Großherzog Jean hielt sich, genau wie seine Mutter Charlotte, aus dem politischen Geschehen heraus. Doch sein Nachfolger Henri brach mit dieser Tradition – und zeigte plötzlich, wie mächtig der Großherzog in Luxemburg eigentlich sein kann.

Ende 2008 herrschte Aufruhr in Luxemburg. Fast wäre das Land in eine Staatskrise gerutscht. Der Grund: Die Regierung hatte einen Gesetzentwurf vorgelegt, durch den in Luxemburg die Euthanasie legalisiert werden sollte. Das Parlament sollte wenig später über das Gesetz abstimmen. Aber dann kam es zum Eklat: Großherzog Henri weigerte sich, das Gesetz zu unterschreiben. Es gehe gegen seine moralischen Werte. Er berief sich auf einen Artikel in der Verfassung, der besagt, dass der Großherzog die Gesetze “billigen”, also gutheißen muss. Das war hier nicht der Fall.

Der damalige Premierminister Jean-Claude Juncker ...

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