28. April 2014 13:42;Akt: 28.04.2014 20:20

"Spannungen in der Politik"

BOMMELEEëR-PROZESS

Es war eines der größten Geheimnisse Luxemburgs: Die Überrollorganisation Stay Behind. Ein Agentenführer des Geheimdienstes packte am Montag brisante Details aus.

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Der Prozess ist für heute vorbei.
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Staatsanwalt Oswald spricht von wichtigen Aussagen beim Zeugen Kuffer.
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Jean Kuffer muss am Dienstag wiederkommen. Richter und Verteidigung haben noch zahlreiche Fragen zu Stay Behind. Am Dienstag kommen auch Kuffers ehemalige Arbeitskollegen Guy Wagner und Pierre Schiltz zu Wort.
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Kuffer: Bei allen bilateralen Übungen sind mindestens sieben Schreiben hin und her gegangen. Der Verteidigung reichen die Antworten des Zeugen nicht. Gaston Vogel: Warum gibt es kein Inventar über Schredderaktionen. Santer fürchtete um seinen Kopf, darum wurde geschreddert. Richterin Conter: Natürlich stellt sich hier die Frage, was da genau geschreddert wurde. Jean Kuffer hat keine Antwort dafür.
17:50
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Richterin Conter: Wer gab die Anordnung zum Schreddern? Kuffer: Ich habe jede Woche meinen Papiermülleimer im Büro geschreddert. Das war normal. Ob es Order gab, Stay Behind-Unterlagen zu schreddern, weiß ich nicht mehr.
17:47
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Anwältin Lorang konfrontiert Kuffer mit einer Unterlage. Darin geht es um die Zerstörung von Funkunterlagen (ACC-Communications-Material). Kuffer: Ja, das Material wurde zerstört. Das brauchte niemand mehr. Es hatte keine Relevanz mehr für uns. Dies war aber nicht 1990, sondern 1991. Wenn es das ACC nicht mehr gab. Warum sollte man diese Unterlagen noch behalten? Es ging um Meetings oder Reservierung von Räumen in Senningen.
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Was geschreddert wurde, ist allerdings unklar. Kuffer spricht von "Spannungen" in der Politik.
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Kuffer: Es gab aber Leute, die Angst hatten, dass wegen des Stay Behind-Netzes in Luxemburg Köpfe rollen würden. Richter und Verteidigung spitzen die Ohren. Kuffer spricht von Santer und "Leuten im Dienst". Es war 1990 bei uns viel los.
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Es gibt einen Bericht des Geheimdienstausschusses. Darin wird von einer Schredderaktion gesprochen. Richterin Conter: Es muss geschreddert worden sein. Es wurde aber nicht schriftlich festgehalten.
17:39
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Kuffer: Wir haben zunächst die ausländischen Dienste informiert, dass wir nicht mehr im Spiel sind. Wir gruben drei Kisten aus mit Handgranaten, Pistolen und Gewehren. Davon wurden Fotos gemacht. Die Waffen landeten im Militärmuseum in Diekirch. Die Munition kam ins Debot Waldhof. Das passierte alles 1991. Was mit den Dokumenten passierte weiß ich nicht. Meiner Meinung nach, sind die Unterlagen zurückgegangen. Festlegen will ich mich da aber nicht. Also Aktenweise wurde da nichts geschreddert. Das wäre im Dienst aufgefallen. Die Unterlagen standen unter Geheimhaltung. Die konnte man nicht einfach so schreddern. Das musste schriftlich festgehalten werden.
17:38
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Gaston Vogel: Warum wurden Unterlagen zu Stay Behind nach 1990 geschreddert? Kuffer: Davon weiß ich nichts. Ich weiß nur, dass der damalige Premierminister Santer die Anordnung gab, das Stay Behind-Netz aufzulösen.
17:37
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Richterin Conter: Kannten Sie das geheime Waffendepot? Kuffer: Ja, das kannte ich. Das war noch vor meiner Zeit angelegt worden. Ich grub es 1990 mit meinen eigenen Händen aus.
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Richterin Conter: Wie waren die Leute ausgerüstet? Kuffer: Sie hatten ein Agentenradio, sie hatten Codewörter, Chiffriermaterial,Bargeld und Landkarten dabei. Richterin Conter: Hatten sie eine Waffe? Kuffer: Sie hatten keine Waffe. Das war verboten.
17:33
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Kuffer: Alle Übungen mussten genau schriftlich festgehalten werden. Es war ein Riesenaufwand. Fuhren wir mit einem Stay Behindler zu einer Schleuserübung, fuhren wir Umwege von bis zu drei Stunden. Wir wollten ja nicht, dass die Leute aufgedeckt werden.
