Die kanadische Ratingagentur DBRS hat Luxemburgs AAA-Notierung bestätigt. Sie erwartet für das Jahr 2018 ein Wachstum von 3,9 Prozent.

Luxemburg hat eine “fortgeschrittene und sehr wohlhabende Wirtschaft”, meint DBRS. Das erwartete Wachstum ist mit 3,9 Prozent sehr hoch. Damit liegt die Konjunktur näher am Boom als an der Rezession. Die Steuerreform, die seit dem Jahr 2017 in Kraft ist, hat nicht die befürchteten Spuren im Staatshaushalt hinterlassen. Der Überschuss in der Staatskasse sei mit 1,5 Prozent höher ausgefallen als erwartet. Die Ratingagentur erklärt dies z.T. mit gestiegenen Einnahmen aus der Unternehmensbesteuerung.

Aber dennoch zählen die Kanadier “die Umsetzung von Transparenzstandards” im Rahmen der sich im Wandel befindlichen Unternehmensbesteuerung als Risiko für den finanziellen Ausblick Luxemburgs.

Staatsverschuldung

Die Staatsverschuldung habe sich zwar seit der Krise verdoppelt, sie liege mit 23 Prozent des BIP aber recht tief. DBRS weist darauf hin, dass dies die zweitniedrigste Rate in Europa sei. Dies würde “solide steuerliche Rahmenbedingungen” widerspiegeln.

Dieses Lob freut Finanzminister Pierre Gramegna. In einer Pressemitteilung meinte er, dass “der positive Ausblick die Richtigkeit der Budget- und Fiskalpolitik der vergangenen Jahre” unterstreiche. Die Ratingagentur sieht unter den politischen Parteien einen breiten Konsens, was die Budget- und Fiskalpolitik betrifft. Dieser sorge für eine berechenbare Politik. So stellen die anstehenden Wahlen kein besonderes Risiko für die Finanzen dar, meint DBRS.

Die Macher des Ratings wären nicht erstaunt, wenn sie beim nächsten Rating einen Minister einer anderen Partei loben könnten. “Die Popularität der regierenden Koalition hat seit den Wahlen im Jahr 2013 abgenommen.” Gleichzeitig sei aber die Unterstützung für die CSV gestiegen. Der künftige Finanzminister, egal aus welcher Partei er auch stammen mag, hat mit den gleichen Risiken zu kämpfen. Neben Schocks aus dem Ausland kann DBRS auch hausgemachte Probleme erkennen. So könne der Immobilienmarkt langsam, aber stetig unter immer größeren Druck geraten.

Immobilienmarkt

Seit dem Jahr 2010 seien die Preise für Wohnimmobilien um 45 Prozent gestiegen. “Steigende Preise könnten einen Einfluss auf die Bezahlbarkeit haben”, so DBRS ganz vorsichtig. Der IMF sei der Meinung, dass die Preise “mit den Fundamental-Daten im Einklang” seien. Die luxemburgische und die europäische Zentralbank hätten aber schon “einen geringen Grad an Überbewertung” festgestellt. Die scheinbar ewig steigenden Preise hätten schon dazu geführt, dass die Schuldenquote der Haushalte auf 172 Prozent des verfügbaren Einkommens gestiegen sei.  “Fast 70 Prozent sind Schulden mit einem variablen Zinssatz”, was “viele Haushalte bei steigenden Zinsen großen Risiken aussetzt”.

Dennoch erkennt DBRS kein größeres Risiko für die Finanzstabilität des gesamten Landes. “Luxemburg bleibt eine attraktive Destination für Investitionen und gehört zu den reichsten Volkswirtschaften der Welt.” Der wirtschaftliche Ausblick sei “robust”. Die rezente Steuerreform und die Auszahlung der Indextranche hätten das Einkommen der Haushalte erhöht und so den Konsum gestärkt.

Selbst der amerikanische Präsident müsste eigentlich mit Luxemburg zufrieden sein, besonders was die Handelsbilanz betrifft. Dieses ist laut DBRS seit dem Jahr rückläufig und beträgt nur noch fünf Prozent des BIP.

5 Kommentare

  1. “Die Macher des Ratings wären nicht erstaunt, wenn sie beim nächsten Rating einen Minister einer anderen Partei loben könnten”. Machen die jetzt Wahlkampf oder wie, und das noch unaufgefordert ? Könnte mir vorstellen, dass auch noch die Russen dahinter stecken 🙂

    • Die Unabhängigkeit dieser Agentur kann bezweifelt werden. Sponsoring durch die CSV zusammen mit den Russen! DBRS steht für Devilish Brilliant Russian System

  2. DBRS gehört nicht zu den großen international akzeptierten Rating Agenturen die da sind Fitch Group, S&P dh Standard & Poor’s sowie Moody’s. Aber alle geben Luxemburg die Bestnote, hat allerdings nichts mit Gramegna zu tun den diese Notierung hatte Luxemburg schon vor ihm auch gehabt…also schmücke dich nicht mit fremden Federn würde man da wohl sagen dürfen…

  3. Trotzdem, die Schuldenquote ist extrem. Wenn ich mir das erlauben würde, säße ich morgen hinter Gittern. Die nächste Finanzkrise ist vorprogrammiert, Banken und auch unsere Finanzgrössen spielen wieder Roulett wie vor 10 Jahren. Diesmal wird es ordentlich knallen und keiner wird da sein den Schirm aufzuklappen.

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