Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin, der im kommenden März den erneuten Wechsel ins Präsidentenamt anstrebt, hat sich am Montag zu bester Sendezeit auf den drei großen nationalen Fernsehkanälen als Garant der Stabilität präsentiert.

Putin bezeichnete sich als der am härtesten arbeitende russische Staatslenker seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Damit stellte er sich über die in Russland noch immer hoch angesehenen Sowjet-Führer Josef Stalin und Nikita Chruschtschow.

Das in dem landesweit ausgestrahlten Interview zur Schau gestellte Selbstbewusstsein war selbst für einen Mann wie Putin, der für seine Bescheidenheit in eigener Sache bekannt ist, bemerkenswert. Die Staatsführer der Sowjet-Ära seien physisch nicht in der Lage und nicht gewillt gewesen, das Land auf die Art zu führen, wie er es tue, sagte Putin den Chefs der drei Nationalen Fernsehsender, die mit ihm sprachen.

Vergleich mit Roosevelt und de Gaulle

Auch US-Präsident Franklin D. Roosevelt oder der französische Staatschef Charles de Gaulle hätten sich nicht auf zwei Amtszeiten beschränkt, sagte Putin weiter, der im September angekündigt hatte, nach seiner Amtszeit von 2000 bis 2008 erneut das höchste Staatsamt anzustreben. Putin hielt sich zugute, das Blutvergiessen im Kaukasus eingedämmt sowie gegen “Kriminalität und Terrorismus” vorgegangen zu sein.

Als er auf seinen Vorschlag angesprochen wurde, mit Nachbarstaaten eine Eurasiatische Union anzustreben, reagierte Putin empfindlich. Wenn Russland eine solche Union anstrebe, so sei das nicht gleichbedeutend mit einer “Wiederherstellung der Sowjetunion”.

Sowohl die Europäische Union als auch die Vereinigten Staaten von Amerika hätten ein hohes Mass an Integration erreicht, sagte Putin. So sehe er nicht, warum das im Falle Russlands als “imperialistisches” Vorhaben gewertet werden solle.

Bestimmten Kritikern empfehle er, sie sollten vor ihrer Haustüre kehren, fügte Putin hinzu. “Bekämpft die Inflation, die Schulden, die Fettleibigkeit.”

dapd