Die Pläne des Transportsministeriums, die Riege der Radarfallen in Luxemburg zu vergrößern, werden konkreter.

Bereits im Februar 2017 hatte Verkehrsminister François Bausch (“déi gréng”) erklärt, dass die Regierung ein System analysiere, dass in anderen Ländern eingesetzt werde. Das System solle nicht wie die herkömmlichen Blitzer punktuell die Geschwindigkeit überwachen – sondern auf ganzen Abschnitten. Ins Auge fasste Bausch damals vor allem die Tunnels auf den Luxemburger Autobahnen. Dort wird der Verkehr kategorisch von Tempo 130 auf Tempo 90 herabgebremst. Und genauso kategorisch fahren viele Verkehrsteilnehmer doch schneller durch die Röhren.

Am vergangenen Dienstag erklärte Bausch im Parlament, dass Ende 2019 der erste Abschnittsradar losblitzen könne. Im Herbst soll eine Teststrecke eingerichtet werden. Das Ministerium bestätigt gegenüber dem Tageblatt den Plan. “Die Teststrecke ist ein vier Kilometer langer Streckenabschnitt von Waldhof in Richtung Gonderingen auf der N11”, sagt Sprecherin Dany Frank.

Das neue Radarsystem funktioniert so: Am ersten Kontrollpunkt kurz hinter dem “Waldhaff” fotografiert eine Kamera die Nummernschilder aller vorbeifahrenden Autos. Am zweiten Kontrollpunkt vor Gonderingen macht eine zweite Kamera erneut einen Schnappschuss von den Kennzeichen. Der Radarfallencomputer bekommt die Kennzeichendaten blitzschnell verschlüsselt per Funk oder Kabel zugeschickt. Das Gerät weiß dann genau, wie viel Zeit ein Auto für die vier Kilometer bis nach Gonderingen gebraucht hat – und kann die Durchschnittsgeschwindigkeit errechnen. “Ist die höher als die erlaubten 90 km/h, wird das Auto kurz hinter dem zweiten Kontrollpunkt von einer dritten Kamera geblitzt”, sagt Frank.

Sebastian Ramb vom Radarfallenhersteller Vitronic erklärt die Vorteile eines Wegstreckenblitzers: “Die Grundidee der Abschnittskontrolle ist, dass man nicht nur einzelne Gefahrenpunkte, sondern ganze Strecken befrieden kann.” Das Konzept würde “wunderbar” funktionieren und sei unter anderem bereits in Österreich und Großbritannien im Einsatz – in Deutschland ging diese Woche die erste Anlage in Betrieb.

N11-Blitzer bleibt, wenn der Test positiv ausfällt

Aber sind die Abschnittsmessungen narrensicher? Nicht ganz. Da nur die Durchschnittsgeschwindigkeit gemessen wird, nicht jedoch die tatsächlichen Höchstgeschwindigkeiten, könnten Autofahrer theoretisch in der ersten Hälfte der Strecke langsamer fahren und in der zweiten dann das Tempolimit brechen. Oder in der Mitte eine Pause einlegen – und dann nach Herzenslust losrasen. Und natürlich können Fahrzeuge auch zu schnell fahren und irgendwo vor der zweiten Kamera abbiegen. Aber: “Es hat sich in der Praxis herausgestellt, dass sich fast alle Verkehrsteilnehmer über die ganze überwachte Strecke an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten”, beschwichtigt Ramb.

Vitronic hat bereits die Radarfallen gebaut, die derzeit die Raser in Luxemburg punktuell blitzen. Ob das deutsche Unternehmen auch den Wegstreckenblitzer liefert, ist noch unklar. Auch, wie viele Abschnittsblitzer es geben wird – und wo. Nur so viel steht laut Dany Frank vom Verkehrsministerium schon jetzt fest: Falls der Test mit dem Wegstrecken-Radar auf der N11 positiv ausfalle, bleibe das System dort stehen.

 

26 Kommentare

    • Beim nächsten Versuch, ein Auto zu bedienen, bitte nicht so oft auf das rechte Pedal drücken. Das führt dazu, dass das Auto weniger beschleunigt. Ist ganz einfach. 🙂

    • Hallo Pingelechen, wou word dir esou lang, ech hu mir Suege gamach. Da passt alt op das se iech net emol kreien wann dir amgang sid iech iwert dei Aner ze iergeren

  1. Fiwat léist den Här Tansportminister nët en “Audit” machen fir d’ganzt Land mat Radaren ofzedecken?
    All Meter Autobunn, Hâptstoos, Niewestroos, Gaas a Saakgass, Feldwee a Bëschwee. Dann géng jo endlech kee méi onbetstrooft méi séier fueren wéi erlabt, an hien an sengesgléichen wären deck zefridden. Et wär sous-entendu dass Veloen an âner gréng Gefierer net betraff wären.

