Da haben wir aber nochmal Glück gehabt: The Donald will Grönland kaufen. Und nicht Luxemburg. Dabei sind wir doch hier ein wahres Dorado für Immobilienhaie wie Trump einer ist. Doch nur Grönland hat offensichtlich den erforderlichen Platz,  um die epochalen Projekte des stabilsten Genies aller Zeiten zu verwirklichen. Das Winzherzogtum  dagegen ist so lachhaft mickrig, dass man, selbst wenn man dessen Hauptstadt samt Speckgürtel zur Gänze unterplanierte, nicht einmal einen einzigen anständigen Golfplatz darin anlegen könnte. Von einem Trump-Tower, der so friggin’ big wäre, dass sein Schatten reihum Trier, Thionville und Arlon verdunkeln würde, ganz zu schweigen.

 Eine Kunst beherrscht Trump mit schlafwandlerischer Sicherheit: im Gespräch bleiben. Gerne mit rassistischem Dogwhistling zulasten von dunkelhäutigen Menschen aus aller Welt. Aber auch, wenn’s denn mal sein muss, mit hanebüchener Folklore à la „heute kaufen wir Grönland und morgen die ganze Welt“. Doch erstens funktioniert es – irgendwo finden sich z.B. immer ein paar Leitartikler, die sich tags darauf schnappatmend darüber echauffieren – und zweitens handelt es sich im vorliegenden Falle durchaus nicht um Folklore, denn im Jahre 1917 hat Dänemark bereits „Dänisch Westindien“, heute bekannt als „United States Virgin Islands“, für schlappe 25 Millionen Bucks an Washington verschachert.

Nur dass damals keiner was dabei fand, eine Kolonie mitsamt ihrer Bewohner zu verhökern, so, als ob Letztere Vieh wären. Nun ist Trump natürlich in keiner Weise an den 56.000 Grönländern interessiert. Die erwarten nämlich auch weiterhin die Vorteile eines modernen Sozialstaates skandinavischer Prägung mit Kranken- und Pensionsversicherung, Gratisschulen, Elternurlaub und all dem anderen kommunistischen Kokolores, welcher zwingend dazu führen wird, dass „failing Europe“, diese beklagenswerte „Bunch of Losers“, in nicht allzu ferner Zukunft definitiv vor Uncle Sam’s globalen Hegemonieansprüchen wird kapitulieren müssen. Im postbrexitären Winzbritannien kriegen wir schon bald einen Vorgeschmack davon, wie so was geht.

Nein, die Grönländer würde er nicht behalten wollen. Er würde sie vielmehr an seinen brasilianischen Kumpel Bolsonaro zu verhökern suchen, auf dass dieser sie als Plantagensklaven (in den USA selbst ist so was seit dem Bürgerkrieg ja leider nicht mehr erlaubt) bei der Vernichtung des amazonischen Regenwaldes Hand anlegen lasse. Damit würde das stabile Genie aus dem Weißen Haus dann gleich zwei Fliegen mit einem Streich erlegen: Der Kaufpreis für Grönland verringerte sich um den Erlös aus dem Eingeborenenverkauf, und die aus der Zerstörung des Urwaldes resultierende beschleunigte globale Erwärmung erlaubte es Trump – wg. rascher wegschmelzenden Eispanzers –, schneller an die grönländischen Rohstoffreserven zu gelangen. Ein wahres Genie halt!

15 Kommentare

  1. Bravo,ein wunderbarer Artikel und den berühmten Nagel auf den Kopf getroffen!Und die so schön ,,Uneinigen EU Staaten,, schlafen schön weiter!Gute Nacht Europa!

  2. Dass solch ein unberechenbarer Wirrkopf, der einen derart verantwortungsvollen Posten innehat, seines Amtes nicht enthoben werden kann und die Menschheit womöglich in eine Katastrophe führt, ist in diesem konkreten Fall, ein Nachteil der Demokratie.

  3. Öhm… US Virgin Islands… klar.. übrigens… äh… Alaska… ?