17:31
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Kuffer: Ich war im Geheimdienst nicht nur für Stay Behind und Lauschoperationen verantwortlich. Ich hatte auch eine Funkzentrale zu kontrollieren und zu warten. Stay Behind beanspruchte rund 30 Prozent meines Jobs beim Dienst.
17:28
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Kuffer: Wir hatten nie einen genauen Zeitpunkt für unsere Übung. Ein Beispiel, es hieß immer in der Periode vom 1. bis zum 15. sollte jemand in der und der Region landen. Unser Mann von Stay Behind holte ihn am Sammelpunkt ab. Sie gingen zusammen bis zu zehn Kilometer und er wurde in einem Schuppen versteckt. Danach war alles wieder vorbei. Unsere Leute mussten ja am nächsten Tag wieder normal arbeiten gehen. Das durfte ja nicht auffallen, dass sie die ganze Nacht unterwegs waren.
17:28
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Anwälting Lorang: Wie lange dauerte so eine Operation? Kuffer: Sie dauerten meisten nur eine Nacht. Gegen 03:00 Uhr war meisten alles gelaufen.
17:26
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Kuffer: Wir hatten einmal zwei Fallschirmsprünge in einer Nacht. Da mussten Leute aus dem Dienst mithelfen Taschenlampen als Markierungspunkte zu setzen. Wir waren nur zu dritt plus die Leute auf dem Terrain. Ein Agent hatte drei Leute aus "Le Plan" unter sich.
17:24
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Richterin Conter: Gab es Übungen im Ausland? Kuffer: Es gab einmal mit Belgien ein Übung in La Roche. Dabei ging es um Fallschirmspringen mit belgischen Kommando-Soldaten.
17:20
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Richterin Conter: Wie lief das Treffen mit einem Stay Behind-Mitglied in Luxemburg ab? Kuffer: Wir übten mit ihnen Kartenlesen, Exfiltration und Landungen von Flugzeugen. Dabei ging es um das Berechnen von Windrichtungen wenn ein Flugzeug landet.
17:19
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Gaston Vogel: Kennen Sie den Vater von Patrick Heck? Kuffer: Nein, Ich kenne Patrik Heck, aber nicht den Vater. Alle zwei Jahre war ein anderes ACC-Land im Vorsitz von Stay Behind. Ich bekam von dort Briefe. Vom Shape bekam ich nie etwas.
17:17
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Richterin Conter in Richtung Verteidigung: Das mag vielleicht ihre Meinung zu sein. Aber Herr Kuffer hat seine Meinung dazu. Kuffer: Ich war von 1977 bis 1990 bei Stay Behind. Ich war in der Zeit nie im Shape.
17:17
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Gaston Vogel glaubt dem Zeugen nicht: ACC ist eine Erfindung von Shape. Er zitiert aus mehreren Nato-Unterlagen.
17:14
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Die Verteidigung ist nicht zufrieden damit. Anwältin Lorang zeigt eine Papier. Darin wird erklärt, wie man einen Zünder prepariert. Es ist mit Bildern und auf Deutsch geschrieben. Kuffer: Das hat nichts mit ACC zu tun. ACC-Manuels waren auf Französisch und Englisch.
17:12
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Anwältin Lorang: Haben Sie die Dienstvorschriften geschrieben. Kuffer: Nein, die "Manuels" kamen vom Allied Clandestine Committee (ACC) aus der Nato. Lorang: Gab es auch eine Dienstvorschrift über Sprengtechniken? Kuffer: Nein, gab es nicht. Die Manuels haben auch nichts mit dem Shape zu tun.
17:11
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Kuffer: Wir mussten bei der Ausbildung eine Brandbombe schmeissen. Ich hatte regelrecht Angst davor.
17:09
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Gaston Vogel: Herr Kuffer, wurde Sie, bevor sie vor Gericht kamen, gebrieft? Kuffer: Nein. Kuffers Bericht über seine Ausbildung wird dem Gericht eingespielt. Vogel glaubt, dass Kuffer als Ausbilder seinen Stay Behind-Mitgliedern Sprengtechniken gezeigt hat. Kuffer dementiert dies. Kuffer: Nur wir Ausbilder haben eine solche Ausbildung gehabt. Diese dauerte vielleicht einen halben Tag, mehr nicht.
17:06
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Kuffer: Am Anfang führte ich acht Leute im Luxemburger Stay Behind-Netz. Später sieben. Darunter waren Leute, die ich nur einmal im Jahr gesehen habe. Mit den Funkern gab es einmal die Woche Funkkontakt um die Funktionsfähigkeit zu testen. Wir hatten zehn Leute mit Funk ausgestattet. Sie wären im Kriegsfall die einzige Verbindung nach Luxemburg gewesen. Sie waren für uns sehr wertvoll. Wir haben nie mit ihnen mit Explosivstoffen geübt, weil sie wertvoll waren.
