Vor genau einem Jahr saß Greta Thunberg erstmals in Stockholm beim Reichstagsgebäude und demonstrierte für mehr Klimaschutz. Am 20. August 2018 streikte die damals 15-jährige Schwedin noch allein. Wenig später schlossen sich Jugendliche weltweit an, die ebenfalls nicht zur Schule gingen, um für einen besseren Klimaschutz zu demonstrieren.

Greta Thunberg wurde zum Gesicht der weltweiten “Fridays for Future”-Bewegung. Ihr Slogan “Skolstrejk för klimatet” (Schulstreik für das Klima) kennt man mittlerweile überall auf dem Planeten. Innerhalb eines Jahres wurde sie nicht nur zur Anwärterin auf den Friedensnobelpreis, sondern auch zu einer der am meisten polarisierenden Personen der Erde. Für die einen verkörpert sie die mutige Klima-Kämpferin, für die anderen ist ihr Tun nichts weiter als eine lukrative PR-Show.

Vor allem ihre neueste Aktion, ein Segeltrip nach New York, hat zahlreiche Kritiker hervorgerufen. Dadurch, dass eine Crew von fünf Seglern nach New York fliege, um die Yacht “Malizia” anschließend nach Europa zurückzuführen, würde mehr CO2 freigesetzt, als wenn Thunberg einfach mit ihrem Vater nach New York geflogen wäre. Zwar hat der Pressesprecher der Crew gegenüber spiegel.de erklärt, dass das “Malizia”-Team seit längerem CO2-Kompensationen zahle für sämtliche Flüge, die sie in Anspruch nehmen würden. Die Aktion ist dennoch umstritten.

Aktivisten, ganz gleich für was sie eintreten, greifen oft auf provokante Methoden zurück, um Aufmerksamkeit zu erlangen. Und wenn sie erst mal Aufmerksamkeit haben, wird es immer Leute geben, die versuchen, daraus Profit zu schlagen. Da stellt Thunberg keine Ausnahme dar. Um die junge Schwedin herum ist längst eine ganze Marketing- und PR-Maschinerie angelaufen. Ohnehin ist gegen sachliche Kritik nie etwas einzuwenden. Doch bei Greta Thunberg geht es weit darüber hinaus. Mittlerweile gibt es “F*** you Greta”-Sticker fürs Auto. Sie wurde nicht nur zum Feindbild von Klimaskeptikern, sondern für viele sogar zur Hassfigur. Die Anfeindungen in sozialen Netzwerken kennen keine Grenzen mehr.

So wurde Thunberg selbst zum Phänomen. Die Diskussionen drehen sich zurzeit weitaus mehr um ihre Person als um ihr eigentliches Anliegen: den Klimaschutz. Eine altbewährte Taktik, einfach den Mann oder in diesem Fall das Mädchen spielen, um vom eigentlichen Problem abzulenken.

Ob man nun zu den Greta-Fans oder den Greta-Hassern gehört – dazwischen scheint es momentan nicht mehr viel zu geben –, ist es nicht zuletzt ihr Verdienst, dass das Thema Klimawandel so omnipräsent ist.

Das eigentlich Schlimme an der ganzen Diskussion um Greta Thunberg sind nicht so sehr ihre Aktionen als vielmehr die Tatsache, dass es auch ein Jahr nach dem ersten “Skolstrejk för klimatet” immer noch keine effiziente Klimapolitik gibt. Denn eigentlich waren die Gefahren des Klimawandels bereits lange vor Greta Thunberg bekannt.

37 Kommentare

  1. Ohne Bevölkerungsexplosionsbremsen ist die Diskussion um den Klimaschutz grotesk.
    Zudem, was ist an der Kritk an Greta bzw. ihrem steuernden Umfeld denn unssachlich?

  2. Glaubt den wirklich jemand,eine Schar Freitagsschwänzer würde kurzfristig (denn kurzfristig müsste es schon sein,wenn wir noch etwas ändern wollen) etwas an der Misèere ändern? Einen Trump oder die sogenannten Drittländer umstimmen um auf ihren erwarteten Luxus zu verzichten? Sie haben es erwähnt,das Problem ist seit gefühlten 200 Jahren bekannt.Statt die Braunkohle weltweit auf “Eis” zu legen wurde um billiges Brennmaterial und um tausende Jobs gefeilscht und…nichts geschah.Statt dessen wurde die Atomkraft ( saubere Energie ) verteufelt und der Teufel schickte uns das CO2. Jetzt wissen wir,dass AKW-Abfälle mit Rubiatoren weitgehendst entschärft werden können und es bleibt natürlich die Verantwortungspflicht.( Tchernobyl und Fukushima waren katastrophale Verantwortungslosigkeit und Korruption).Dieselbe Geschichte kann man vom versprochenen Wasserstoffmotor für PKW erzählen. Die Figur Greta kann einem leid tun,ob sie nun von ihrer kurzfristigen Berühmtheit profitiert oder nicht.Aber wenn sie hilft die Karre aus dem Dreck zu ziehen-bitte sehr.Ich hoffe dass das arme Kind nicht an ihrer Berühmtheit zerbricht.

      • Diesen Bergriff gibt es nicht, er meint bestimmt die Einlagerung in Castoren um die verbrauchten Atom Elemente abzukühlen was Jahrzehnte dauert weil die Temperatur unter 100° Celcius sein muß um sie dann ich noch nicht vorhandene Endlager zu deponieren.
        Aber der Phantasie sind ja keine Grenzen gesetzt.

