1989 haben die Gründer der Auffangstation 186 Wildtiere aufgepäppelt. Dieses Jahr wurden bereits 3.020 Tiere versorgt. Diese letzten drei Jahrzehnte, die sich durch viel Arbeit und den Erfolg der “Fleegestatioun fir wëll Déieren” auszeichneten, wollen die Verantwortlichen des Zentrums und die Ehrenamtlichen nun feiern.

“Das Ziel ist es nicht nur, die Tiere gesund zu pflegen. Wir wollen sie wieder so fit bekommen, dass sie draußen überleben können”, sagte der Präsident von “natur & ëmwelt” Roby Biwer bei der Pressekonferenz am Mittwoch im “Centre de soins pour la faune sauvage”. Deswegen wird bei manchen Arten, wie beim Fuchs, darauf geachtet, dass die gefundenen Wildtiere nicht zu viel in Kontakt mit dem Menschen kommen. Dennoch ist es nicht möglich, jedes Tier zu retten. Drei Tierärzte, fünf Tierpfleger und weitere Angestellte sowie eine Vielzahl von Freiwilligen helfen in Düdelingen dabei, dass es möglichst viele Fundtiere wieder in die Natur schaffen.

In diesem Jahr haben unter anderem bereits 150 Schwalben und 140 Mauersegler in der “Fleegestatioun” kurzzeitig eine neue Bleibe gefunden. Die Pflegekräfte haben dieses Jahr auch einen Biber versorgen können.

Methoden der Auswilderung

Damit die Tiere bestmöglich wieder in die Freiheit entlassen werden können, versuchen die Mitarbeiter der Station stets, die Methoden der Auswilderung zu verbessern. Dafür arbeiten sie eng mit den lokalen Sektionen der “natur & ëmwelt” sowie den zuständigen Förstern der Natur- und Forstverwaltung zusammen. Nicht nur heimische Wildtiere werden versorgt, sondern auch exotische Tiere, die beschlagnahmt wurden. Waschbären sind Dauergäste in Düdelingen. Die Kleinbären werden als “gebietsfremde invasive Art” angesehen. Sie dürfen nicht mehr in die Freiheit entlassen werden, sondern es muss ein neues dauerhaftes Zuhause für sie gefunden werden: Im letzten Jahr haben Tierparks in Frankreich einige aufgenommen.

In der Wildtierauffangstation werden vom Igel über den Waschbären bis hin zum Uhu alle möglichen Tierarten versorgt. Aus diesem Grund bemerken Direktor Raf Stassen und sein Team, wenn sich am Bestand einer bestimmten Art etwas verändert: Wie etwa beim Kiebitz (Vanellus vanellus), den sie im Jahr 2012 das letzte Mal versorgt haben. Das deutet darauf hin, dass die Bestände dieses Vogels in unserer Gegend stark zurückgegangen sind. Beim Steinkauz sieht es ähnlich aus. Hatte die Auffangstation sonst jährlich mehrere davon in ihrer Obhut, wurde seit 2015 kein Vertreter dieser Eulenart nach Düdelingen gebracht. “Auf diese Weise sehen wir, dass die Natur ein Problem hat”, so Roby Biwer.

Station soll ausgebaut werden

Eine Neuerung, die im letzten Jahr eingeführt wurde, ist das Projekt “Wëlldéier-Drop-off”. Um im ganzen Land verletzten Wildtieren besser helfen zu können, haben das Innen- und Umweltministerium, “natur & ëmwelt” sowie Rettungsdienste die Initiative mit den drei zusätzlichen Drop-off-Containern gestartet, die in Clerf, Junglinster und Feulen aufgestellt wurden. Der Service steht rund um die Uhr, an sieben Tagen die Woche zur Verfügung. Mitarbeiter und Freiwillige holen die Tiere an den einzelnen Containern ab und transportieren sie dann nach Düdelingen.

Das größte Projekt für die Zukunft ist der Ausbau der Station, da ihre Kapazitäten schlichtweg ausgereizt sind. Die Gemeinde Düdelingen stellt dafür ein Grundstück zur Verfügung. Zu den bisherigen 37 Ar sollen in den nächsten Jahren 82 Ar hinzukommen. Düdelingens Bürgermeister Dan Biancalana (LSAP) wünschte der Wildtierauffangstation alles Gute zum 30. Geburtstag: Das “Centre de soins” sei ein fester Bestandteil der Stadt, sagte Biancalana.

Um den runden Geburtstag zu feiern, öffnet die „Fleegestatioun“ an diesem Samstag und Sonntag jeweils von 11.30 bis 17.00 Uhr die Türen für die Öffentlichkeit.

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