17:03
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Kuffer: Wir lernten im britischen Hafen Portsmouth anhand der Antennenlänge auf den Schiffen die genaue Funkfrequenz kennen. Insgesamt gab es neun "Manuels" Dienstvorschriften für Stay Behind. Darin war alles erklärt.
16:58
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Kuffer: Dieses "gestohlene" Schreiben, welches auch in der Presse landete, war ein Bericht von mir. Diese Ausbildung war sehr beeindruckend. 1979 war ich in Deutschland auf einem 8-wöchigen Kurs "Lauschabwehr". Der war sehr technisch. Sie suchten damals Spezialisten für den Geheimdienst. Ich arbeitete bei der Post. Darum haben sie mich rekrutiert. Für Stay Behind hatte ich nur zwei Kurse. Bei der Ausbildung in Großbritannien bekamen wir einen generellen Einblick über die Arbeit mit einem Stay Behind-Agenten. Die Ausbildung dauerte eine Woche. Viele Ausbildungsabschnitte haben wir für Luxemburg nie angewendet.
16:56
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Jean Kuffer hieß im Geheimdienst HH. Dieses Kürzel findet sich auch in einer Srel-Unterlage aus dem Jahr 1977. Dabei geht es um die Ausbildung in Großbritannien. Kuffer: Charles Hoffmann hatte das Kürzel GG. Er war damals in Großbritannien dabei. Diese Kürzel waren ganz normal bei uns. Jeder bei uns hatte so eine Abkürzung.
16:55
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Richterin Conter: Wurden sie auch an Sprengtechniken ausgebildet? Kuffer: Ja, wir haben alles gelernt. Wir haben mit Plastiksprengstoff Puppen gesprengt. Das war eine ganz normale Angelegenheit.
16:53
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Richterin Conter will wissen, welche Ausbildung Kuffer genossen hatte. Kuffer: 1977 hatte ich einen Kurs in Großbritannien. Dort wurde uns alles gezeigt. Fallschirmspringen, Küstenanlandung. Landeplätze mit Taschenlampen anlegen. Es ging hauptsächlich um Infiltration und Informationsbeschaffung.
16:52
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Richterin Conter: Wie lange wurde rekrutiert: Kuffer: Die letzten vier Jahre bis 1990 wurde nicht mehr rekurtiert. Wir merkten ja, was im Osten los war. Das ganze hat nichts mehr gebracht.
16:48
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Kuffer: Zunächst arbeiteten wir noch mit Morsefunk. Das konnte aber nicht jeder. 1978 wechselten wir auf ein "Agentenradio". Richterin Conter: Haben Sie rekrutiert? Kuffer: Nein, ich habe nicht rekrutiert. Ich habe ausgebildet. Conter hakt nach: Wer hat rekrutiert? Kuffer: Das weiß ich nicht. Kuffer spricht von einem Herrn Prosper aus dem Srel.
16:45
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Jean Kuffer kam im Oktober 1976 von der Post zum Geheimdienst. Er wurde gleich am Anfang in das Stay Behind-Netz integriert. Kuffer: Ich haben den Leuten auf dem Terrain gezeigt, wie man im Kriegsfall eine Grenze überschreitet und wo man an einem markierten Grenzpunkt einen "Kunden" durchschleust. Dafür benutzen wir besondere Signale um sie zu schleusen. Alles wurde über Funkt organisiert.
16:45
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Ex-Geheimdienstmitarbeiter Jean Kuffer wird in den Zeugenstand gerufen.
16:27
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PAUSE
16:24
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Gaston Vogel: War Patrick Hecks Vater Chef beim Stay Behind? Scheuer: Das Schriftstück darüber ist eine Fälschung. In diese Richtung läuft derzeit eine Ermittlung. Darum kann ich keine Details sagen. Die Verteidigung hatte einen Brief bekommen, darin wird der Vater von Patrick Heck (damals Offizier in der Armee) im Zusammenhang mit Stay Behind genannt.
16:21
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Scheuer: Laut Kemmer gibt es keinen Zusammenhang zwischen den Anschlägen in Italien und Luxemburg. Es gibt keine ideologischen Anhaltspunkte, noch Kritik am Regierungsapparat. Er beruft sich dabei auf die Analysen des BKA aus den 1980'ern.
16:17
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Scheuer: Laut Heck tauchte 2004 eine andere Unterlage auf. Dabei geht es um das italienische Netz Gladio. Später kamen noch Unterlagen aus Deutschland dazu.
16:13
