Importe

20. August 2012 14:05; Akt: 20.08.2012 15:50 Print

Belgien und Deutschland HauptpartnerBelgien und Deutschland Hauptpartner

LUXEMBURG – Das Großherzogtum exportiert vor allem Dienstleistungen. Aber es werden auch viele Waren und Serviceleistungen nach Luxemburg eingeführt, allen voran aus Deutschland und Belgien.

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Der Bankenplatz spielt eine große Rolle in der luxemburgischen Wirtschaft - auch bei den Importen und Exporten. (Bild: Tageblatt-Archiv)

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Das Großherzogtum importiert viele Waren, weil es in unserem Land an natürlichen Ressourcen mangelt. Aber durch die guten Resultate der Exporte, unter anderem von Dienstleistungen, wurden die Ausgaben der Importe bisher immer kompensiert.

In den letzten 50 Jahren hat sich die luxemburgische Wirtschaft erheblich verändert. Wurden früher noch mehr Waren ein- und ausgeführt, so sind es jetzt Dienstleistungen jeglicher Art. Der deutsche Nachbar liegt vorne, was den Import von Dienstleistungen betrifft, vor der Schweiz, Großbritannien, Frankreich und Belgien. Beim Warenimport jedoch liegt Belgien an erster Stelle.

Immer mehr Dienstleistungen

Weltweit stellen seit 50 Jahren die Warenexporte etwa drei Viertel des internationalen Handels dar. Auch in Luxemburg wurden 1960 mehr Waren als Dienstleistungen importiert. Seit dem Ende der 70er Jahre stellt man in Luxemburg aber eine Verschiebung zugunsten der Dienstleistungen fest. Grund hierfür ist, der Statec zufolge, das Ende der Blütezeit der luxemburgischen Stahlproduktion und die rasante Entwicklung des Finanzplatzes. Im Jahre 1988 war der Anteil der Dienstleistungen im internationalen Handel Luxemburgs schon auf 30 Prozent angestiegen. Seit 1999 zum Beispiel hat der Wert der Importe von Dienstleistungen jenen der Waren überholt. Heutzutage repräsentieren die Dienstleistungen etwa 70 Prozent der Handelsbilanz. Bei unseren Nachbarländern teilen sich die Importe auf 80 Prozent Waren und nur 20 Prozent Dienstleistungen auf.

Bei den Importen spielt der Finanzbereich eine große Rolle. 2010 waren mehr als die Hälfte aller eingeführten Serviceleistungen Finanzdienstleistungen, so der Statec. Etwa 90 davon standen in direktem Zusammenhang mit den sogenannten OPC (Organismus für gemeinsame Anlagen).

Mehr Kaufkraft = Mehr Importe

Auch bei den Waren gab es in den letzten 50 Jahren Verschiebungen. Früher stellten die Energien mit etwa 40 Prozent den größten Teil der Importe dar. In den 70ern und 80ern waren es durch die Stahlindustrie vor allem sogenannte Vorprodukte, die nach Luxemburg kamen. Heute sind es vor allem Investitionsgüter und Transportmaterial (Autos, LKW, Flugzeuge, Züge …), die importiert werden. Sie stellen inzwischen 30 Prozent der Importe dar. 1960 waren es nur 16 Prozent. Ein Grund für die Einfuhr von diesen Gütern sei die Erhöhung des Lebensstandards, erörtert der Statec.

In den 70ern betrug der Anteil der Energien (Öl, Gas …) noch 20 Prozent, durch den Untergang der Stahlproduktion sank der Anteil Mitte der 80er jedoch auf 10 Prozent. 2010 waren 12 Prozent der Importe Energieprodukte. Das Erdöl stellte 9 Prozent dar.

Ohne Überraschung sind die Nachbarländer Luxemburgs die Haupthandelspartner. Während der letzten 50 Jahre haben Deutschland und Belgien zusammen etwa zwei Drittel der Importe Luxemburgs gewährleistet. Belgien ist in diesem Zusammenhang der Hauptpartner des Großherzogtums. Viele Generalvertretungen in Belgien liefern auch nach Luxemburg. Ein Großteil, des in Luxemburg benötigten Erdöls wird via Antwerpen aus Belgien nach Luxemburg geliefert. Bei den Dienstleistungen ist jedoch Deutschland der Hauptansprechpartner Luxemburgs. Etwa 14 Prozent der Serviceleistungen werden von deutschen Unternehmen durchgeführt.

(rh/Tageblatt.lu)