Das „Klima-Bündnis Lëtzebuerg“ bekommt Zuwachs. Monnerich ist
dem Netzwerk vor Kurzem beigetreten.

„Was lange währt, wird endlich gut“, heißt es in einer Mitteilung des Klima-Bündnisses. Nachdem Monnerich bereits 2013 dem Europäischen Klima-Bündnis beigetreten war, wurde am 14. Dezember beschlossen, auch Mitglied der luxemburgischen Vereinigung zu werden.
„Es war der logische Schritt“, erklärt Bürgermeister Jeannot Fürpass (CSV) dem Tageblatt. „Wir nehmen die Umwelt- und Klimadossiers sehr ernst.“

Der Schöffenrat will dann auch an mehreren Stellen die Hebel ansetzen, um die Klimaziele zu erreichen. So könne er sich vorstellen, auf dem Areal der Monnericher Bauschuttdeponie einen Fotovoltaik-Park zu errichten. Auf einem Hektar würde ein Megawatt Strom produziert werden, erörtert der Bürgermeister, der die Energiegewinnung insgesamt effizienter und grüner gestalten will. In diesem Zusammenhang spielen auch Windkraftanlagen eine wichtige Rolle.

Ferner ist ein sog. Screening sämtlicher Gebäude in der Gemeinde vorgesehen. Hier steht ebenfalls die Energieeffizienz im Mittelpunkt.

„Absolut notwendig“

Vorgehen will der CSV-DP-Schöffenrat auch gegen die Energieverschwendung. So sollen demnächst LED-Leuchten die Fußballplätze erhellen und auch in der Sporthalle zum Einsatz kommen. Idem für die Straßenbeleuchtung, auch wenn dieses Vorhaben einige Zeit in Anspruch nehmen wird.

Monnerich will zudem den Individualverkehr reduzieren, indem u.a. der öffentliche Nahverkehr und die RGTR-Linien gefördert werden. Insgesamt solle der sanften Mobilität eine große Bedeutung zukommen, erklärt Bürgermeister Fürpass. Er unterstreicht, dass der Umweltschutz aber viel weiter gehe, angefangen mit der Verringerung des Verbrauchs von Plastik, der Abfallbeseitigung, dem Wasserschutz und der Abwasserbehandlung bis hin zur Renaturierung der Flüsse und Bäche.

Ein ehrgeiziges Vorhaben, das der Monnericher Bürgermeister jedoch als „absolut notwendig“ bezeichnet, wolle man kommenden Generationen eine lebenswerte Zukunft bieten. Seit etwa 25 Jahren setzen sich die Gemeinden des Europäischen Klima-Bündnisses für den Umweltschutz ein. Mit über 1.700 Mitgliedern aus 26 europäischen Ländern handelt es sich um das weltweit größte Städtenetzwerk, das sich für eine Begrenzung des Klimawandels einsetzt. Es ist zudem das einzige Bündnis, das sich konkrete Ziele setzt: Jede Mitgliedskommune verpflichtet sich beispielsweise, ihre Treibhausgasemissionen alle fünf Jahre um zehn Prozent zu reduzieren.

Seit 1995

Das Klima-Bündnis Lëtzebuerg wurde 1995 von mehreren Gemeinden, der „Action Solidarité Tiers Monde“ und dem „Mouvement écologique“ gegründet. Die dazugehörigen Gemeinden tauschen sich untereinander aus, machen Vorschläge für Initiativen, veranstalten gemeinsame Aktionen, Sensibilisierungskampagnen in Schulen und Jugendhäusern usw.

Zudem ist das Klima-Bündnis Lëtzebuerg das Sprachrohr der Kommunen bei allen Fragen zur Klima-, Entwicklungs- und Energiepolitik, sei es auf nationaler oder europäischer Ebene. Die Arbeit des Netzwerks wird hierzulande vom Ministerium für Umwelt, Klima und nachhaltige Entwicklung sowie vom Ministerium für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Angelegenheiten unterstützt.

Mehr als ein Drittel der luxemburgischen Gemeinden sind mittlerweile dem Klima-Bündnis beigetreten. In den Kommunen des Netzwerks leben gut zwei Drittel der Bevölkerung des Landes. Vor Monnerich war dieses Jahr bereits die Gemeinde Kopstal beigetreten.


Nicht verwechseln

Das Klima-Bündnis darf nicht mit dem Klimapakt verwechselt werden. Der Luxemburger Staat hat den Klimapakt ins Leben gerufen, um gemeinsam mit den Gemeinden die nationalen Ziele beim Klimaschutz zu erreichen. Er trat am 1. Januar 2013 in Kraft und läuft Ende 2020 aus. Bis dahin sollen die Treibhausgase erheblich reduziert werden, parallel dazu wird ein erhöhter Anteil erneuerbarer Energien angestrebt. Der Klimapakt ist ein Abkommen in Form eines Gesetzes. 102 Gemeinden haben den Vertrag bisher unterzeichnet. Sie erhalten verschiedene Zertifizierungen, je nach Fortschritt bei der Verringerung des Energieverbrauchs und der Treibhausgas-Emissionen. Die Gemeinden werden vom Staat technisch und finanziell unterstützt.


Gemeinden im Bündnis

Beckerich, Bettemburg, Betzdorf, Oberstausee-Gemeinde, Contern, Differdingen, Düdelingen, Esch/Alzette, Esch/Sauer, Ettelbrück, Feulen, Frisingen, Hesperingen, Junglinster, Käerjeng, Kayl, Kehlen, Koerich, Kopstal, Lorentzweiler, Luxemburg, Mamer, Mersch, Monnerich, Niederanven, Petingen, Remich, Roeser, Sandweiler, Sanem, Schifflingen, Schüttringen, Steinfort, Steinsel, Strassen, Tandel, Walferdingen, Weiler-la-Tour


 

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