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Scheuer zitiert weiter aus einem Schreiben des Srel-Direktors Heck. Darin erklärt er, wie und wo Unterlagen über Stay Behind herangezogen wurden. Es geht auch um Ausrüstung (Funkgeräte, Chiffriermaterial, Tote Briefkästen).
16:11
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Ermittler Scheuer: Eine Kriesgs-Handbuch des damaligen US-Generals William Westmoreland stellte sich als Fälschung des KGB heraus. Das bestätigte uns SREL-Direktor Patrick Heck.
16:09
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Anwältin Lorang: Im Parlament wurde darüber gesprochen, dass wir in unserem Land unsere Obligationen mit unserer Armee erfüllen sollten. Es gab einfach nicht genug Leute in Luxemburg. Dafür wurde Druck aus den USA ausgeübt.
16:07
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Dem Gericht wird das Schriftstück des Regierungsrats vom 19. April 1985 gezeigt. Dabei geht es um die militärische Beteiligung Luxemburgs innerhalb der Nato. Demnach übte Washington Druck aus, dass Luxemburg mehr in die Verteidigung investieren müsste.
16:02
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Anwältin Lorang zitiert aus einem Regierungspapier vom 19. April 1985. Dabei geht es um US-Forderungen, dass luxemburgische Soldatem im Kriegsfall Luxemburg verteidigen sollen. Laut Nato-Plänen sollten Luxemburger Soldaten in Norwegen und der Türkei "kämpfen". Die Verteidigung geht davon aus, dass die Anschläge in Luxemburg benutzt wurden, um Druck auf die Regierung auszuüben.
15:57
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Scheuer zitiert aus verschiedenen Unterlagen. Dabei geht es um Treffen, Schriftverkehr und Konferenzen zwischen dem Geheimdiensten und er Nato über die geheime Übung "Oregon 4". Ein entsprechende Konferenz gab es 1985 im Schloss Senningen. Dabei kommt auch der ominöse Brief eines Bill von der CIA. Dieser bedankte sich darin persönlich beim damaligen luxemburgischen Geheimdienstchef Charles Hoffmann.
15:54
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Scheuer spricht über eine internationale Übung, welche alle drei Jahre via Nato stattgefunden hat. Es geht um eine Übung Mitte/Ende Mai 1985. Es geht dabei unter anderem um Funk- und Chiffrierübungen.
15:53
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Richterin Conter: Herr Vogel, lassen Sie doch erstmal Ermittler Scheuer mit seinen Ausführungen weiterfahren und anschließend die drei ehemaligen Srel-Mitarbeiter hören. Auch wir haben noch zahlreiche Fragen.
15:51
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Gaston Voge zitiert aus weiteren "streng geheimen" Unterlagen über das Luxemburger Stay Behind-Netz "Le Plan". Er spricht von Kooperationen, Trainings und Sabotage sowie "Actions". Was ist das, fragt Vogel.
15:47
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Gaston Vogel kommt auf eine Unterlage über das Stay Behind-Netz in Luxemburg zu sprechen. Darin geht es um "unorthodoxe Kriegsführung"und Sabotage. Die Unterlage wurde freigegeben, allerdings gibt es geschwärzte Teile. Vogel will von Scheuer Details zu dem Schriftstück.
15:45
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Anwältin: Sie mögen vielleicht hier im Land autonom funktioniert haben. Sie wurden aber von der Nato kontrolliert. Das hat uns Heck in einen Schreiben bestätigt. Sie zitiert aus dem Schreiben.
15:43
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Scheuer: Wir haben den aktuellen Geheimdienstchef Patrick Heck zu den Daten befragt. Antwort Heck: Der Luxemburger Geheimdienst und das Stay Behind-Netz lief autonom. Gaston Vogel: Das stimmt doch alles nicht. Hier lief nichts autonom. Wir wurden durch die Nato gesteuert.
15:41
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Scheuer kommt zurück auf die Kemmer-Theorie über Stay Behind: Er sammelte Dokumente im Geheimdienst über die BMG, Ben Geiben und dem Special Operations Executive (SOE) aus dem britischen Geheimdienst über Stay Behind.
15:40
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Scheuer: Zwischen 1983 bis 1989 wurden Daten im Centre Informatique über Gelli gesammelt. Er hatte aber nie einen festen Wohnsitz in Luxemburg.
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Der Verteidigung reicht das nicht. Sie will mehr Informationen darüber, warum Gelli unter dem "Code 4" in Luxemburg geführt wurde. Gaston Vogel erinnert daran, dass Gelli einer der Gründer vom Stay Behind-Netz in Italien ist.