      • Eben just net!!! Déi meeschte Radaren stin op deenen onnéidechsten Platzen. E Beispill:
        Deen zu Gonnereng deen elo nach mat engem “Abschnitts”radar opgemotzt gëtt.

  2. Dir léif Raseren oder déi Leit déi sech “iwwerwaacht” fillen,dee Blödsinn lo ass nëmmen do well mir als Homo Demens net ëmstand sinn d’Reegelen anzehalen. Kascht vill Suen,awer rett och Liewen. Är Liewen?

    • Logesch a sënnvoll Reegelen hällt bal jidderen an. Mee déi topech an domm gréng Reegelen vun deenen hei riets ass nët. Iwregens ech sin keen Homo demens, a wëll vun Iech net als solchen tituléiert gin. Pakt Iech w.e.g.

  3. Eng aner nei Rendfei’echkeet vun eisem FB !

    Et get awer eng Leisung !
    Radar embarqué an banalisei’erten Auto’en.
    Dei’ Auto’en mussen och net vun Polizisten gefuhr ginn.
    De Chaufeur huet guer an glaat Naischt mat der Auswertung ze dinn !

  4. Datenschutz ass schon lang nët méi. Esou guer d’Piraten wëssen dat. Eis passéiert ët wéi a China. Also immer schön lächeln, soss gët ët keng Bonuspunkten un der Cactus Keess oder kee Kredit méi bei der Spuerkeess. Hun een Verdacht, den Fränz stécht mam Fränk zesummen, sie wëllen eis all op de Velo kréien, dann hun se herno keen Problem mam SUV duerch de Stau ze kommen.

  5. Horch, guck und greif: Abschnittsradars sind der nächste Schritt auf dem Weg zur Totalüberwachung des Menschen. Eine Totalüberwachung, die ich als Steuerzahler nicht gutheiße – aber Herr Bausch tut auch mit meinem Geld quasi alles, was Herr Hammelmann von der “Sécurité routière” in seinen Empörungsanfällen an Maßnahmen verlangt. Wie sinnvoll das Ganze dann dort ist, wo es umgesetzt wird, steht auf einem anderen Blatt. Denn ginge es wirklich um die Sicherheit, würde man zunächst einmal auf einem der allgemein als am gefährlichsten bekannten Landstraßen-Abschnitte ein Sektorradar-System installieren, z.B. auf der Strecke Saeul-Brouch, an der Gefällstrecke Angelsberg-Mersch oder der Baumallee zwischen Oetringen und Bous (dort stehen bislang Punktradars). Aber Waldhaff-Gonderingen? Ist dort so viel Schlimmes passiert seit dem auslösenden tödlichen Unfall 2016? Demnächst sollen die Autobahntunnels folgen: Gibt es dort etwa gravierende Unfälle, weil viele Leute dort mit 98 statt 90 km/h durchfahren? “Grober J-P.” trifft den Kern des Problems, wenn er fragt, was überhaupt ein “Raser” ist. Verkehr ist etwas Organisches, in dem man sich situativ unterschiedlich verhalten muss. Warum beschränkt sich die Diskussion immer nur auf den Faktor Geschwindigkeit? Natürlich muss es im gesetzlichen Rahmen Regeln geben, aber die Überwachung von deren Einhaltung darf nicht zu einem Korsett aus flächendeckenden Drohkulissen ausarten. Der freie Bürger wird jeden Tag ein Stück mehr zur Utopie.

  6. ich finde die ganze Überwachung der Verkehrsteilnehmer einfach zum Kotzen der Staat insbesondere Minister Bausch sucht immer nach neuen Möglichkeiten den Autofahrern das Geld aus der Tasche zu ziehen.
    Ich dachte immer wir leben in einem Großherzogtum mit demokratischer Verwaltung aber leider sieht es so aus das aus unserem schönen Ländchen ein Überwachungsstaat mit diktatorischen Wurzeln wird.
    Unsere Minister werden von unseren Steuergeldern bezahlt und haben nichts anderes zu tun als uns zum Dank zu bevormunden und wie kleine Kinder zu behandeln.
    Ich denke es wird an der Zeit mal eine Petition zu machen um unsere unfähigen Minister abzusetzen, es kann doch nicht sein das kleiner Staat wie Luxemburg sich von ein paar verknöcherten Weltverbesserer unterdrücken läßt so nach dem Motto ” BIG BROTHER IS WATCHING YOU “, wir leben im 21 ten Jahrhundert und sind keine Leib eignen wie im Mittelalter.
    Fortschritt hin oder her man muß die Bevölkerung fair behandeln, Raser und andere Verkehrsrowdies bekommt man nie in den Griff egal mit welchen Methoden es müssen immer nur andere darunter Leiden.

