Chris Philipps soll schon bald sein Debüt in der Profimannschaft der Lothringer feiern. Damit reiht er sich in eine lange Liste von luxemburgischen Fußballprofis in Diensten des FC Metz ein. Mario Mutsch war 2011 der letzte Luxemburger, der für die Lothringer auflief. Im Gegensatz zu seinem Teamkollegen aus der Nationalmannschaft wurde Philipps in Metz ausgebildet. Der Sprung vom Auszubildenden zum Profi gelang zuletzt Miralem Pjanic (2007) und Jeff Strasser (1993).

Seitdem ging es mit dem Traditionsverein sportlich stetig bergab und auch die luxemburgischen Zuschauer kamen nicht mehr in Scharen. Dies soll Chris Philipps nun ändern. Wie wichtig die Unterschrift des Luxemburgers den Verantwortlichen war, zeigt alleine die Präsenz fast aller Entscheidungsträger des FC Metz. Präsident Bernard Sérin bezeichnete die Vertragsunterschrift als „aboutissement et commencement“. „Er hat die mentale Stärke, das Potenzial und die Technik, um in die Fußstapfen eines Nico Braun oder eines Jeff Strasser zu treten. Mit ihm und anderen Talenten wollen wir zurück in die Ligue 1, denn dort gehören wir hin“, so Sérin am Donnerstag in Monnerich.

„Riesiges Entwicklungspotenzial“

Überraschend ist, dass Philipps zum Profi wird, bevor er überhaupt ein Spiel in der Nationale bestritten hat. Der belgische sportliche Leiter der Metzer, Dominique D’Onofrio, erklärt diese eher unorthodoxe Vorgehensweise wie folgt: „Für Chris ist es wichtig, seinen Schulabschluss zu machen. Er hat ein riesiges Entwicklungspotenzial, deshalb wird sich seine Eingliederung in die Profimannschaft von alleine ergeben.“

Während der Verhandlungen erwies sich der ehemalige Metzer Roby Langers als wertvoller Berater. Nicht im klassischen Sinn, denn der ehemalige Profi hat kein Geld mit der Vertragsunterschrift verdient. Chris Philipps zeigt sich demnach auch sehr dankbar für diese prominente Unterstützung. „Er hat nicht im eigenen Interesse gehandelt, sondern wollte immer das Beste für mich. Ich bin froh, dass er die letzten Monate an meiner Seite war.“

Überraschend kam die Vertragsunterschrift nicht. Es ist eher die Dauer, die erstaunt. Ob eine Ausstiegsklausel festgehalten wurde, wollte Philipps am Donnerstag nicht verraten: „Fünf Jahre sind eine Absicherung für mich und für den Verein. Es ist aber auch ein Zeichen, dass ich mich dort wohlfühle. Aber jeder Fußballer hat Träume. Wenn ich es irgendwann zu einem besseren Klub schaffen sollte, wäre der FC Metz bestimmt nicht unglücklich.“

Rückt Jans nach?

Gegen einen weiteren Luxemburger an seiner Seite hätte Philipps wahrlich nichts einzuwenden. Fola-Spieler Laurent Jans ist den Metzern auch schon ins Auge gesprungen. „Wir entdecken ihn nach und nach. Trotz seiner geringen Erfahrung zeigt er gute Leistungen auf internationalem Niveau. Ein interessanter Spieler“, erklärte der Metzer Chefscout Philippe Gaillot.

Philipps selbst würde es seinem Zimmerkollegen aus der Nationalmannschaft gönnen: „Laurent hat zuletzt gezeigt, dass er es drauf hat. Das bleibt auch Metz nicht verborgen. Er arbeitet sehr hart an sich. Wenn man einen wie ihn haben kann, sollte man zugreifen“, so die klare Aussage von Philipps.

Am Donnerstagabend wurde ein richtungsweisendes Zeichen für den Luxemburger Fußball gesetzt. Zur Erinnerung: Vor einem Jahr konnte Nationaltrainer Luc Holtz nur auf einen Profi zurückgreifen, mittlerweile sind es vier und weitere könnten in den nächsten Monaten folgen. Maurice Deville steht vor dem Sprung in die professionelle 2. oder 3. deutsche Bundesliga, David Caiado (Stara Sagora/1. bulgarische Liga) könnte bald die luxemburgische Staatsangehörigkeit erlangen und mit Mika Pinto befindet sich ein weiteres Toptalent bei Sporting Lissabon B in der zweiten portugiesischen Liga.

Dan Elvinger/Tageblatt.lu