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Scheuer geht auf Licio Gelli ein: Gelli wurde seit Oktober 1986 in Luxemburg administrativ erfasst. Er spricht von einer Datenerfassung der Kategorie 4. Mit dieser Zahl wird man bei der Polizei und Justiz geführt, wenn es Informationen bei Interpol gibt. Die Daten werden hier in Luxemburg im Centre Informatique geführt. Das ist noch heute so.
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Scheuer: Die Erläuterungen von Kemmer klingen zunächst glaubwürdig. Es ist allerdings eine reine Hypothese die geschickt vorgetragen wurde. Mit dieser Hypothese gingen Kemmer, Fränk Schneider (Ex-Srel-Operationsleiter) und Marco Mille zum ehemaligen Premierminister Jean-Claude Juncker. Die Geheimdienstler waren von der Theorie über Stay Behind überzeugt.
15:28
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Scheuer geht auf die Therorien über die Bombenleger durch den suspendierten SREL-Agenten André Kemmer ein. Dabei geht es um mögliche Verstrickungen von Stay Behind und dem italienischen Nationalisten Licio Gelli mit dem Luxemurger Netz. Scheuer: Es gibt keinen Zusammenhang in den Theorien von Kemmer zu dem Geheimnetz. Unter dem damaligen Srel-Chef Marco Mille sammelte Kemmer alles über Stay Behind zusammen. Dabei griff er zum größten Teil auf öffentlich zugängliche Informationen zurück.
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Scheuer fährt fort: Roger Mandé hat damals mit dem Angeklagten Marc Scheer als Chauffeur bei der Regierung gearbeitet. Mandé hatte sich in einem Brief 2007 bei der Verteidigung gemeldet.
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Vor Gericht bricht ein Streit über die Geheimhaltung von Unterlagen aus. Anwältin Lorang: Ich bin mir sicher, dass ich in Straßburg Recht bekommen würde, dass Geheimnisse, die 30 Jahre alt sind, veröffentlicht werden müssen.
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Richterin Conter versucht zu beschwichtigen: Scheuer hat von einem Gerücht gesprochen, dass Mandé Ihnen Informationen gegeben hat.
15:20
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Scheuer: Wer die Daten beim Dienst "geklaut" hat muss eine andere Ermittlungen aufklären. Unter anderem bekam die Verteidigung geheime Unterlagen vom ehemaligen Srel-Mitarbeiter Roger Mandé (Ex-Fahrer von Jean-Claude Juncker). Gaston Vogel flippt aus: Was soll das hier, stehen wir hier jetzt auf der Anklagebank oder die Bommeleeër? Es ist eine Sauerei, wir haben nichts von Mandé erhalten. Das ist eine Lüge.
15:16
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Scheuer geht auf "verschwundene" Unterlagen ein. Dabei geht es um die "Informaten" der Verteidigung (Ex-Srel-Mitarbeiter Kemmer und Schneider). Scheuer dementiert erneut, dass die Fotos über US- und luxemburgische Soldaten, welche im Jeudi und auf Tageblatt.lu veröffentlicht wurden, nichts mit Stay Behind zu tun haben. Scheuer weiter: Es hat sich auch rausgestellt, dass die Verteidigung über zahlreiche "verschwundene" Geheimunterlagen verfügt. Darunter eine Namensliste ehemaliger Stay Behind-Mitglieder, obwohl die Liste noch unter Verschluss war. Diese Liste wurde auch im deutschen Fernsehen veröffentlicht.
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Gaston Vogel wirft: Wir befinden uns in der 158 Sitzung in diesem Affentheater. Es ist unglaublich. Die Richtigen sitzen daheim und verfolgen alles hier und sagen nichts.
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Bombenleger-Ermittler Joëlle Scheuer tritt in den Zeugenstand. Er will weitere Details über die Ermittlungen in Richtung Stay Behind vortragen.
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Staatsanwalt Oswald bittet vor Gericht, dass die Abschrift der Aussage von Charles Bourg an den verantwotlichen Untersuchungsrichter weitergeleitet wird.
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Charles Bourg tritt in den Zeugenstand. Er unterschreibt seine Zeugenaussage (Die Abschrift).
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Ich Gerichtssaal haben die früheren Geheimdienstmitarbeiter Jean Kuffer, Guy Wagner und Pierre Schiltz platz genommen. Sie waren damals für das Stay Behind-Netz in Luxemburg verantwortlich. Auch der ehemalige Gendarmerie-Offizier Charles Bourg ist im Saal. Alle warten auf die Richter