    Und jetzt ganz, ganz ernsthaft:

    “im Gespräch bleiben”
    Ja, weil sich die Medien (und übrigens auch oft genug das Tageblatt, siehe Gröndland-Story) auf seine Äußerungen auf Twatter stürzen. Wie wär’s mal mit jeden Tag einer Story darüber, wie er seinem Land still und heimlich schadet? Und damit mein ich nicht etwa nur Dinge wie das Ruinieren des diplomatischen Ansehens seines Landes.

    Damit meine ich ernsthafte Probleme: Zurückrollen von unzähligen Umweltbestimmungen, Besetzung von lebenslänglichen Richterposten mit absoluten (und sehr jungen!) Vollpfosten, Nichtbesetzen von Regierungsposten, Nichtbeschützen der Wahlen, Erpressung des guatemaltekischen Staates, Einpferchen von Asylantragsstellern, Trennen von Kindern von ihren Eltern ohne jegliche Chance auf Wiedervereinigung da es sich oft auch um Kleinkinder handelt und die Eltern ohne ihre Kinder zurückgeschickt werden, und und und!

    Soll ich Ihnen aus dem Buch von David Cay Johnston zitieren? Dort sind endlos viele konkrete Beispiele aufgezählt, die allesamt kaum Beachtung finden. Jeder einzelne Fall würde bei uns in Europa eine non-faschistische Regierung schwer beschädigen. Hören Sie auf den Unsinn auf Twitter zu beachten.

    Dank der idiotischen Birther-Kampagne konnte er nämlich beobachten, wie die Medien auf seine Äußerungen reagieren und setzt dies jetzt ein, um von seinen wirklichen Untaten abzulegen. Auch wenn er wohl all seine Diplome gekauft hat, ist der Typ hochintelligent bzw weiß wie er sich benehmen muss/kann. Mit Kellyanne Conway hat er zudem jemanden an Bord, der sehr genau weiß, wie ihr Kunde (sie ist Beraterin für unzählige Kampagnen gewesen und hat genug Erfahrung, auch wenn sämtliche vorherigen Kampagnen verloren gingen, und Trump ist nach wie vor ihr Kunde) sich benehmen muss.

    • Achja: auch ist die Gröndland-Geschichte eine Ablenkung davon, dass letzte Woche seine Regierung vor Gericht argumentiert hat, dass Flüchtlingskinder keine Betten und keine Seife brauchen.

      Das Argument hat das Gericht nicht akzeptiert, zukünftige Gerichte werden es jedoch tun, da sie dann mit mehr Trump-Jüngern besetzt sein werden. Alleine schon die Monstrosität dieser Argumentation vor Gericht müsste alle Seiten füllen. Nicht seine Textchen auf Twitter.

  4. Er sollte China kaufen, dann wären alle seine Probleme gelöst.
    Die Chinesen könnten ihm das Geld dafür leihen, wie sie es ja auch für alles andere tun.

  5. “Die erwarten nämlich auch weiterhin die Vorteile eines modernen Sozialstaates skandinavischer Prägung mit Kranken- und Pensionsversicherung, Gratisschulen, Elternurlaub und all dem anderen kommunistischen Kokolores, welcher zwingend dazu führen wird, dass „failing Europe“, diese beklagenswerte „Bunch of Losers“, in nicht allzu ferner Zukunft definitiv vor Uncle Sam’s globalen Hegemonieansprüchen wird kapitulieren müssen. Im postbrexitären Winzbritannien kriegen wir schon bald einen Vorgeschmack davon, wie so was geht.”

    Nunje, dass europa dem Untergang geweiht ist, so wie wir es kennen… Ist gewusst. Mit dem Aufmarsch der “3. Weltländer” die uns angrenzen (Ostblock etc.) geht uns die Arbeit und Luft aus. Gleich können wir die Plantagen in der Ukraine und yugoslavien betreiben (fals einer seine 2-zimmerwohnung nicht für 2,5 mio verhöckern will und nach indien umzieht)

    Mal schauen was die Staatschefs so meinen…
    Auf jeden Fall, wächst man besser in einem Entwicklungsland weiter auf als unterzugehen in einem Zivilisiertes!

Kommentieren Sie den Artikel


Please enter your comment!
Please enter your name here