Bei dem umstrittenen und von Polizeigewalt überschatteten Referendum über die Unabhängigkeit der spanischen Region Katalonien haben sich die Separatisten mit rund 90 Prozent der Stimmen durchgesetzt. An der Abstimmung hätten am Sonntag gut 2,2 Millionen Menschen teilgenommen, teilte der Sprecher der Regionalregierung, Jordi Turull, in der Nacht zum Montag in Barcelona mit. Es habe 7,8 Prozent “Nein”-Stimmen gegeben. Beim harten Vorgehen der Polizei waren am Sonntag über 800 Bürger verletzt worden.

Der vom Verfassungsgericht in Madrid untersagten Befragung hatte der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy am späten Sonntagabend auch wegen des Justizverbots jede Gültigkeit abgesprochen. Er nannte die Abstimmung eine Inszenierung. “Es hat in Katalonien kein Referendum gegeben”, so der konservative Politiker.

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850 Bürger verletzt

Nach dem vom Regionalparlament in Barcelona verabschiedeten “Abspaltungsgesetz” könnte die Regionalregierung derweil innerhalb der nächsten 48 Stunden die Unabhängigkeit Kataloniens ausrufen. Vor Bekanntgabe der offiziellen Ergebnisse hatte der regionale Regierungschef Carles Puigdemont erklärt, er werde die Ergebnisse des Referendums dem katalanischen Parlament zuleiten. “Wir haben das Recht gewonnen, einen unabhängigen Staat zu haben”, sagte er.

Das Verfassungsgericht hatte die Abstimmung zuvor für illegal erklärt, da das spanische Grundgesetz keine solche Referenden vorsieht. Die Regierung in Barcelona setzte sich jedoch über das Urteil hinweg und rief die Bürger auch gegen den Willen der Zentralregierung zum Votum auf. Madrid entsandte daraufhin tausende Polizisten, um die Menschen am abstimmen zu hindern. Rund 850 Bürger wurden verletzt, nachdem Polizisten Schlagstöcke und Gummigeschosse eingesetzt hatten. Auch 33 Einsatzkräfte trugen Verletzungen davon.

Klare Mehrheit erwartet

Die Frage auf den Stimmzetteln lautete: “Wollen Sie, dass Katalonien zu einem unabhängigen Staat in Form einer Republik wird?” Da die Gegner einer Abspaltung überwiegend nicht zur Wahl gehen wollten, war eine klare Mehrheit für die Unabhängigkeit erwartet worden.

Trotz des harten Polizeieinsatzes wurde vielerorts in Katalonien abgestimmt. Die Regionalregierung teilte mit, 96 Prozent der 3215 Wahllokale hätten am Sonntag normal funktioniert. Auch Fußballstar Gerard Piqué vom Topclub FC Barcelona gab seine Stimme ab. “Ich habe abgestimmt. Gemeinsam sind wir beim Schutz der Demokratie nicht zu stoppen”, twitterte der 30 Jahre alte Katalane, der mit Pop-Queen Shakira zwei Kinder hat.

Seit Wochen hatte Rajoy immer wieder versucht, die Befragung zu verhindern. Bei Dutzenden von Razzien wurden mindestens zwölf Millionen Wahlzettel sowie Millionen von Wahlplakaten und Broschüren beschlagnahmt. Viele Webseiten wurden gesperrt. Mehr als 4000 Angehörige der Guardia Civil und der Nationalpolizei wurden nach Katalonien entsandt.

18 Kommentare

  1. Wann den Erdogan Gewalt géint séng Biirger ausübt ass dat schlëmm, mee wann en EU-Technokrat matt Franco-Obedienz dat sälwecht an Europa mëcht schéngt dat an der Reih ze sin.

  2. Stellt ierch emol vir daat doten wär den Orban gewiercht…mee esou ticken eis Politiker eben, a propos och nach neischt vun eisem Aussenminister heieren denn soss dach emmer esou fix ass matt sengen Commentairen.

  3. Franco lebt wieder in Spanien, as Reinkarnation von Rajoy……muss den jetzt Katalonien sich mit Waffengewalt gegen Madrid wehren ? da das neue Faschisten Regime mit Guardia Civil von Rajoy eingesetzt, jedes Maß von Normalität verloren hat und nun immer mehr gewalttätiger vorgehen wird gegen die Katalanen….. Rajoy dessen Regierun bis zu Hals in Korruptionsskandalen steckt brauch eben Ablemnkung ……und dafür will er jetzt den Caudillo von ganz Spanien spielen…. .

    • General Franco ist aufgrund von Hitlers Unterstützung (u.a. der Bombardierung von Guernica) im spanischen Bürgerkrieg als Diktator an die Macht gelangt. Während seiner Diktatur gab es Massenhinrichtungen und Arbeitslager für Oppositionelle.

