Zwei neue Institute sollen in Luxemburg dazu beitragen, die Schule zu verbessern und die Qualität der Bildung sicherzustellen – abseits von der Parteipolitik. Zum einen handelt es sich um ein wissenschaftliches Expertengremium, das die Lehre wissenschaftlich begutachten soll und dem Bildungsministerium Vorschläge unterbreiten kann. Das Gremium trägt den Namen “Observatoire national de la qualité scolaire”.

Zum anderen soll es einen “Nationalen Programmrat” geben, der Vorschläge macht, wie Inhalte des Unterrichts den gesellschaftlichen Entwicklungen angepasst werden können.
Die Arbeiten an dem neuen Gesetz in der zuständigen parlamentarischen Kommissionen seien in der Endphase, erklärte gestern Bildungsminister Claude Meisch im Rahmen einer Pressekonferenz. Der Minister geht davon aus, dass beide Gremien noch bis zum Ende der Legislaturperiode eingesetzt werden können.

“Objektiv und neutral”

Die Mitglieder sollen vom Bildungsministerium vorgeschlagen und von der Regierung ernannt werden. Eine Liste mit Namen existiere allerdings noch nicht, sagte der Minister.
Das neue “Observatoire” solle denn auch einen “Blick von außen” auf das Bildungssystem werfen. Es soll “objektiv und neutral” sein. Es sei aber nicht dazu bestimmt, die Lehrer zu kontrollieren, ergänzt Meisch. “Wir brauchen mehr Fakten und weniger Bauchgefühl”, sagt der Minister. Weiter sagte Meisch, früher habe man Bildungsstudien lediglich zur Kenntnis genommen. Jetzt würden sie auch analysiert.

Der neue Programmrat soll hingegen Impulse geben, um die Schule besser den gesellschaftlichen Entwicklungen folgen zu lassen. Meisch beobachtet zwischen beiden einen “Graben”. Schule sei oft mit sich selbst beschäftigt. Sie müsse eigentlich aber der Gesellschaft dienen. Veränderungen in der Gesellschaft (Technik, Politik, Wirtschaft …) müsste in der Schule also Rechnung getragen werden.

Idee eines “Bildungsdësch”

Diese Gremium soll aus acht Personen bestehen, die aufgrund ihrer Erfahrung und Kompetenzen in unterschiedlichen Bereichen des Lebens ausgewählt werden. In einem Dokument für die Presse nennt das Ministerium Kultur, Wirtschaft, Ökologie, Vereinsleben, Digitales usw. Schule brauche eine wissenschaftliche Basis, Ruhe und Kontinuität, so Meisch. (Partei-)Politik müsse sich aus dem Alltag der Schule heraushalten und den Lehrkräften vertrauen geschenkt werden.

Viel weniger konkret noch ist Meischs Idee von einem “Bildungsdësch”. Daran Platz nehmen soll nach Vorstellung des Ministers eine groß Palette von Akteuren: Eltern, Schüler, der Programmrat, das “Observatoire de la qualité scolaire”, Schuldirektoren, das Bildungsministerium, Vertreter gefährdeter Bevölkerungsgruppen, die Pädagogikexperten des Script, eventuell Vertreter des Parlaments …

Chaos an den Schulen

Ob die Lehrer durch die Gewerkschaften vertreten werden sollen oder sich selber Vertreter wählen, ist eine der Fragen, die diesbezüglich noch zu klären sind. Dieser Bildungstisch sei sicher nicht mehr Teil der aktuellen Legislaturperiode, sagte der Minister. Er könne sich aber durchaus vorstellen, dass er Teil eines Wahlprogrammes wird. Der Minister blickt zurück auf eine ganze Reihe von Veränderungen in der Schule.

So wurden unter anderem der Religionsunterricht und der weltliche Moralunterricht abgeschafft und durch einen gemeinsamen Werteunterricht ersetzt. Zuletzt hatte Meisch angekündigt, dass die Schulbücher nun auch im Sekundarschulunterricht für die Schüler gratis sein werden. Zum Beginn des laufenden Schuljahres war der Minister mit harscher Kritik der Gewerkschaften konfrontiert worden. Von Chaos an den Schulen und Lehrermangel war die Rede.

4 Kommentare

  1. Wat soll dat dann brauche mer elo 2 nei Institutiounen fir endlech den ganzen Enseignement mol op de Niveau ze bréngen dat en der Neizäit ugepasst ass…dat bréngt dach guer neicht, ass nëmmen Schaumschlägerei ewéi se an Däitschland géinge soen…

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