30. April 2015 13:28;Akt: 30.04.2015 14:35

Der Luxemburger Biene geht es schlecht

MASSENSTERBEN

Die Berichte von Imkern in Luxemburg sind alamierend. Sie rechnen mit einem Bienensterben von bis zu 100 Prozent. Schuld sollen Pestizide in der Landwirtschaft sein.

Die Bienen sterben durch Pestizide. (Bild: AFP)

"Bei den Bienen sieht es in diesem Jahr sehr schlecht aus. In Luxemburg rechnet man zwischen 20 bis 100 Prozent Verluste. Viele kleine Imker haben keine Bienen mehr," erklärt Imker Michel Collette am Donnerstagmorgen auf einer Pressekonferenz von "natur&ëmwelt" und Greenpeace.

Noch gibt es keine offiziellen Zahlen, da die jährliche Zählung der Honigbienen noch nicht abgeschlossen sind. Die Berichte von Imkern aus Luxemburg sind aber "alarmierend", heißt es auf der Pressekonferenz. "Ich bin seit über 50 Jahren Imker, aber ein Bienensterben wie in den letzten Jahren habe ich noch nie erlebt. Es gibt keine Brut und die Beuten (Bienenkiste) sind einfach leer." Collette spricht von dramatischen Verlusten bei seinen Bienenvölkern über Winter.

Rote Liste

Lea Bonblet ist Biologin bei "natur&ëmwelt". Sie warnt vor weitreichenden Auswirkungen: "Laut der aktuellen Europäischen Roten Liste der Bienen sind 9,2 Prozent der 1.965 Wildbienen vom Aussterben bedroht. Dieser Trend wird weitreichende Auswirkungen haben, denn Wildbienen spielen bei der Bestäubung vieler Kulturpflanzen und Wildblumen eine Schlüsselrolle".

Wissenschaftler in der Europäischen Union machen inzwischen den Einsatz bestimmter Pestizide für das Bienensterben verantwortlich. Im Kampf gegen das Bienensterben will die EU die Wirkung umstrittener Pestizide erneut unter die Lupe nehmen. Bis Ende Mai sollten neue wissenschaftliche Ergebnisse zu sogenannten Neonicotinoiden gesammelt werden. Eine Studie des Wissenschaftsnetzwerks Easac kommt zu dem Schluss, dass die Nervengifte Honigbienen, aber auch anderen wichtigen Insekten erheblich schaden können.

Giftige Wirkstoffe

Eine Gruppe von Wissenschaftlern sichtete für den neuen Bericht mehr als 100 Studien. Es gebe mehr und mehr Hinweise darauf, dass der Einsatz dieser Wirkstoffe Folgen für eine Reihe von Organismen im Ökosystem habe, berichtete Easac, ein Verbund von Nationalakademien in Europa. Beispiele seien Hummeln, aber auch Wespen, Käfer oder Regenwürmer.

Die EU hatte den Gebrauch von Neonicotinoiden (Insektiziden) 2013 erheblich eingeschränkt, gleichzeitig aber einen neuen wissenschaftlichen Überblick für dieses Jahr versprochen. Das Verbot galt allerdings zunächst nur zwei Jahre. Die Natur- und Umweltorganisationen aus Luxemburg fordern beim Thema Pestizide weitreichendere Maßnahmen.

Lesen Sie auch:

Bienenstreit in Luxemburg

Ein Bienenberater für Luxemburg

Tageblatt.lu

Zum Thema
  • Claus Lauman am 03.05.2015 13:04 Report Diesen Beitrag melden

    Wie hoch waren denn die Völkerverluste im letzten Jahr? Wurden da mehr oder weniger Pestizide eingesetzt? Und wie genau soll z.B. ein Mittel, das gegen Unkräuter wirkt, Bienen schädigen? Würden die Hersteller es dann nicht auch als Insektenvertilgunsmittel verkaufen?

  • Lucas am 01.05.2015 12:14 Report Diesen Beitrag melden

    Am Drénkwaaser an an der Alimentatioun, fënnt een nëmmen déi Stoffer, no deenen och gezilt gesicht gëtt, resp. muss gesicht ginn. All deen aner Knascht gëtt ouni eist Wëssen am Kierper verstoffwiesselt. Naturfrënn fält op, mindestens all zwee Méint ass de Bauer mat iergend enger chemescher Keul op de Felder ënnerwee. Verschidde Méint, nach méi oft. Wou Detailer fannen vum legalen Asaz vun de Mëttelen? Beim Agrarministère? Wee ka weiderhëllefen? Wee beréit d'Baueren an d'Wënzer? Wee kontrolléiert se? A wéi?

    • Claude Schiltz am 02.05.2015 09:31 Report Diesen Beitrag melden

      Antwort an Lucas: Hei rannt dir d'Lescht von den zu Letzebuerg zougeloossenen Produkten, an bei Baal allen steet an der Beschreibung: "schädlich f!ur Wasserorganismen", von mir sin keen Waasserorganismus, maus Bestien zu iwwer 85 % aus Wasser, daut ging mir schon zu denken hin… https://saturn.etat.lu/tapes/tapes_de_lst_pdt.jsp?sel=_

    einklappen einklappen
  • Nomi am 01.05.2015 10:34 Report Diesen Beitrag melden

    Weini get de Mensch endlech mei' schlau. Beiestiewen, Autismus, Altzheimer, Parkinson, Asthma, Allergien, alles rezent akuut Problemer dei' mat Herbiziden, Pestiziden an Geentechnik eng enorm Expansio'un kritt hun. De Mensch muss sech rem vill mei' vir d'Natur an mat der Natur astellen soss stieft de Mensch aus!

    • Leisen-Glesener Sylvie am 01.05.2015 12:22 Report Diesen Beitrag melden

      All des Problemer hun mat enger Schwéiermetalbelaaschtung an mat Herbiziden ze din. Générelle Begëftung. An d'Lobby deei eis Länner an d'EU steiert wees daat ganz genee. Follow the Money - soumat stéisst een ob Déi, déi sech d'Täschen fëllen an net noh der Natur an dem Mënsch kukken.

    einklappen einklappen