Luxemburg-Stadt

„Ich schäme mich für mein Land“: „Richtung 22“ und „Lëtz Rise Up“ bauen Führungen aus

Luxemburg soll sich seiner kolonialen Vergangenheit stellen und Verantwortung übernehmen. Das fordern das politische Künstlerkollektiv „Richtung 22“ und die Aktivistenorganisation „Lëtz Rise Up“. Um mehr Bewusstsein für das Thema zu schaffen, organisieren sie seit Juni Führungen durch Luxemburg-Stadt. Das Projekt stößt auf reges Interesse – und wurde um mehrere Wochen verlängert. Außerdem soll bald eine App Interessierten ermöglichen, auf eigene Faust in Luxemburgs Geschichte einzutauchen. 

Die ehemalige Apotheke am „Roude Pëtz“ am Ende der Grand-rue ist eine der Stationen der Führung „Lëtzebuerg dekoloniséieren!“

Die ehemalige Apotheke am „Roude Pëtz“ am Ende der Grand-rue ist eine der Stationen der Führung „Lëtzebuerg dekoloniséieren!“ Foto: Editpress/Didier Sylvestre

Versteckt hinter den dichten Bäumen des Stadtparks liegt die Villa Louvigny – einst für kurze Zeit die Zwischenstation von Amazonen. Amazonen? In Luxemburg? Im Februar 1900 fand hier eine Veranstaltung statt, bei der die „Amazonen von Dahomey“ dem Publikum vorgeführt wurden. „Dahomey“ ist das heutige Benin und die „kriegslüsternen Amazonen“ eine damalige Eliteeinheit von unabhängigen und starken Frauen, die hier in Europa wie exotische „Tiere“ vorgeführt wurden. Das erzählt Luc Lamesch einer kleinen Gruppe von sechs Leuten, die sich im Innenhof der Villa zu Beginn der Tour „Lëtzebuerg dekoloniséieren!“ am Sonntagmorgen um 11 Uhr versammelt hat. Er ist Mitglied des politischen Künstlerkollektivs „Richtung 22“, das gemeinsam mit der Aktivistenorganisation „Lëtz Rise Up“ die Führungen organisiert. 

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