Was mit einem simplen Nadelstich beginnt, kann in einem lebensverändernden Dilemma der Eltern enden. Die mögliche Tragweite des pränatalen Bluttests ist werdenden Eltern häufig nicht bewusst. Fällt dieser positiv aus, stellt sie dieses Wissen vor die vielleicht schwerste Entscheidung ihres Lebens – und mit dieser stehen sie alleine da.

Es ist die Aufgabe des Arztes, den werdenden Eltern alle möglichen Konsequenzen eines positiven Bluttests zu erklären, bevor das Blut der Mutter überhaupt abgenommen wird. Sie müssen wissen, wie die Folgetests und ein eventueller Schwangerschaftsabbruch ablaufen. Sie sollen aber auch über das Leben mit einem Trisomie-21-Kind informiert werden. Der Test soll nicht als Selektionsinstrument dienen, sondern den berechtigten Anspruch der Frau auf Selbstbestimmung ermöglichen.

Deutet der Bluttest tatsächlich auf eine Chromosomen-Anomalie hin, sollte eine psychologische Betreuung von der Krankenkasse abgedeckt werden. Unabhängig davon, ob die Eltern das Kind bekommen wollen oder nicht.

Es geht nicht darum, wie die Eltern sich entscheiden. Es geht darum, dass sie die richtige Entscheidung für sich treffen. Hierbei ist es die Pflicht des Gesundheitssystems, mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln zu helfen.

Und es ist die Pflicht unserer Gesellschaft, jede Entscheidung zu akzeptieren.

 

Warum die Diskussion um den pränatalen Bluttest keine leichte ist

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