Jean Kuffer arbeitete seit 1976 für den Geheimdienst. Er wurde als Kommunikationsexperte aus der Post rekrutiert. Die Geheimen setzten ihn neben seiner Tätigkeit als Abhörspezialist als einen von drei Agentenführer im Luxemburger Stay Behind-Netz "Le Plan" ein. "Ich hatte bis zu acht Menschen unter mir. Sie fungierten als Funker und Schleuser. Entsprechende Übungen fanden im Grenzgebiet statt," erklärte Kuffer am Montag vor Gericht. Es ging dabei hauptsächlich um In- und Exfiltration von Leuten aus dem In- und Ausland. Dies passierte zu Fuß oder auch aus der Luft.

Richterin Conter und die Verteidigung waren natürlich sehr an Kuffers Ausbildung in Großbritannien interessiert. "1977 hatte ich einen einwöchigen Kurs in Großbritannien. Dort wurde uns alles gezeigt. Fallschirmspringen, Küstenanlandung. Landeplätze mit Taschenlampen anlegen. Wir lernten auch, wie man anhand der Länge von Funkantennen auf einem Kriegsschiff die richtige Funkfrequenz des Schiffes herausfand. Bei dem Training lernten wir aber hauptsächlich Infiltration und Informationsbeschaffung. Wir bekamen auch Sprengtechniken gezeigt."

