Nachdem das Statec am Donnerstag bekannt gegeben hatte, dass die Kaufpreise für Appartements um über vier Prozent in einem Jahr gestiegen waren, kamen am Freitag vom „Observatoire de l’habitat“ noch wesentlich schockierendere Nachrichten für die Mieter im Großherzogtum.

Zwischen dem ersten Quartal 2012 und dem ersten Quartal 2013 erhöhten sich die Mietpreise um ganze 8,07 Prozent und damit rund dreimal so stark wie das durchschnittliche Preisniveau im Land. Auch für die Mieter von Einfamilienhäusern sind die Nachrichten vom „Observatoire“ schlecht. Die Mietpreise für diese Gebäude stiegen mit fast sechs Prozent ebenfalls extrem stark an.
Lag der Mietpreis pro Quadratmeter im ersten Quartal 2012 noch bei 16,11 Euro monatlich für Appartements, so waren es ein Jahr später schon 17,27 Euro.

14 Prozent im Zentrum

Ähnlich sieht es bei den Einfamilienhäusern aus. Ihre monatliche Quadratmetermiete stieg von 11,55 auf 12,19 Euro. Eine regelrechte Preisexplosion gab es bei Wohnungen mit nur einem Schlafzimmer. Ihre Mietpreise stiegen im Schnitt um 9,12 Prozent. Bei der Mietpreisentwicklung gibt es aber enorme regionale Unterschiede. Verteuerten sich Appartements im südlichen Zentrum und rund um die Stadt Luxemburg um geschlagene 14,10 Prozent, so gingen die Mietpreise im Osten sogar zurück. Dort fielen sie um 9,35 Prozent.

Im Süden des Landes stiegen die Mieten für Einfamilienhäuser sogar um 16,2 Prozent und sind damit trauriger Spitzenreiter im Großherzogtum. Die durchschnittlichen Mietpreise für Appartements erhöhten sich mit einem Zuwachs von 0,21 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2012 hingegen kaum. Für ein Appartement in der Hauptstadt musste der Mieter im ersten Quartal 1.476 Euro pro Monat hinlegen, für ein Einfamilienhaus waren es 2.893 Euro.

Im Durchschnitt kostete ein Appartement 1.134, ein Einfamilienhaus 2.187 Euro Miete. Schuld an den steigenden Preisen dürfte vor allem der Rückgang an freiem Wohnraum sein. Im ersten Quartal gab es gut 20 Prozent weniger Angebot an Appartements als noch ein Jahr zuvor.

(Stefan Osorio-König / Tageblatt.lu)