Studieren? Gap Year? Oder doch lieber direkt auf den Arbeitsmarkt? Bis Freitag findet die alljährliche „Studentefoire“ in der Luxexpo auf Kirchberg statt. Luxemburger Studenten aus aller Welt versammeln sich dort, bauen ihre Stände auf und antworten auf die Fragen der Schüler der Gymnasien Luxemburgs. Das Tageblatt hat die Schülerin Louisa Krammel auf der Studentenmesse begleitet, um herauszufinden, ob es sich als Schüler auch wirklich lohnt, die Messe zu besuchen.

Von Lisa Rock

Von den 37 öffentlichen Gymnasien in Luxemburg hat die 20-jährige Louisa Krammel sich dazu entschieden, ihr Abschlussjahr im hauptstädtischen „Lycée Robert Schuman“ auf Limpertsberg zu machen. Gestern besuchte sie mit ihrem Wahlfachlehrer und ihren Mitschülern die jährlich stattfindende Studentenmesse in der Luxexpo.

Die „Studentefoire“ ist mittlerweile dermaßen beliebt, dass während des Events kaum eine freie Parklücke mehr zu finden ist: weder auf dem Parkplatz der Luxexpo noch entlang den Straßen in unmittelbarer Nähe.

Wer sich beim Anblick der vielen Fahrzeuge nicht schon denken kann, wie viele Besucher die Messe hat, der bekommt es dann spätestens beim Betreten der Hallen vor Augen geführt. Hunderte von Schülern, Studenten, Lehrern und Eltern laufen zwischen den vielen Ständen umher.

Kommunikations- und Medienmanagement

Dieses Jahr sind über 250 Aussteller aus 20 verschiedenen Ländern auf der Studentenmesse anwesend. Was die Schüler hierzulande am meisten interessiert, sind die Stände, an denen die Studenten ihre Universität und ihren Studiengang vorstellen. Auch Louisa möchte gleich in diese Richtung gehen. „Ich weiß bereits, wo und was ich studieren möchte“, sagt sie stolz, während sie auf dem Plan der Messe, der ihr am Eingang in die Hand gedrückt wurde, den Stand der Universität Wien sucht. Dort angekommen fragt sie die Studenten, ob es möglich ist, an der Universität der österreichischen Hauptstadt Kommunikations- und Medienmanagement zu studieren. Die Studenten tauschen einen erstaunten Blick aus. Einer von ihnen muss nachschlagen. Leider gibt es dieses spezifische Fach nicht, doch Louisa könnte in Wien Journalismus und Medienmanagement studieren. Etwas enttäuscht nimmt Louisa die Broschüren der Universität, welche die Studenten ihr aushändigen, entgegen und entschließt sich dazu, dem Stand der Kölner Studenten ebenfalls einen Besuch abzustatten.

Dort erwarten Louisa erfreulichere Nachrichten. In der Domstadt kann sie ihr gewünschtes Fach studieren. Welchen Beruf genau sie mit diesem Studium anstrebt, weiß Louisa selbst noch nicht so richtig. Dass es aber genau dieses Studium sein soll, da ist sie sich sicher. „Ich finde es einfach interessant und möchte später gerne etwas mit Medien machen.“

Nicht nur Universitäten

Auf der „Studentefoire“ sind dieses Jahr u.a. Österreich, Belgien, Kanada, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Luxemburg, Australien, Portugal, Spanien, Schweiz, die Niederlande, Großbritannien, Nordamerika und sogar Japan vertreten. Aus den Nachbarländern Luxemburgs sind die meisten Universitäten und Hochschulen anwesend. Es folgen die Niederlande, Großbritannien, die Schweiz und Kanada. Die nordamerikanischen Universitäten haben sechs Stände auf der Messe und Portugal, Dänemark, Australien, Japan und Spanien jeweils einen.

Nachdem sich Louisa am Stand der Universität Köln informiert hat, verschlägt es sie zu den Ständen, die nicht zu den Universitäten gehören. Die Hälfte der Aussteller sind nämlich keine Uni-Studenten. So sind zum Beispiel auch die „Police grand-ducale“ und die Luxemburger Armee präsent, um über ihre Berufsmöglichkeiten zu informieren.

Andere Stände, an denen sich Louisa aufhält, sind die der „Jonk Piraten“, der „jonk Gréng“, von Radio ARA, der UNEL („Union nationale des étudiants“), der „Air Rescue“, des Tageblatt und des Reiseveranstalters Emile Weber. Allerdings hört sie hier nur mit einem Ohr zu und steckt sich anschließend ein paar Süßigkeiten, Aufkleber und Kugelschreiber ein.

Schlüsselanhänger mit Flaschenöffner

Der Stand der Young Caritas gefällt ihr besser. Dort kann Louisa nämlich einen Schlüsselanhänger mir integriertem Flaschenöffner basteln. Das Motiv darf sie selbst aussuchen. Beim „Lëtzebuerger Jugendroutkräiz“ steht ein großer Fotoapparat. Schüler, die sich dort mithilfe einer Verkleidung sommerlich anziehen und anschließend ein Foto von sich machen, können eine Reise gewinnen. Bei diesem Gewinnspiel macht Louisa mit einer Freundin mit. Anschließend schaut sie noch bei der ANEL (Ingenieurstudenten) vorbei. Dort wird ihr ein interessanter Roboter vorgeführt, der sich permanent bewegt. Doch sobald ein Mensch in seine Nähe kommt, wird er langsamer, bis er schließlich ganz erstarrt. Einer der Studenten erklärt Louisa, dass diese neue Technologie notwendig ist, wenn ein Mensch mit einem Roboter arbeitet. Die Tatsache, dass dieser aufhört, sich zu bewegen, wenn sich jemand nähert, trage dazu bei, Unfälle zu vermeiden.

Nach diesem Stand reicht es Louisa jedoch allmählich. Sie hat ihre Informationen zu den Universitäten in Wien und Köln erhalten und möchte jetzt nach Hause. Ihr Fazit: „Es ist eine gute Möglichkeit, sich über die verschiedenen Studiengänge und Länder zu informieren.“ Die diesjährige Messe scheint ihr auf jeden Fall geholfen zu haben. Und bestimmt nicht nur ihr alleine.

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