Ein kompletter Tapetenwechsel kann manchmal für einen Sportler Gold wert sein. Bei Bob Bertemes war dies sicherlich der Fall. Der Kugelstoßer wagte im September 2017 den Schritt, von Luxemburg zum Olympiastützpunkt in Mannheim überzuwechseln. Bertemes, der die Zusammenarbeit mit seiner Langzeit-Trainerin Sonia Ilieva vor zwei Jahren beendete, wollte und brauchte eine neue Herausforderung. Sportlich kam er nicht mehr so richtig vorwärts. Mental nagte das an ihm. Ein neues Umfeld mit einem neuen Trainer brachte schließlich die erhoffte Wende. Der erfahrene Khalid Alqawati nahm ihn unter seine Fittiche. Ein wahrer Glücksgriff.

Der Iraker überzeugte Bertemes auch vom Wechsel von der Angleit- zur Drehtechnik. Dieser Schachzug trägt langsam, aber sicher seine Früchte. Doch nicht nur auf der sportlichen Ebene hatte der Iraker seine Hände mit im Spiel, sondern er sorgte auch dafür, dass sein Schützling wieder Spaß daran fand, seine Sportart auszuüben. Die Lockerheit ist zurückgekehrt. Mental ist Bertemes auch viel gefestigter geworden. Aufgrund seiner guten Trainingseindrücke macht er sich laut eigenen Aussagen keinen so großen Druck mehr für den Wettbewerb. Diese gewonnene Stärke, gepaart mit seinem Ehrgeiz, seiner professionellen Einstellung und seinem Talent, hat ihn in den Kreis der Weltbesten gebracht. Das Gute dabei ist: Sein Potenzial scheint auch noch lange nicht ausgeschöpft zu sein, schließlich haben Trainer und Athlet noch immer Kleinigkeiten an der Ausübung der Technik zu bemängeln. Das verspricht noch so einiges für die Zukunft.

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