In einer Live-Übertragung des Senders CNN-Türk war zu sehen, wie Frauen, Kinder und Männer am Freitag zu Fuß mit wenigen Habseligkeiten die Grenze in der Region Suruc passierten. CNN-Türk berichtete, der Übertritt sei von der türkischen Seite genehmigt worden. Zuvor war es an der Grenze zu Tumulten gekommen. Auf TV-Bildern war zu sehen, wie türkische Sicherheitskräfte Tränengas und Wasserwerfer einsetzten.

Tausende Menschen hatten nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Dogan seit Donnerstag an der Grenze ausgeharrt. Sie waren aus Angst vor Massakern der anrückenden Extremisten geflohen. Diese haben in der Region inzwischen mindestens 24 vor allem von Kurden bewohnte Dörfer eingenommen.

1,2 Millionen Flüchtlinge bisher

Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hatte am Donnerstagabend Medienberichten zufolge gesagt, die Türkei werde den Flüchtlingen auf der syrischen Seite der Grenze helfen. In der Türkei halten sich nach Regierungsangaben bereits 1,2 Millionen Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien auf.

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat im Norden Syriens drei weitere vor allem von Kurden bewohnte Dörfer erobert. Die Orte liegen westlich der Stadt Ain al-Arab an der Grenze zur Türkei, wie die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Freitag berichtete. Bei Kämpfen zwischen Kurden und Dschihadisten habe es zuvor Tote auf beiden Seiten gegeben. Bereits am Donnerstag hatten die Extremisten rund um Ain al-Arab 21 Dörfer eingenommen und eine neue Flüchtlingswelle ausgelöst. Die Orte gehören zu einer Enklave, die bisher von kurdischen Volksschutzeinheiten kontrolliert wird. Diese stehen der türkische Arbeiterpartei PKK nahe.

AFP/dpa/Tageblatt.lu