WHO

25. Juli 2012 12:38; Akt: 25.07.2012 12:52 Print

\"HIV- Medikamente resistenter"

Bei der Behandlung von HIV mit Medikamenten gibt es enorme Erfolge. Mehr als acht Millionen Menschen, die Hälfte aller Infizierten weltweit, nehmen inzwischen Medikamente ein, die die Vermehrung des Virus im Körper eindämmen.

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Die Vereinten Nationen streben an, bis 2015 mehr als 15 Millionen Infizierte behandeln zu können. (Bild: dpa)

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Die Vereinten Nationen streben an, bis 2015 mehr als 15 Millionen Infizierte behandeln zu können. Der Haken: Mit zunehmender Zahl von Behandlungen gebe es mehr Resistenzen gegen die Medikamente, sagt Silvia Bertagnolio von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa.

dpa: Wie entsteht eine Resistenz gegen HIV-Medikamente?

Bertagnolio: "Die Entstehung einer gewissen Zahl von Resistenzen ist nicht zu verhindern. Eine nicht optimale oder falsche Einnahme der Medikamente begünstigt die Entstehung. Das Virus entwickelt dann Mutationen, die resistent gegen die Medikamente machen. Wenn dieser Mensch dieses Virus dann weitergibt, gibt er auch die Mutation weiter. Es ist völlig klar, dass, wenn immer mehr Menschen therapiert werden, auch immer mehr die Medikamente nicht optimal einnehmen oder die Therapie abbrechen. Und desto wahrscheinlicher wird es dann auch, dass immer mehr Menschen einen resistenten Virus in sich tragen. Resistenz ist also eine unausweichliche Konsequenz der Verbreitung von HIV-Medikamenten."

dpa: Was passiert mit einem Patienten, dessen HI-Virus unempfindlich gegen ein Medikament geworden ist?

Bertagnolio: "Patienten, die gegen die üblichen Medikamente resistent sind, haben nur eine geringere Chance, auf die Therapie zu reagieren. Sie müssen dann zu teureren, oft toxischeren Medikamenten wechseln. Die Auswahl für Menschen in ärmeren Ländern ist aber limitiert, deswegen ist es sehr wichtig, dass die nationalen HIV-Programme sich noch mehr anstrengen, die langfristige Effizienz der vorhandenen Medikamente sicherzustellen."

dpa: Was muss passieren, damit die Verbreitung von Resistenzen nicht deutlich zunimmt?

Bertagnolio: "Mit dem immer besseren Zugang zu HIV-Medikamenten in Ländern mit geringem oder mittlerem Durchschnittseinkommen ist es sicher möglich, dass die Resistenzen weiter zunehmen. Deswegen müssen diese ganz genau überwacht werden. Außerdem sollten beispielsweise die Patienten dabei unterstützt werden, ihre Medikamente optimal einzunehmen."

(dpa/Tageblatt.lu)