Wie soll die Europäische Union auf die angekündigten US-Zölle auf Stahl und Aluminium reagieren? Viele europäische Politiker erklären, Europa könne sich das nicht gefallen lassen. Sie wollen mit Gegen-Importzöllen auf die angekündigten US-Zölle reagieren. Also Gleiches mit Gleichem vergelten. Klingt so weit auch gerecht.

Diese Sicht wird jedoch nicht von jedem geteilt. Im Gespräch mit dem Tageblatt erklärte ein Vertreter der luxemburgischen Stahlindustrie, dass Strafzölle auf Motorrädern und Whiskey den europäischen Stahlproduzenten nicht weiterhelfen würden. Im Gegenteil: Seine größte Angst nämlich wäre, wenn aus Importzöllen auf einigen Produkten ein weltweiter Handelskrieg entstehen würde. Ein solcher würde seiner Branche – und
auch noch vielen anderen – nämlich noch viel mehr Schaden zufügen.

Die EU, die für den Bereich Handel zuständig ist, steht somit vor einem Dilemma. Sie muss etwas unternehmen – gleichzeitig aber das Schlimmste (den Handelskrieg) verhindern.
Letzten Endes wird es wohl darauf hinauslaufen, dass die EU mit heftigen Sanktionen droht – diese aber nicht gleich umsetzt. Gleichzeitig wird sie bei der Welthandelsorganisation Klage gegen die US-Entscheidung einreichen. In einigen Jahren wird die EU dann voraussichtlich recht bekommen.

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