Mit dem Verbrennen des „Stréimännchen“ am Aschermittwoch wird in Remich traditionell die Fastenzeit eingeläutet und der Winter verjagt. Das Tageblatt hat sich mit den Menschen hinter diesem Brauch unterhalten.

Das Volksfest rund ums „Stréimännchen“ wird von der „Harmonie municipale Concordia Remich“ organisiert. Die „Equipe vum Stréimännchen“ kümmert sich jedoch seit Jahrzehnten um die Gestaltung der Strohpuppe. Das ist ihre einzige Tätigkeit während des Jahres.

„Wir haben die Tradition, die Strohpuppe für die Stadtmusik zu bauen, 1982 von unseren Vätern übernommen und bislang jedes Jahr fortgeführt“, erklärt Camille Schengen gegenüber dem Tageblatt. Der Bau der Strohpuppe dauert zwei Tage und wurde dieses Jahr in der Werkstatt eines lokalen Autohauses durchgeführt. Am Montag wurde das Gerüst gebastelt und die Kleider mit Stroh gefüllt. Am Dienstag wurden dann die Feinarbeiten an der Puppe durchgeführt. „Traditionell wird das Stroh nach rechts gedreht, bevor es in die Puppe gestopft wird“, gibt Schengen preis.

Seit 1884

Die Puppe trägt dieses Jahr eine blaue Jeans, ein kariertes Hemd und einen braunen Pullover. Wie jedes Jahr hat der Strohmann eine Geldbörse und eine leere Flasche dabei. Diese Gegenstände sollen das Geld symbolisieren, das in der Karnevalsszeit ausgegeben wurde. Zugleich sollen diese Objekte an den Anfang der Fastenzeit erinnern, die am Aschermittwoch beginnt.

„Als es noch keinen Karnevalsumzug in Remich gab, wurde die Puppe mit öfters mal mit politischen Motiven geschmückt. Diese Tradition gibt es nicht mehr. Wir haben uns 2018 jedoch eine Überraschung einfallen lassen, da dieses Jahr der Aschermittwoch auf Valentinstag fällt“, fährt Schengen fort.

Um die musikalische Untermalung und das leibliche Wohl der Besucher kümmert sich heute Abend die Remicher Stadtmusik „Harmonie municipale Concordia“. Der Strohmann wird ungefähr 20 Minuten brennen. Kritisch kann es mal werden, wenn die Puppe ins Wasser fällt. Obwohl die Veranstaltung angemeldet ist, ist es schon vorgekommen, dass gerade in diesem Moment Schiffe vorbeifahren. Der Ursprung des Brauchs ist nicht genau bekannt. Erste offizielle schriftliche Belege des Brauchs sollen aus dem Jahr 1884 stammen.

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