Das Hochschulministerium hatte Ende April eine TNS-ILRES-Umfrage veröffentlicht. Thema: “Wer ist der Student aus Luxemburg”. Fragen wie Studien- und Lebenskosten, Zufriedenheit, Studienplatz und Sprachumfeld wurden gestellt. Fazit: Dem Luxemburger Student geht es eigentlich gut, er kann mit einem Stipendium leben und zieht die deutsche Sprache vor.

Fünf Monate später meldet sich jetzt am Donnerstag die Studentenvertretung Acel zu Wort und will mit einer eigenen Analyse der Umfrage zahlreiche Punkte widerlegen und stellt Forderungen. Die Acel spricht von fehlerhaften Messwerten und einer Verzerrung der Ergebnisse in der Umfrage. Sie stört besonders die Aussage, dass “aufgrund des Stipendiums und des Darlehens jeder in Luxemburg ansässige Schüler die Möglichkeit hat zu studieren”.

Nebenjob

Hier wurden nur nur Personen befragt, die bereits studieren. Schüler, die aus finanziellen Gründen nicht studieren können, kommen in der Umfrage nicht vor, so eine Kritik. Die Acel spricht von einer Minusrechnung. 57 Prozent der befragten Studenten haben demnach am Ende des Monats kein Geld mehr übrig. 24 Prozent der befragten Studenten müssten einem Nebenjob nachgehen um ihr Studium zu finanzieren. Ohne regelmäßige finanzieller Unterstützung durch die Eltern seien es sogar bis zu 41 Prozent.

Laut der Umfrage seien es besonders die Studenten in Luxemburg, die nebenbei jobben müssten. “Dieses eher unerwartete Resultat lässt sich dadurch erklären, dass viele Studenten hier in Luxemburg noch zu Hause wohnen und von den Elten nur durch Sachleistungen wie Unterkunft und Verpflegung unterstützt werden. Das Basistipendium reicht dabei nicht immer aus um die anderen studienbezogenen Kosten wie Bücher oder Material zu decken, was die Studenten dann dazu zwingt zu arbeiten, heißt es in der Acel-Analyse.

Sie sprechen von einer sozialen Ungleichheit. Die Gehaltsklassen für die Studentenzuschüsse reichen nicht aus, heißt es. Die Acel stellt Forderungen: Unter anderem sollten die Sozialstipendien aus den Einkommenskategorien unter 2,5 Mal den Mindestlohn um 50 Prozent erhöht werden. Familienstipendien sollten von 500 auf 1000 Euro steigen.

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