Die Sorge um die Arbeitsplätze hat am Samstagmorgen Hunderte von Stahlarbeitern auf den Rathausplatz in Schifflingen geführt. Initiator der Kundgebung war der OGBL, dem sich der LCGB angeschlossen hatte. Die Führung von ArcelorMittal hat die vorläufige Schließung von Anlagen in Schifflingen und Rodange im vierten Trimester veranlasst – aus konjunkturellen Gründen.

Die Gewerkschaften OGBL und LCGB halten dem Stahlkonzern vor, sich nicht an die Abmachungen zu halten. So war 2006 bei der Übernahme von Arcelor durch Mittalsteel die Wahrung aller Standorte in Luxemburg vereinbart worden, so OGBL-Sekretär Jean-Claude Bernardini. Die Gewerkschaften lehnen nach wie vor die Schließung der Werke ab. Sie halten dem Konzern vor, den Beschluss getroffen zu haben, ohne zuvor den Gemischten Betriebsrat in Kenntnis zu setzen.

Von der Schließung sollte unter anderem das Stahlwerk in Schifflingen betroffen sein. Noch am Samstag wurde dort jedoch gearbeitet. Nähere Einzelheiten über die Zukunft der Standorte in Schifflingen und Rodange könnte es am nächsten Dienstag anlässlich der Stahltripartite geben. Generaldirektor Michel Wurth hatte vor kurzem in einem Interview eine definitive Schließung der Werke nicht ausgeschlossen, sollte sich die Wirtschaftlichkeit der Anlagen nicht dramatisch verbessern. Auch Premierminister Jean-Claude Juncker geht von der Möglichkeit einer Schließung aus, hatte er in der Woche auf einer CSV-Veranstaltung gesagt.

Von der Regierung erwarte man sich am Dienstag bei der Stahltripartite Unterstützung für die Gewerkschaftsposition und von ArcelorMittal das Einhalten der Abmachungen, sagte uns Jean-Claude Bernardini. Weitere Aktionen bis hin zu einem Streik, sollte ein solcher auf europäischer Ebene beschlossen werden, schloss der Gewerkschafter nicht aus.

lmo/Tageblatt.lu