Jung, urban und ein bisschen verrückt – das ist offenbar das Image, das der CSV-Politiker Serge Wilmes vermitteln möchte. Deshalb hat sich der Spitzenkandidat für die Stadt Luxemburg für sein Kommunalwahlplakatfoto vor ein freshes Graffiti in Hollerich gestellt. Locker-flockig – und ganz ohne Krawatte – lehnt der Konservative da an der bunten Malerei.

“Stick” prangt hinter den Ziegeln hinter ihm in meterhohen Lettern. Damit ist es mit der unfreiwilligen Komik aber genug. Denn der Schöpfer des Graffiti-Kunstwerks findet es überhaupt nicht witzig, dass sein “Piece” auf den Wahlplakaten der Konservativen verewigt ist. “Na toll, das passiert, wenn man im öffentlichen Raum malt”, schreibt Graffiti-Künstler Yvlo Stick auf seiner Facebook-Seite. “Die CSV verwendet ohne mein Wissen mein Graffiti für ihre Wahlkampagne in Luxemburg-Stadt.”

 

Stick, der sich gegenüber den Medien noch nicht direkt geäußert hat, hatte das Gemälde vor einiger Zeit auf dem Gelände des alten Schlachthofs – ein Ort, an dem es laut delano.lu legal sein soll, die Wände zu verschönern – in Hollerich gemalt. Gegenüber der Medienseite deutet Stick an, dass er weder “öffentliches Drama” anzetteln, noch mit irgendeiner politischen Partei assoziiert werden wolle.

Auch Straßenkünstler haben Urheberrechte

Würde der Künstler rechtliche Schritte wegen einer Urheberrechtsverletzung einleiten, hätte er wohl keine schlechten Chancen. “Mein erster Eindruck ist, dass hier die Rechte des Künstlers verletzt werden”, sagt ein Rechtsexperte aus Luxemburg-Stadt gegenüber dem Tageblatt. “Das Kunstwerk wird für einen kommerziellen oder einen anderweitigen Zweck genutzt – auf jeden Fall nicht auf die Weise, wie es vom Künstler gedacht war.” Öffentlicher Raum oder nicht – im Prinzip sei dies das Gleiche, als wenn man einfach ungefragt das Foto eines Fotografen für seine Zwecke verwendet.

Inzwischen hat sich auch CSV-Mann Wilmes zum Vorfall geäußert. Er sagt, dass der alte Schlachthof die Vision von Start-up-Unternehmen und der Kreativ-Industrie sowie der “modernen, bunten und multikulturellen” Stadt wie kein anderes Gelände verkörpert. Das sei der Grund gewesen, warum er gerade dort die Fotos für seine Wahlplakate gemacht hat. Wilmes erklärt zudem, mit Stick gesprochen zu haben – was bei diesem Gespräch jedoch herauskam, verrät er nicht.

15 Kommentare

  1. die Mache ist ein Mix von BCBG und bisschen Hype, und kommt eh nicht an.
    Wieviel Doof traut man dem Wähler überhaupt noch zu?
    Will man wissen für was ein Kandidat steht, genügt ein Blick auf die Parteifarbe – besonders bei den konservativen Parteien. Der Rest ist Marketing.

  2. Vollen Tubak: Den Serge W. (Ween?) leet sech widder eng Mauer déi esou ee Knaschtpitty beschmiert huet, fir ze weisen wéi verkomm d’Stad ouni säi Clibbchen am Schäfferot ass. An dee Knaschtpitti mällt sech. Amplaatz datt en säin Dreck neess muss wech man an ee Protokoll kritt wéinst Vandalismus, well e lo och nach Goss? Ma dat ass jo voll de Pätter dat do. A ween botzt deem Serge Ween seng Jackett dann elo? Ech féiren se och gär mat mengem Gäertner sengem Tesla an d’Botzerei. Ma sécher dat!

    • @WW dein Horizont endet bei Ordnung und Protokollen. Leider gibt es Viele mit einem ähnlich kurzen Horizont, ergo, Beschränkung wie WW in Luxemburg. Müssen wir halt warten, Thee trinken bis die junge Generation die Mehrheit bildet. Schlürrfff, ahh!!!

  3. Dieses”Kunstwerk” steht ja im öffentlichen Raum, die Mauer wo es drauf gemalt ist gehört wem?….also ich sehe keine “Entwendung” in diesem Sinne……wenn jemand so eine Mauer beschmiert darf sich jeder davor stellen und ablichten lassen….meines erachtens nach. Eine Wahlpropaganda ist das jedoch meiner Meinung nach nur weil es als Plakat mit dem Zusatztext verwendet wird und das ist gestattet nehme ich an…chacun son mauvais goût, eben. deshalb werde ich den Menschen oder seine Partei aber noch lange nicht wählen…….

    • Ja, das ist gestattet. Aber nur wenn das aggebildete Kunstwerk nur einen unwesentlichen Teil eines Bildes ausmacht. Hier sind nur zwei Dinge auf dem Poster zu sehen: der Kandidat und das Kunstwerk, das er gebraucht, um sich zur Schau zu stellen.

    • Glücklicherweise ist ‘ihr Erachten’ komplett verschieden vom geltenden Gesetz.

      Ich verstehe überhaupt nicht, wieso noch jemand Parteien mit einem ‘C’ im Namen wählt, weniger als 1% gehen in die Kirche und über 60% der Kinder werden nicht mehr getauft.

  4. …J.C. Kemp …Si der ganz sécher dass Stad Lëtzebuerg de Graffiti-Künstler STICK beoptraagt huet dat dohin ze Sprayen….wat eng Mauer ass, wou Büroen vum Service des Sports dra sin ?

    Et gëtt e Konsens dass verschidden Graffiti kënnen ob bestëmmten Platzen am Aalen Schluechthaus gesprayt kënne gin, mais dass awer offiziell Schëlder vum Service des Sport, a Rollueden mat zou gesprayt gin, dat huet Stad Lëtzebuerg sécher net an Optrag gin !

    Dat huet näischt mat Konscht ze dinn, mais ass eng einfach Beschiedegung, sou och z. Bsp. wéi ganz kuerz Zäit nodeems d ‘Fassade vum Turnsall an der rue de l’abattoir nei gemaach gi war, alles besprayt wor (…vu wegen Konscht ! )
    Al Steierzueler hält méi Versteesdemech duerfir op wann Leit egal wat maachen, a sech esou zimlech iwwer alles ewech setzen, nom Prinzip ….oh dat wosst ech awer net !

    …iwweregens steet de Politiker op der Foto virun engem ëffentlechen Gebai ….oder ?

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