

Brauerei-Direktor Arnold Blondeel sprach jetzt davon, dass die Produktion des Diekircher Bieres während der Bauarbeiten weiterhin in der alten Anlage am Standort getätigt werde. Als Dauer für die Arbeiten seien ein Jahr veranschlagt. Ein erster Testlauf ist für Sommer des nächsten Jahres geplant. Die Produktion des Bieres soll dann ab September 2018 in der neuen Anlage anlaufen.

Olivier Halmes

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