      • ich auch nicht. gemeint könnte rubbiatron oder rubbiator sein. im gegensatz zu herrn zeyens “Jetzt wissen wir” wohl noch mit mehr vorsicht und etwas weniger optimismus zu sehen… laut wikipedia eröffnet 2020 eine testanlage in japan und 2030 eine in belgien

      • Ein Accelerator-driven system (ADS), beschleunigergetriebenes System oder Hybridreaktor ist ein Leistungs-Kernreaktor, der unterkritisch betrieben und durch eine Spallationsquelle mit Neutronen versorgt wird. Solche Reaktoren könnten zugleich mit der Stromproduktion zur Transmutation langlebiger Reaktorabfälle dienen.” Aber Fakt bleibt,dass wir bis zur Fusion keine zuverlässige Energiequelle haben werden. Wind und Sonne und Speicherung werden im Notfall nicht genügen.

      • Danke für alle Antworten! Hab’s gefunden :-).

        Wenn ich das richtig verstanden haben, müssten dafür kleine oder sogar große CERNs gebaut werden. Das wird Milliarden kosten. Stromanbieter werden sich da nicht rantrauen.

        Aber Japan hat eine Anlage gebaut, die 2020 in Betrieb gehen soll. Mal sehen, was daraus wird.

        • kleine oder sogar große CERNs
          Das was sie meinen ist in der Schweiz, unterirdische Anlagen auf denen von einer Strecke von ca. siebenundzwanzig Kilometer Teilchen beschleunigt werden um kinetische Energie zu erzeugen, das hat aber nichts mit Entsorgung von Atom Müll zu tun.

  3. Es gibt immer Menschen die auf fahrende Züge aufspringen um auch an solchen Aktionen Geld und Ruhm zu verdienen wobei das Geld eine größere Rolle spielt, ich denke das die Eltern dahinter stecken oder vielleicht der Manager des Vaters, er bekommt bestimmt keine guten Rollen mehr angeboten und die Mutter will auch ins Rampenlicht wieso ist sonst so kurzfristig ein Buch entstanden, also sieht das ganze doch nach einer längerfristigen Planung aus .
    Ich bin kein Gegner von Greta Thunberg das was sie in Bewegung gebracht hat ist schon in Ordnung aber ich bin ein Gegner von dem was aus solchen Menschen gemacht wird schließlich ist sie keine Heilige sonder hat mit ihrer jugendlichen Denke nur auf ein schon lange bestehendes Problem hingewiesen und schon kommen die Geier aus den Löchern gekrochen die ebenfalls ins Rampenlicht und an das große Geld wollen, wieder das Phänomen der Trittbrettfahrer.
    Sie hat jetzt genug wirbel gehabt nun sollen die Politiker mal ihre Arbeit machen und dieses kleine Mädchen sollte besser wieder zur Schule gehen.

  4. Prinzipiell gibt es an den Ansichten von Greta Thunberg ja nichts auszusetzen. Wie das Mädchen jetzt aber von einigen Gruppen vermarktet wird, ist schon grenzwertig. Wir leben in einer parlamentarischen Demokratie in der die politischen Entscheidungen von den gewählten Volksvertretern getroffen werden sollen und nicht von tendenziösen NGOs welche die Entscheidungsträger vor sich hertreiben.

    • “in der die politischen Entscheidungen von den gewählten Volksvertretern getroffen werden sollen” – SOLLEN ist vielleicht das Problem … “und nicht von tendenziösen NGOs” – was ist mit den tendenziösen Lobbys???

    • Und in dieser Demokratie herrscht noch immer die Meinungs-und Redefreiheit. Die Entscheidungsträger werden zu nichts gezwungen, Auch wenn es in Sachen Klima-und Umweltschutz längst 5 vor 12 ist. Dass sie ein 16 jähriges Mädchen auf die Missstände und die Gefahren im Umweltbereich aufmerksam machen muss,ist höchst blamabel. Die gewählten Volksvertreter sind gegen Industrie und Wirtschaft machtlos. Die sind exklusiv auf Wachstum fixiert. Und dieses Wachstum geht auf Kosten der Umwelt. Aber was schert uns hier, auf unserem Zuckerplätzchen, dass in Island und Grönland die Gletscher schmelzen. Und das nicht nur dort, auch in den Alpenländern Schweiz und Österreich. Dass diese Göre von Knapp 16 Jahren die Frechheit hat, uns Erwachsene in unserer Bequemlichkeit zu stören, ist aber Auch eune Unverschämtheit!

  5. Am Beispiel “Windmühlen”, also der Generatoren-Industrie, ist ersichtlich dass Klima-Schutz-/Anpassung sich nur mit Kapitalismus bewerkstelligen lässt: WIR BRAUCHEN MEHR WINDKRAFTWERKE ist die Forderung.
    Und das geht nicht ohne die Investition von ca. 1,2 Mio. EUR pro WKA, Wiederherstellung der Natur und Recycling nicht inbegriffen.

    • Und dann kommen die Naturschützer weil das WKA in der Flugschneise von irgend welchen Vögeln liegt, das Problem ist egal wie man versucht es zu lösen es gibt immer Pro und Contra.

  6. Klimawandel gab es schon bevor Menschen auf der Erde lebten. Wir sollten uns jetzt nicht so wichtig machen und tun als könnten wir den Klimawandel aufhalten.

  7. Wenn es zu einer Rezession kommt und massenhaft Arbeitsplätze abgebaut werden, wird das Thema “Klimaschutz” wohl ganz schnell uninteressant werden und die Leute werden sich auf wirklich wichtige Fragen konzentrieren.

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