Wenn irgendwo ein Grundstein gelegt wird oder ein Unternehmen seinen Sitz einweiht, kommen in der Regel zwei oder drei Politiker: der oder die Minister, in deren Zuständigkeitsbereich das Projekt fällt, und der Bürgermeister der Gemeinde, in der das Projekt steht.

Demnach sollte sich Tetingen geehrt fühlen, wenn zur Vorstellung eines landwirtschaftlichen Projekts gleich mehrere Parlamentarier auftauchen. In Wahrheit ist das allerdings weniger der schönen Natur, dem kulturellen Angebot und den netten Menschen, die in Tetingen leben, zu verdanken, sondern vielmehr den anstehenden Wahlen. Nach dem 14. Oktober wird sich so bald kein Politiker mehr morgens aus dem Bett schälen, um auf einen Hügel im Süden des Landes zu fahren, um Rinder zu begutachten.

So erfrischend es auch ist, wenn Politiker noch analogen Wahlkampf jenseits der sozialen Netzwerke und ohne Hashtags führen – viel ehrlicher ist das nicht.

Es geht auch anders. Abgeordneten und Kandidaten der Linken begegnet man zum Beispiel bei Gewerkschaftsaktionen wie etwa beim Streik vor dem Pflegeheim “An de Wisen” in Bettemburg oder bei der OGBL-Protestkundgebung der Arbeitnehmer des Baugewerbes in der Hauptstadt, wo sie sich mit den Menschen solidarisieren. Ganz ohne Pressekonferenz oder Fototermin.

1 Kommentar

  1. Die Linken ist die einzige glaubwürdige Partei hierzulande. Ihre Abgeordneten und Kandidaten sind immer ansprechbar. Bei den Etablierten muss man fast um eine Audienz bitten um sie sprechen zu können. Wenn ein Besuch beim Vieh auf der Weide, im Vorwahlkampf angesagt ist, strömen sie aber herbei und strecken die Hälse um aufs Foto zu kommen. Damit sie auch vom Stimmvieh gesehen werden!

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