    • “ich finde die ganze Überwachung der Verkehrsteilnehmer einfach zum Kotzen der Staat”
      Ja, echt schlimm, dass Raserei nicht toleriert wird.

      “eine Petition zu machen um unsere unfähigen Minister abzusetzen”
      Bitte nicht das Petitionssystem mit überflüssigem Unsinn belasten, für den es gar nicht gedacht ist.
      Eine Mehrheit der Wähler hat sich diese Politik gewünscht. Eine Petition gegen sie und das nur wenige Monate nach der Wahl entspricht nicht den Resultaten der Wahlen.

      “Fortschritt hin oder her man muß die Bevölkerung fair behandeln”
      Richtig, und deswegen sollen Raser ja auch herausgefischt werden.

      “Raser und andere Verkehrsrowdies bekommt man nie in den Griff egal mit welchen Methoden es müssen immer nur andere darunter Leiden.”
      Und deswegen soll man Raser weiter rasen lassen und normale Benutzer des Straßenverkehrs noch mehr Gefahren aussetzen?
      Wer muss denn darunter leiden? Also ich bin schon an vielen Radargeräten überall in der Welt vorbeigefahren. Bisher ist mir noch nix passiert…

      Schönen Gruß nach St. Petersburg. Hoffentlich ist bei euch besseres Wetter.

      • Vielleicht haben sie meinen Kommentar nicht richtig verstanden, ich bin auch dafür das man die Verkehrsregeln und die angegeben Geschwindigkeiten einhält aber dafür muß doch nicht an jeder Ecke eine Radar stehen und wenn bei einigen Automobilisten oben im Kopf nichts vorhanden ist oder sie meinen sie könnten sich über alle Regeln hinwegsetzen dann sollte man ihnen einfach den Führerschein auf Lebenszeit abnehmen aber des wegen müssen ja nicht wieder alle die anderen darunter Leiden.
        Ich fahre seit fast fünfzig Jahren unfallfrei Auto und bin erst ein einziges mal geblitzt worden ( Autobahnende Hollerrischer Kirche ) und das nur weil ich mich dem fließenden Verkehr angepaßt habe mit 73 Km/h statt 70 Km/h macht gleich € 49,– ohne Punkte in meinen Augen ist das einfach nur Abzocke der Autofahrer. Aber gegen die Dummheit oder Borniertheit einiger Politiker kann man eben nichts machen.
        Ich wünschen allen Autofahrern und anderen Mitmenschen ein frohes Weihnachtsfest
        einen guten Rutsch ins neue Jahr und haltet euch von den Radargeräten fern.

      • Lieber KTG. Ich fahre seit mehr als 50 Jahren Auto und Motorrad auf allen 5 Kontinenten
        unserer (noch) schönen Welt. Während all dieser Zeit wurde ich 3X beim Übertreiben erwischt. 1X in Luxemburg (Schieren). Trotz Ihrer immer sarkastischeren Kommentare
        wünsche ich Ihnen schöne Feiertage.

  7. “Section control” heisst das Kind. Auch in Italien sind weite strecken des Autobahnnetzes auf diese Weise unter “Kontrolle”. Eine gute Idee, wer nicht hoeren kann muss fuehlen.

  8. Das Leitsystem z.B. in Lüttich gegenüber der Gare de Guillemeins finde ich gut. War mal etwas rasanter unterwegs als erlaubt, da in Verspätung, wurde über die Anzeige zur Vernunft gerufen, „le chauffeur de la voiture immatriculée ….. est prié de etc. „ war das peinlich, war Strafe genug. Als ich dann wieder in der Spur war haben sogar die Belgier die Daumen nach oben gezeigt.

  9. Hallo ihr Nichtraser, auf Straßen wo ein 90-er Schild steht dürft ihr auch mal mit 90 fahren, dort wo 70 geboten wird, darf man mit 70 fahren, innerorts mit 50 und nicht mit 70, leider schon zu oft erlebt, dass mit 70 auf der Strecke gefahren wird und innerorts dann auch, Radar wäre innerorts eher angebracht als außerhalb.

  10. Kann es sein, dass man in Gonderange in Richtung Waldhaff jetzt schon nach ca. 200 metern von hinten geblitzt wird um das neue Section Control oder ähnliches zu testen?
    Ich wurde dort jetzt 2 mal früh morgens mit knapp unter 90 kmh (Tacho und GPS) von hinten geblitzt, nie von vorne.

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