Mit einer bewegenden Trauerrede hat Frankreichs Staatschef François Hollande Abschied von den 130 Todesopfern der Anschläge von Paris genommen. “Frankreich werde nicht ruhen, bis diese Armee von Fanatikern zerstört sei,” sagte der Staatschef bei der Trauerfeier für die 130 Opfer im Invalidendom am Freitag.

“Heute weint die gesamte Nation um die Opfer. Am Freitag, den 13. November – diesem Tag, den wir nie vergessen werden – ist Frankreich feige angegriffen worden. In einem in der Ferne organisierten und kaltblütig ausgeführten Kriegsakt hat eine Horde von Mördern im Namen einer wahnsinnigen Sache und eines verratenen Gottes 130 der Unseren getötet und Hunderte verletzt”, sagte Hollande.

“Nicht nachgeben”

Er versprach “feierlich”, alles zu tun, um die “Armee der Fanatiker zu zerstören”. Zugleich betonte Hollande: “Wir werden weder der Angst noch dem Hass nachgeben.” Frankreich werde bleiben, wie es ist. Es werde “mehr Lieder, Konzerte, Aufführungen” geben, “wir werden weiterhin in die Stadien gehen”.

Nur geladene Gäste, unter ihnen viele Angehörige der Opfer, durften an der Zeremonie teilnehmen. Das Militär riegelte das Gelände ab. Zu Beginn wurden die Namen aller 130 Toten verlesen, viele von ihnen jungen Menschen zwischen 20 und 30, die an dem Freitagabend vor zwei Wochen auf einem Konzert und in Restaurants waren, als die Angreifer zuschlugen.

Gebäude mit Geschichte

In dem unweit des Eiffelturms gelegenen prächtigen Gebäudekomplex werden immer wieder Gedenkzeremonien zu Ehren von Verstorbenen abgehalten – etwa für getötete Soldaten. Errichtet wurde das Hôtel des Invalides im 17. Jahrhundert: Der französische König Ludwig XIV. gab 1670 den Auftrag zum Bau einer Einrichtung für Kriegsinvaliden.

Der Gebäudekomplex war Hospiz, Krankenhaus und Kaserne zugleich. Unter Napoléon Bonaparte wurde der Invalidendom zum militärischen Pantheon. In dem weithin sichtbaren Bau mit seiner vergoldeten Kuppel befindet sich auch das Grabmal des Kaisers.

Das vom französischen Verteidigungsministerium verwaltete Hôtel des Invalides beherbergt heute unter anderem das Armeemuseum mit einer großen Waffensammlung. Es gibt dort aber auch immer noch ein Militärkrankenhaus. Nun versammelten sich – zwei Wochen nach den Anschlägen vom 13. November – Angehörige der Todesopfer und Verletzte im Ehrenhof des Hôtel des Invalides zu einer Gedenkzeremonie.

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Tageblatt.lu/AP/AFP