Etwas ist faul im Staate Dänemark. Im Land mit den gemäß Erhebungen glücklichsten Menschen weltweit wird das Betteln strengstens verboten: Zwei Wochen Haft ohne Bewährung drohen dem Bettelnden. Das Gesetz ist eindeutig und ausdrücklich gegen die Roma gerichtet. Es soll wahrscheinlich verhindern, auch wenn dies nicht offen gesagt wird, dass die rechtsextremen Bewegungen in diesem „über alle Zweifel erhabenen Land“ noch weiteren Zulauf bekommen. Man möchte den Rechtsradikalen das Wasser von den Mühlen leiten, indem man ihre Forderungen zumindest teilweise übernimmt. Man verbietet also die Armut, möchte die äußeren Zeichen der Not verbergen so wie andere schamhaft die äußeren Zeichen des Reichtums.

Im glücklichen Dänemark soll den Unglücklichen nicht das geringste Glück beschert sein, nicht einmal eine „milde Gabe“. Werden im Lande Kierkegaards die Roma im Gefängnis vom opulenten dänischen Wohlfahrtsstaat wenigstens eine gediegene Mahlzeit erhalten oder wird das Essen so karg sein wie die Agape?

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In Luxemburg, einem anderen kleinen „glücklichen“ Land, ist man von der dänischen Anti-Bettel-Politik psychologisch, moralisch und politisch nicht weit entfernt, auch wenn es bislang bei Stigmatisierung, Denunzierung und der Forderung nach einem „Platzverweis“ geblieben ist. Auch die einstmals christliche Partei im Verein mit den „Liberalen“ und der ADR möchte, dass mit großer Strenge vorgegangen wird. Die Konsumlaune der Gucci-, Cartier- und Vuitton-Kunden soll nicht durch den Anblick von Elendsgestalten beeinträchtigt werden. Schlechtes Gewissen kauft nicht gern.

Die Dänen jedenfalls wachen eifersüchtig über ihr nationales Glück. Unbemittelte Fremde sollen an diesem Glück nicht teilhaben können. Ein leichter, aber penetranter Geruch von Fäulnis strömt von diesem dänischen Glück aus. Vielleicht sollten die Roma ihr Glück in weniger reichen und weniger „glücklichen“ Ländern versuchen, in Ländern, wo das Glück die Herzen noch nicht versteinert hat.

Armand Clesse

3 Kommentare

  1. Der dänische Staat lässt niemand verhungern. Das die Bettler dort wie auch hier in unserem Land skrupellos von mafiösen Hintermänner ausgenutzt werden, ist allgemein bekannt. Es wäre abzuwarten, wie viele blieben, wäre das Betteln untersagt, aber der Arbeitsmarkt offen für sie. Wer sind wir, dass wir den Moralengel über ein sehr soziales Land wie Dänemark erheben und von steinernen Herzen reden. Und wo ist der Reichtum so höchst unterschiedlich verteilt wie gerade bei uns. Und was Kleidung, Luxuskarossen usw. angeht, da sind wir nicht gerade ein Paradebeispiel an Bescheidenheit. Der Unterschied ist , dass Dänen, übrigens auch die anderen Nordstaaten, mit weniger Nettoeinkommen um so vieles zufriedener sind als die verwöhnte Mittel- und Oberschicht unseres Landes, das so gerne vom hohen Ross aus den Moralapostel spielt.

    • Teile diese Meinung zum größten Teil und mir gefällt der Artikel der auch sehr pauschal Dänemark verurteilt überhaupt nicht. Ich kaufe weder Gucci noch Yves usw und mich stören auch Bettler die mir einen Parkplatz zeigen, den ich auch selber sehe und dann genötigt werde dafür zu bezahlen! Jeder weiß, dass es bei vielen, nicht allen, mafiöse reiche Hintermänner gibt!

  2. Shoppen an protzen , gemelleg ronderemchillen an , mam Handy spillen , bis zum Enn , an galerbox , et steiert een , eis dobei , dann rabbelt et , jo sou sin Mir , egal ob een aneren , eppes z iessen brauch an , em t d Iwerlierwen kämpft ! Dobei , verbetzen Mir , en masse , d as sou krass , doach leider wouer ! Platz , e bessen ofzeginn , iwerdreiwen mir an / oder geheien et weg , d as sou Trash , aner lierwen , ennert engem Dach aus Blech an , hu keen Wack , an der Täsch , t haptsach eis , geet et gut an , fillen eis Fresh ! Tjo , vir di anner , Pesch !

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