Untersuchung

22. Juli 2012 11:59; Akt: 22.07.2012 12:13 Print

Wurde in Fukushima gemogelt?Wurde in Fukushima gemogelt?

In Japan laufen Untersuchungen zu den Vorwürfen, Arbeiter seien bei den Messungen nach dem Atomunfall von Fukushima dazu angestiftet worden, falsche Angaben über die Verstrahlung zu machen.

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Japanische Behörden haben Ermittlungen wegen des Verdachts auf Vertuschung über die Höhe der Strahlenwerte bei den Aufräumarbeiten in Fukushima Daiichi eingeleitet. Medien hatten berichtet, dass Arbeiter angehalten worden seien, ihre Strahlenmessgeräte zu manipulieren, damit sie länger in dem havarierten Atomkraftwerk bleiben konnten. Der Präsident eines Subunternehmers der Betreibergesellschaft Tepco, Build-Up, der mit den Aufbauarbeiten beauftragt wurde, räumte am Wochenende ein, dass ein Vorgesetzter Ende vergangenen Jahres seine neun Arbeiter angewiesen habe, die Geräte mit Bleiplatten abzudecken, damit eine geringere Strahlung angezeigt werde.

"Wir hätten das niemals tun sollen", sagte Takashi Wada dem Sender TBS am Samstag. Das Täuschungsmanöver soll nur eines von vielen sein, mit denen die Öffentlichkeit seit dem Erdbeben und anschließenden Tsunami im März vergangenen Jahres über den Reaktorunfall getäuscht wurde. Dennoch sind die am Wochenende eingeleiteten Ermittlungen die ersten der Regierung in diesem Fall. Das Ablesen von Dosimetern ist unerlässlich für Arbeiter in Kernkraftwerken, um deren Strahlenexposition festzustellen. Ein Behördenvertreter erklärte, Mitarbeiter des Arbeitsministeriums hätten die Strahlenmessgeräte und andere Aufzeichnungen vor Ort überprüft.

Arbeiter teilten sich Messgeräte

Die japanische Regierung hatte die Obergrenze für eine Strahlenexposition bei Notfällen nach dem Unfall vorübergehend mehr als verdoppelt, im Dezember aber wieder auf das ursprüngliche Niveau gesenkt. In den japanischen Strahlenschutzregelungen ist nunmehr ein oberer Grenzwert von 50 Millisievert pro Jahr oder 100 Millisievert über einen Zeitraum von fünf Jahren festgelegt.

Das Gesundheits- und Arbeitsministerium hatte Tepco während der ersten Monate nach der Reaktorkatastrophe wiederholt wegen der laschen Kontrolle der zulässigen Strahlenexposition für Arbeiter in Kernkraftwerken verwarnt. Demzufolge mussten Arbeiter sich teilweise ein Dosimeter auch lange nach dem Unfall, als der Engpass bei Strahlenmessgeräten längst behoben war, noch teilen.

(dapd/Tageblatt.lu)

  • DixIt am 22.07.2012 18:54 Report Diesen Beitrag melden

    Gemogelt ist ein zu einfacher Begriff dafür: 37% der Kinder rundum Fukushima bilden inzwischen Knoten und Zysten an der Schilddrüse aus (zum Vergleich: im selben Zeitraum waren es gerade mal 1.4% in Tschernobyl). Gleichzeitig werden die Strände als 'sicher' für die Allgemeinheit geöffnet. Unerfahrenheit mit Strahlungsschäden kann man den japanischen Autoritäten wohl kaum vorwerfen nach entsprechenden Erfahrungen mit Nagasaki und Hiroshima. Fazit: da wird die eigene Bevölkerung bewusst belogen und sehenden Auges ins Unglück gestürzt! Hauptsache keine Panik :(

  • Madeleine Hoffmann am 22.07.2012 17:36 Report Diesen Beitrag melden

    Cattenom/Fukushima Vertuschung zu Fukushima. A wéi steet et mat Cattenom? Ee Reakter gëtt elo mol kontrolléiert. Keng Angscht dat ass normal an dat muss regelmésseg gemaach ginn. OK. En 2ten Reakter ass awer och vum Netz Soll dat dann och regelmésseg sinn? Mir ginn och verblöd, bis eppes geschitt. Madeleine

  • yves am 22.07.2012 13:56 Report Diesen Beitrag melden

    mir ginn dach iwwerall nëmmen nach ugesch..s , mä och déi längsten Zossiss huet irgendwann en Enn;)