Gerade ist in Trier zum 200. Geburtstag von Karl Marx eine große Statue enthüllt worden, da zieht man in Luxemburg nach: Auch auf dem Kirchberg steht (kurzzeitig) eine Marx-Statue – die aber nicht den berühmten Philosophen zeigt.

Am frühen Samstagmorgen hat das Künstlerkollektiv Richtung 22 sein eigenes Marx-Monument enthüllt – mitten im Kreisverkehr vor der Handelskammer auf Kirchberg. Gewidmet war es aber nicht Karl, sondern Claude Marx, Direktor der Luxemburger Finanzaufsichtsbehörde CSSF.

Das Künstlerkollektiv bezieht sich auf die mutmaßliche Verstrickung von Claude Marx in den globalen Finanzskandal, der unter dem Namen “Panama Papers” bekannt wurde, nachdem er 2016 von einem Journalistenkonsortium aufgedeckt wurde.

So hatte Claude Marx vor seiner Zeit bei der CSSF bei der Bank HSBC gearbeitet, wo er aktiv an der Eröffnung von Offshore-Konten mitgewirkt hatte. Die Süddeutsche Zeitung hatte Einsicht in Dokumente, die belegen, dass Marx langjähriger Geschäftspartner der panamaischen Kanzlei Mossack Fonseca war.

“Staatlicher Schutz für Finanzoligarchie”

Das Finanzministerium hielt aber weiter an seinem CSSF-Direktor fest, weil dieser nie Direktor oder Aktionär einer panamaischen Gesellschaft gewesen sei, hieß es vor rund einem Jahr.

Auf diese Rückendeckung durch die Politik zielt die Kritik von Richtung 22: “D’Finanzoligarchie gëtt duerch déi national lëtzebuergesch Gesetzgebunge virum Proletariat vun alle Länner geschützt”, heißt es in einer Mitteilung des Künstlerkollektivs, die mit dem Satz “Kapital vun alle Länner, vereeneg dech. (Zu Lëtzebuerg)” abschließt.

Die Statue hatte Richtung 22 in der Nacht zum Samstag aufgestellt. Bereits am Samstagnachmittag wurde sie von der Polizei entfernt.

Laut Richtung 22 war Claude Marx auch selbst auf den Kirchberg gekommen, um sein “Denkmal” zu begutachten.

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