"Wertvoll"

Die Verteidigung (Lydie Lorang und Gaston Vogel) bombadierten den Zeugen mit zahlreichen Fragen. Darunter ein Schreiben des Geheimdienstes über eine Ausbildung bei den Britten aus dem Jahr 1977. Darin finden sich Kürzel wie GG und HH. Kuffer: "Das war mein Abschlussbericht von dem Training. Mit HH war ich gemeint, GG war Charles Hoffmann (späterer Srel-Direktor). Er dementierte vor Gericht immer wieder, dass Mitglieder des "Plan" eine Ausbildung im Schießen und Sprengen bekamen. "Unsere Leute wären im Kriegsfall die einzige Verbindung nach Luxemburg gewesen. Sie waren für uns sehr wertvoll. Wir haben nie mit ihnen mit Explosivstoffen geübt. Sie lernten Kartenlesen, Funken, Exfiltration und Landungen von Flugzeugen."

Anwalt Gaston Vogel waren die Antworten des Zeugen zu lapidar. Er sieht nach wie vor eine Verbindung zur Nato. Kuffer wies dies immer wieder zurück und unterstrich vor Gericht: "Alle zwei Jahre war ein anderes Land im Vorsitz vom Allied Clandestine Committee, kurz ACC, von Stay Behind. Ich bekam von dort Briefe. Vom Shape bekam ich nie etwas. Laut Kuffer war über das ACC alles strengstens in der Geheimorganisation geregelt. Eigens darfür gab es neun Dienstvorschriften. Sie mussten penibelst eingehalten werden. „Spannungen“

Schredderaktionen

"Alle Übungen mussten genau schriftlich festgehalten werden. Es war ein Riesenaufwand. Fuhren wir mit einem Stay Behindler zu einer Schleuserübung, fuhren wir Umwege von bis zu drei Stunden. Wir wollten ja nicht, dass die Leute aufgedeckt werden," betonte Kuffer vor Gericht. Nach der Auflösung von Stay Behind 1990 verschwanden zahlreiche Unterlagen spurlos. Von Schredderaktionen ist die Rede. Kuffer will sich an keine solche Aktion erinnern. "Ich habe immer nur meinen Papiermülleimer einmal die Woche geschreddert."

Kuffer sprach allerdings bei der Auflösung des geheimen Netzes zwischen 1990 und 1991 von "Spannungen" in der Politik. Er nennt den damaligen Premierminister Jacques Santer und spricht von "Leuten im Dienst". "Sie müssen wissen, damals 1990 war bei uns viel los," versucht Kuffer zu erklären. Brisant ist, dass der spätere Srel-Chef Marco Mille in einer Notiz von Schredderaktionen unter seiner Führung sprach. Am Dienstag geht die Anhörung von Jean Kuffer weiter. Auch die Agentenkollengen Guy Wagner und Pierre Schiltz müssen aussagen.

fo/Tageblatt.lu

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  • Huckleberry am 29.04.2014 16:15 Report Diesen Beitrag melden

    Après sa fuite de prison suisse (il dit qu´on lui a ouvert portes), demande du renseignement italien du 20 août 1983"Le même pourrait se trouver réfugié au Luxembourg où il aurait de consistants dépôts de banque et il se servirait de la protection d'amis et collaborateurs locaux... il est titulaire de Chinon Holding SA, rue notre Dame, 37". En plein centre ville, près de la Cour des comptes de Reuter, du quartier gouv. de Santer et du SREL. Ni arrêté, ni livré à la Suisse ou l'Italie. Pourquoi ? Me Vogel demande enquête : Mme Scheuer, mais sérieuse s.v.p. Il était protégé par quel Cercle ?