11. Mai 2015 21:24;Akt: 11.05.2015 21:34

Jagd nach den besten Argumenten

PETITIONSHEARING

Die Petition gegen ein einjähriges Jagdverbot auf den Fuchs erreichte über 10.000 Unterschriften. Beim Petitionshearing am Montag wurde die Jagd auf die besten Argumente eröffnet.

Die Befürworter der Fuchsjagd erkämpften ein Hearing. (Bild: Herve Montaigu)

Mit 10.327 Unterschriften war die am Montag in einem öffentlichen Hearing diskutierte Petition gegen ein einjähriges Jagdverbot auf den Fuchs die Petition, die bislang mit Abstand die meisten Unterschriften trug. Drei der sechs Petitionen, die im Rahmen der neuen, öffentlichen Petitionsprozedur die notwendige Zahl von 4.500 Unterschriften erhielten, kamen übrigens aus dem Bereich Tierschutz, wie Parlamentspräsident Mars di Bartolomeo in seiner Einleitung bemerkte.

Wobei der Begriff „Tierschutz“ bei der Petition mit der Nummer 483 allerdings sehr relativ zu sehen ist. Auch wenn eines der Argumente der FSHCL (Fédération Saint Hubert Club Luxembourg) am Montag war, kranke Tiere würden ohne die Jäger qualvoll verenden Für kranke Tiere mag der Schuss aus einer Jagdflinte tatsächlich wie eine Erlösung sein, für gesunde Tiere sieht es aber doch etwas anders aus. Zentrales Argument für die Bejagung, das getern immer wieder vorgebracht wurde, war die starke Zunahme der Fuchs-Population, wenn es bei dem seit 1. April geltenden Jagdverbot bleibt. Die Population werde sich verfünffachen, warnte Präsident Georges Jacobs. „In den vergangenen Wochen war immer von einer Verdreifachung die Rede. Die Jäger sollen jetzt endlich einmal belegbare Zahlen bringen“, konterte Staatsekretär Camille Gira, Das wirke „alles nicht seriös“.

Unbeantwortete Fragen

Weiteres - bekanntes Argument -, die Gefahr der Verbreitung des Fuchsbandwurm, der potenziell tödlich für den Mensch ist. Das Risiko sei in den letzten Jahren um den Faktor zehn gestiegen, so Jacobs, der von acht angesteckten Personen in Luxemburg spricht. Wieder Streit. Laut Gira sind zwei Fälle belegt, keiner der tödlich verlaufen ist. In Deutschland habe es im letzten zwei Tote durch eine Fuchsbandinfektion gegeben, die Zahl der Toten durch Jagdunfälle habe bei 40 gelegen.

Zahlen als Argumente. Doch kaum eine ist wirklich belegbar. Bekannt sind nur die Abschusszahlen. Aber wie hoch ist der Fuchsbestand überhaupt in Luxemburg? Es gibt keine Studie über den Impakt der Jagd auf die Fuchspopulation. Es gibt auch keinen Fuchskataster, wie etwa in anderen Ländern. Ob denn so eine Kataster kommen werde? Die Frage des Abgeordneten Roger Negri (LSAP) bleibt unbeantwortet.

Unbeantwortet bleibt auch die Frage von Martine Hansen (CSV), ob denn wenigsten in „Natura 2000“-Zonen der Fuchs gejagt werden dürfe, will sie wissen. Abgeschreckt hat sie ein neues, von Wim Knol vorgebrachtes Argument. Knol, der für den Jägerverband als „Experte“ mit in der Runde sitzt, berichtet von einem zeitweisen Verbot der Fuchsjagd zwischen 2002 und 2006 in den Niederlanden. Die Zahl der Bodenbrüter (Vögel) habe in diesen Jahren stark abgenommen.

Am Ende des Hearings scheint klar; das Reglement, das Jagdverbot für den Fuchs, das für ein Jahr gilt, wird wohl bleiben. Und auch die Jäger scheinen sich damit irgendwie abgefunden zu haben, wie einer ihrer Vertreter, durchblicken lässt, als er ein Verbot im nächsten Jahr als inakzeptabel bezeichnet.

Léon Marx

  • Marc am 13.05.2015 12:51 Report Diesen Beitrag melden

    Dat beschtent Argument as emmer d'Uerdnung vun an duerch d'Natur. Déi menschlech Agreff sinn esou wéid wéi nemmen méijlesch ze vermeiden

    • Di Escher am 13.05.2015 13:28 Report Diesen Beitrag melden

      Dann müssen Sie aber auch Antibiotika, Insulin und Chemotherapien abschaffen. Die sind nämlich auch gegen die "Ordnung von und durch die Natur".

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  • Albert Hidding am 12.05.2015 22:31 Report Diesen Beitrag melden

    There is no report that shows a decline in numbers of groundbreeders between 2002 and 2006 in the Netherlands. In fact, there is a scientific report that shows that the fox has no negative effect on ground breeders numbers. Get your fact straight experts!

  • Di Escher am 12.05.2015 21:30 Report Diesen Beitrag melden

    Der aggressive Aktionismus gegen Jäger hat nichts mit Tierschutz und Fürsorge für Füchse zu tun, sondern mit grüner Angst. Nach der Machtübernahme im Umweltministerium muss Gira nämlich bei seinen Jagdgegnerfreunden "liefern", bevor diese wieder mit der Ankündigung einer Parteigründung für Hektik in der grünen Parteizentrale sorgen, entsprächen die Zielgruppen einer solchen "Tierschutzpartei" - neben den üblichen Protestwählern Veganer, Radikaloekos, "Muppefrenn" usw - doch auch der grünen Stammwählerschaft. Jede Stimme für eine Tierschutzpartei 2018 wäre eine Stimme weniger für die Grünen.