In den USA ist eine regelrechte Hysterie um die Sicherheit der US-Athleten im russischen Sotschi ausgebrochen. Und der größte Affront, den die Russen den USA machen können: US-Geheimdienstagenten dürfen nicht nach Russland, heißt es am Dienstag bei Spiegel online. Anders als bei den letzten olympischen Spielen in China (2008), Italien (2006) und Griechenland (2004). Damals hatte das FBI je 100 Agenten dorthin beordert, so das Nachrichtenportal.

Nun hat das Pentagon der russischen Regierung „volle Unterstützung“ bei den Sicherheitsvorkehrungen für die Olympischen Winterspiele in Sotschi angeboten. US-Kommandeure in der Region seien dabei, Vorbereitungen für den Fall zu treffen, dass Hilfe angefordert werde, teilte Ministeriumssprecher John Kirby am Montag in Washington mit.
So stünden amerikanische Luft- und Marinekapazitäten, darunter zwei Schiffe im Schwarzen Meer, „für alle Eventualitäten“ zur Verfügung – „zur Unterstützung der russischen Regierung und in Konsultation mit dieser“. Derzeit lägen keine diesbezüglichen Anforderungen vor.

Sorgen bereiten die jüngsten Drohungen russischer Islamisten. Drei Wochen nach den Terroranschlägen in Wolgograd haben sie sich zu den Taten bekannt. Zugleich riefen sie zu Attentaten während der Spiele im Februar in Sotschi auf.

Russland selbst hat zehntausende Polizisten und Soldaten nach Sotschi abkommandiert. Sie sollen die Sicherheit der Athleten und Gäste garantieren. Weit mehr als 60 000 Uniformierte sind in Sotschi in Verteidigungsstellung. Kremlchef Wladimir Putin will in Sachen Sicherheit nichts dem Zufall überlassen. An der Küste sind auch U-Boote und Helikopter ständig einsatzbereit. Drohnen und Abwehrraketensysteme des Typs Panzir-S schützen den Luftraum.

Luxemburger Delegation informiert sich

Beim Luxemburger Olympischen Komitee COSL ist die Sicherheit der Delegation auch ein Thema, sagte uns COSL-Generalsekretärin Marlyse Pauly am Dienstag. Am Abend sei ein diesbezügliches Treffen der Delegation vorgesehen. Der Luxemburger Abordnung gehören fünf Personen an. Mit Langläufer Kari Peters nimmt nur ein Sportler an den Spielen teil. In Sotschi erwartet werden außerdem auch Großherzog Henri und Erbgroßherzog Guillaume.

Man gehe davon aus, dass die Gastgeberseite alles für die Sicherheit der Athleten unternehmen werde, sagt Pauly. Man stehe in ständigem Kontakt mit der Botschaft und dem Außenministerium. 100prozentige Sicherheit könne es ohnehin nie geben. Nein, eine private Sicherheitsfirma habe man nicht beauftragt, meint Pauly verschmitzt. Mehrere US-Athleten haben private Sicherheitsleute zum eigenen Schutz angeheuert.

Die verschärfte Sicherheitslage und die Dauerdiskussionen über die Olympischen Winterspiele in Sotschi haben indes Spuren hinterlassen. Zweieinhalb Wochen vor der Eröffnungsfeier am 7. Februar sind noch immer 30 Prozent aller Tickets zu haben, bestätigte das Organisationskomitee SOCOG am Dienstag. Doch nicht nur Sicherheitsbedenken auch hohe Reisekosten halten Touristen von einem Sotschi-Besuch ab.

lmo/dpa/Tageblatt.lu