      Mariano Rajoy wurde demokratisch gewählt und ist der spanischen Verfassung verpflichtet, die in einem Referendum 1978 von allen Spaniern – auch der Katalanen – bestätigt wurde.

      Man kann doch einen demokratisch gewählten Präsidenten nicht ernsthaft mit einem Diktator vergleichen!

      • vu le comportement de Mr Rajoy les dernières semaines et la violence policier de hier, il n’y a aucun problème de comparer le premier ministre espagnol au dictateur.

        concernant le rôle d’une constitution de souverainité d’une nation, la constitution française de 1789 ne prévoyait pas de procédure pour détroner le roi, la constitution néerlandaise de 1830 ne prévoyait pas de procédure pour la partie belge de se séparer du pays.
        un premier ministre qui terrorise une peuple de façon qu’on n’a vu hier, ne merite pas d’être respecté. le muette de la commission européene hier, et son faible réaction aujourd’hui (sous pressions des populations européenes), ne fait que creuser la fossé avec les populations européenes

      • Ihrem Kommentar ist nichts hinzuzufügen ausser dass die Spanische Zentralregierung und der Katalanische Regierungschef im Dialog miteinander hätten verhandeln sollen. Der eine musste sich an ein Urteil des Verfassungerichtes halten und der andere hätte diese Provokation unterlassen sollen

  4. la silence de Jean Claude et sa commission devient vraiment problematique
    est-ce qu’il est vraiment devenu supporter des pratiques de Bokassa ?
    ça serait bien de connaitre la position du CSV sur ce scandal espagnol avant dimanche prochain

  5. Die geistigen Erben des Caudillo gingen mit SA- Methoden gegen katalanische Bürger vor.

    Wo bleiben die Proteste des spanischen Monarchen, der EU- Spitzen und unserer Regierung ?

    • Natürlich kann die EU nur an der Seite von Madrid stehen. Ein Europa mit vielen unabhängigen Regionen (Europa der Regionen ist ein Brüsseler Täuschungsmanöver) ist viel schwieriger von Brüssel zu kontrollieren als ein Europa von zentralisierten Staaten.

  6. Egal wéi a wât, et mecht een traureg ze gesinn wann am demokrateschen Europa onschëlleg Bierger vun
    hirer eegener Regierung, ouni Ënnnerscheed, Frâen, Männer, Âler a Jonker nidergeknëppelt a mat Gummigeschosser verletzt gin.

    • @Jek Hyde
      Jo,do ass eppes drun,et ass den puren Wahnsinn wat sech do ablacklech ofspillt ! Main ganzt Matgefill den Katalonen ! Hoffen,dass do glaich Remidur gemaach get an dass d’Demokratie Uewerhand kritt….

  7. Katalanische Politiker setzen nur auf Emotionen die nichts mit der modernen Welt zu tun haben und verkennen die Realität die entstand mit der Zugehörigkeit Kataloniens an Spanien.Und wenn Dali mal sagte der Bahnhof von Perpignan sei das Zentrum der Welt sollen Katalanen das nicht noch glauben.

  8. Mein schönes Europa geht „flöten“! Versteh das nicht mehr, die einen verlangen mehr Europa, die anderen weniger Europa, Separatisten überall, Katalonien, Baskenland, Irland, Belgien, Korsika, und andere lachen sich ins Fäustchen.
    Wie wär’s wenn wir das Ösling vom Gutland separieren würden.

  9. Ouni Witz elo : All d’Menschen op der Welt,egal ob raich oder net esou raich,missten sech erem méi verstohen,sech an den Arem huelen an drécken,an soen,mir sin dach éens,Krich huet bai eis naischt ze sichen ! Firwaat matenéen streiden,mir sollten all zesummen setzen,matenéen normal schwetzen an virun allem Rouh hun ! Mir hun just dat éent Liérwen hei,firwaat sech emmer bekämpfen ? Ech hun naischt ze melen,ech wées,hun ech jo och schun hei virgehait kritt,dobai willt ech nemmen,dass erem Fridden ankéihert,erem éen normalt Zesumenliérwen méiglech ass,ouni Stress,kéen Naid,éen op dén aneren zougohen an sech verstohen,kommunizéieren an aller Rouh.Liérwen héescht Fridden,Zesummen sin an séng Matmenschen ze schätzen,respektéieren.Emmer nemmen Krich,Armut an schlecht News aus er Welt ! des Welt ass esou wéi sie elo ass,net méi tragbar ! Menschen déi friddlech demonstréieren,därfen net esou niddergedréckt gin ! Eng Schande an Sünde zuglaich.Wann et no mir géif gohen,wier déi Welt hei vun haut op muer daitlech besser,fir méi Liérwensqualtitéit…..,mée ech hun jo naischt ze soen.

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