Befürchtet wurde es von Gesundheitsbehörden schon lange, nun wurden erstmals Fälle erfasst: Das Zika-Virus ist von Mücken in Europa auf Menschen übertragen worden. Ein bestimmter Faktor könnte für Entwarnung sorgen – vorerst zumindest.

Wohl erstmals in Europa haben sich zwei Menschen mit Zika-Viren angesteckt. Im südfranzösischen Département Var habe es zwei Infizierte gegeben, die sich nicht bei Reisen angesteckt haben können, berichteten französische Medien am Mittwoch unter Berufung auf Behördenangaben. Beide seien inzwischen genesen. Nun werde untersucht, ob es noch weitere Fälle gegeben habe.

Zika kann unter anderem über Stiche von Aedes-Stechmücken – neben A. albopictus etwa auch A. aegypti – übertragen werden. In den meisten Fällen verläuft eine Infektion unauffällig. Fieber, Kopfschmerzen und Hautrötungen können Symptome sein. Schwere Folgen können aber unter anderem auftreten, wenn sich Frauen früh in der Schwangerschaft mit Zika infizieren. Bei den Säuglingen kann es dann zur sogenannten Mikrozephalie kommen, einer Hirn- und Schädelfehlbildung. Von 2015 an traten Tausende solcher Fehlbildungen in Brasilien auf, als es dort zu einer Zika-Epidemie kam.

Risiko für gering eingeschätzt

Auch Gelbfiebermücken können Zika übertragen. Sie gibt es in Europa mit Ausnahme von Madeira und östlich des Schwarzens Meeres aber bisher nicht. In Frankreich verschlechtern sich die Bedingungen für Tigermücken mit den fallenden Temperaturen des beginnenden Herbstes. Weitere Übertragungen würden vorerst unwahrscheinlicher, hieß es. Das Risiko für die Bevölkerung, auch für Schwangere und deren ungeborene Kinder, werde als gering eingeschätzt.

Das Zika-Virus wurde erstmals vor etwa 70 Jahren in Rhesus-Affen im Zika-Wald in Uganda gefunden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rief im Februar 2016 eine “Gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite” aus. Brasilien schickte Zehntausende Soldaten in den Kampf gegen Mücken. Auch andere Länder der Region waren betroffen.

Die französischen Behörden berichteten am Mittwoch zudem, dass es seit dem 1. August sieben Fälle von Dengue im südfranzösischen Département Alpes-Martimes gegeben habe. Im Verwaltungsbezirk Rhône habe es zudem zwei Fälle gegeben, die ebenfalls durch heimische Mücken übertragen wurden. Vereinzelt gab es solche Fälle auch schon in anderen europäischen Ländern. Die weltweite Verbreitung von Dengue-Fieber ist in den letzten Jahrzehnten dramatisch angestiegen.

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