BlannenheemEisiger Empfang für Verwaltungsrat vor Krisensitzung  

Blannenheem / Eisiger Empfang für Verwaltungsrat vor Krisensitzung  
Daumen runter: Die FLB-Verwaltungsratmitglieder Jempy Klein und Marianne Brosius-Kolber kommen beim „Blannenheem“ an Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

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Ins Dossier „Blannenheem“ kam am Samstag Bewegung: Der Verwaltungsrat der FLB („Fondation Lëtzebuerger Blannevereenegung“) saß mit der Direktion des Hauses lange zusammen, um über die von einem Zusammenschluss von Familienmitgliedern von Bewohnern erhobenen schweren Vorwürfe zu beraten. Mit Spannung darf das Resultat der Sitzung, die am Samstagnachmittag abgebrochen wurde und am Sonntagmorgen im kleineren Kreis fortgesetzt wurde, erwartet werden. Während den Hauptakteuren von den Familienangehörigen ein eisiger Empfang bereitet wurde, mobilisierte sich ein Teil des Personals für den in der Schusslinie stehenden Generaldirektor Jean-Paul Grün.  

Gegen 8.15 Uhr kamen die ersten Mitglieder des Verwaltungsrats am Samstag im „Blannenheem“ an. Die kleine Gruppe von Demonstranten und Gegendemonstranten hatte sich da schon in Stellung gebracht. Die einen zeigten mit dem Daumen nach unten, die anderen drückten auf Plakaten dem FLB-Generaldirektor ihre Unterstützung aus. Grün und die meisten Verwaltungsratsmitglieder vermieden den direkten Kontakt und das Gespräch mit ihren Kritikern. „Es war bizarr“, sagte Patrice Klepper-Boever, Mitinitiatorin des Protests, „sie haben sich quasi hereingeschlichen, um nicht mit uns reden zu müssen.“  

Der Zusammenschluss der Familien von Bewohnern hatte die aus seiner Sicht untragbaren Zustände im Blannenheem publik gemacht. Der Kernvorwurf an die Direktion des Hauses: Die Menschlichkeit, lange zentrales Element der Institution, sei völlig auf der Strecke geblieben. Das „Blannenheem“ gleiche inzwischen einem Gefängnis. Generaldirektor Jean-Paul Grün, die Zielscheibe der Kritik, bestritt die Vorwürfe und verwies auf die schwierige Zeit des Lockdowns und auf Verständnisprobleme.

Der FLB-Verwaltungsrat um Präsident Paul Ensch und die Direktion saßen bis in den Samstagnachmittag zusammen. Dem Verwaltungsrat gehören Politiker wie Marc Fischbach (CSV), Steinsels Bürgermeister Jempy Klein (LSAP), Fischbachs Ex-Bürgermeisterin Marianne Brosius-Kolber (CSV) und Merschs Ex-Bürgermeister Albert Henkel (DP) an. Außerdem im Gremium: Jean Straus (Vizepräsident), Marcel Urbé (Sekretär-Schatzmeister), Jeff Bentz, Henri Schuller und Pierre Weicherding (Mitglieder). Mit einem offiziellen Statement ist am Montag zu rechnen.  

Noch am Donnerstag hatte der Abgeordnete Marc Spautz (CSV) in Bezugnahme auf den Tageblatt-Artikel eine dringliche parlamentarische Anfrage an Familienministerin Corinne Cahen (DP) gestellt. Das Ministerium hatte sich zuvor auf „T“-Anfrage als „nicht kompetent“ in der Sache erklärt, da es sich bei der FLB um eine private Stiftung handele. Der Ball liege zunächst einmal beim Verwaltungsrat, so eine Sprecherin. Spautz möchte von Cahen wissen, ob dem Familienministerium Missstände im „Blannenheem“ zugetragen worden seien und falls ja, um welche es sich handele. Zudem fragt er, wie das Ministerium der Situation im Heim so schnell wie möglich entgegenzuwirken gedenke.

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„Blannenheem“ / Familien von Bewohnern erheben schwere Vorwürfe gegen Direktion: „Wie in einem Gefängnis“

„Blannenheem“ / Kein Kommentar vom Familienministerium, Ball liegt beim Verwaltungsrat

trotinette josy
8. Juni 2020 - 10.14

Spiessrutenlaufen für die Verwaltungsratsmitglieder. Selbst schuld! Die Alten nimmt doch keiner ernst.Sie sind eh ein auslaufendes Modell. Was zählt sind die Spesen. Traurig aber wahr!

Jemp
8. Juni 2020 - 0.04

Die Heimbewohner sind eher Geiseln und Mittel zum Zweck um bei der Pflegeversicherung richtig abzukassieren! Transparenz ist nicht gegeben und als Familienmitglied wird einem jede Kontrolle verweigert. Die Allgemeinheit zahlt, fertig. Wer, was, wie, das geht keinen was an.

de Schmatt
6. Juni 2020 - 19.58

Da gab es unter dem vormaligen Direktor bessere Zeiten, eine angenehme Atmosphäre insgesamt. Nicht jeder eignet sich, trotz Diplome, ein Alten-oder Pflegeheim zu leiten. Da sind vor allem Menschlichkeit und Fingerspitzengefühl gefragt.

Ferdy Köpp
6. Juni 2020 - 18.26

Herr Spautz sollte doch als ehemaliger Familien Minister wissen dass das Blannenheem eine private Stiftung ist. Herr Spautz sollte auch mal seinen dynamischen Parteikollegen Fischbach fragen wo der Schuh drückt, auch wenn dieser sich wieder ahnungslos gibt.

titi
6. Juni 2020 - 15.54

Der Verwaltungsrat: ausser Spesen nichts gewesen. Gehört von grundauf erneuert!