Was macht ein Regierungsmitglied der Dreierkoalition, in diesem Fall der für Transportfragen zuständige Minister François Bausch, wenn er einen Punkt des Koalitionsabkommens umsetzen muss, an dessen Zweckmäßigkeit er selbst nicht oder nur bedingt glaubt? (Während des Wahlkampfes äußerten sich die grünen Politiker eher skeptisch zum kostenlosen öffentlichen Verkehr.)

Im Falle des künftig kostenlosen Transports durch CFL, RGTR, TICE, Tram und AVL sucht der betroffene Minister neue Argumente für das eigentlich wenig geliebte Projekt und sucht (bzw. lässt suchen) nach griffigen und positiv klingenden sprachlichen Umschreibungen.

Mit dem Spruch „eng sozial Kiischt um Kuch vun enger globaler Strategie fir eng multimodal Offensiv“ schreibt Bausch sicherlich Marketing-Geschichte.

Solchermaßen ausgedrückt, zweifelt wohl niemand mehr an der Weitsicht des Ministers, der zudem gebetsmühlenartig wiederholt, es sei ab 1. März 2020 (wenn die Maßnahme in Kraft treten wird) nicht mit massiv zunehmenden Nutzerzahlen zu rechnen und somit auch nicht mit Chaos bei der CFL, deren Züge bereits jetzt regelmäßig ausfallen.

Dass die (großen) Investitionen in Schiene und Material erst 2023 richtig greifen und somit die Situation entspannen werden, ist in der Logik des Ministers demnach nicht weiter schlimm, da erst ein breiteres und besseres Angebot zu mehr Passagieren führen werde.
Mitte März kommenden Jahres wird klar sein, ob die poetisch verpackten Bausch-Prognosen der Realität in den Zügen und Bussen standhalten werden.

 

Der Gratis-Transport als „soziale Kirsche“ auf dem Kuchen des ÖPNV in Luxemburg

3 Kommentare

  1. Wenn die Steuern auf Brennstoffen erhöht werden, ist aber gar nicht so sozial. Und genau das hat aber Herr Turmes schon angedroht. Es wundert mich gar nicht, dass die Grünen hierzulande von finanziell besser Gestellten gewählt werden, denn sie schaffen Platz auf der Strasse, indem sie diejenigen, die sich kein Elektromobil leisten können, finanziell derart schikanieren, dass sie sich das Auto nicht mehr benutzen können. Später wird dann auch der Strom besteuert werden.

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