Die jüngste Klimademo war eine rundum gelungene Aktion: Die jungen Leute, die auf der Roten Brücke klar in der Mehrzahl waren, haben zum zweiten Mal das politische Interesse gezeigt, das ihnen in der Vergangenheit oft abgesprochen wurde (und da nicht selten durchaus zu Recht).

Mit dem Verzicht auf eine komplette Blockade der „Rout Bréck“ haben sie zudem bewiesen, dass sie nicht die bloße Lust am krawalligen Event antreibt, sondern sie einfach gehört werden wollen.

Sie vermissen nämlich etwas bei den Menschen, die für sie entscheiden dürfen – sei es als Entscheider an den Schaltstellen der Macht oder als diejenigen, die in der Wahlkabine die Kreuze machen dürfen, die ihnen meist noch verwehrt sind: Sie vermissen die ernsthafte Einsicht in die Dringlichkeit, sich effektiv der drohenden Klimakatastrophe in den Weg zu stellen.

Sie sehen zwar, dass ein generelles Bewusstsein vorhanden ist – für wirklich tiefgreifende Änderungen ist die Bequemlichkeit aber einfach noch zu groß. Das haben sie sehr gut beobachtet. Darum ist es auch egal, ob mancher gerufene Slogan oder Aussagen, die etwa wir Journalisten von ihnen eingefangen haben, Widersprüche enthalten: Da dürfen die jungen Menschen auch einfach noch ein bisschen Kind sein. Die Verantwortung, fertige Patentlösungen zu liefern, liegt bei anderen.

Und wenn diejenigen, die morgen an den Wahlurnen stehen, sich vorher auch noch Gedanken zur „Klimagerechtigkeit“ machen, dann wird das Engagement ihrer Kinder umso erfolgreicher.

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