Am Dienstagabend ist eine Umfrage zu den Luxemburger Parlamentswahlen im Internet aufgetaucht. Sie beruft sich auf Zahlen von TNS Ilres. Laut dem Geschäftsführer des Meinungsforschungs-Instituts sind die Resultate allerdings komplett aus der Luft gegriffen.

“Das ist alles aus der Luft gegriffen”, sagt Luc Biever, Geschäftsführer beim Umfrage-Institut TNS Ilres. Am Dienstagabend sind auf einer Internetseite, die über einen Twitter-Account weiterverbreitet wurde, falsche Umfragen zu den Luxemburger Parlamentswahlen aufgetaucht. Der Autor beruft sich auf Zahlen, die im Auftrag des Luxemburger Worts und von RTL von TNS Ilres veröffentlicht worden sein sollen.

“Diese Zahlen gibt es nicht”, sagt Biever. Er hat sich die ominöse Internetseite genau angeschaut. “Die Seite sieht zwar professionell aus und die Methoden, die der Autor benutzt, gibt es auch”, sagt er. Nur benutze der Autor eine falsche Grundlage, um seine Berechnungen anzustellen: “Er beruft sich auf die Wahlen von 2013 und rechnet auf dubiose Art seine Resultate.” Biever geht sogar so weit, dass er die Wahlvorhersage “Fake News” nennt.

“Die konservative Stimme Europas”

Neben dem Fakt, dass es sich um eine falsche Umfrage handelt, ist auch ihre eigentliche Veröffentlichung illegal. Denn: Es ist in Luxemburg verboten fünf Tage vor der Wahl die Ergebnisse von Umfragen zu publizieren. Außerdem muss der Luxemburger Kontrollinstanz ALIA bei jeder Wahl-Umfrage mitgeteilt werden, mit welcher Methodik sie entstanden ist. “Darum haben wir die ALIA mittlerweile eingeschaltet”, sagt Biever. Er habe auch eine E-Mail an den Autor geschrieben und ihn darauf hingewiesen, dass die Veröffentlichung seiner Umfrage illegal ist.

Laut der Internetseite soll ein gewisser Filip van Laenen hinter der Umfrage stecken. Er taucht auch auf einer Webseite namens “The Brussels Journal” auf, die sich als “die konservative Stimme in Europa” bezeichnet. Am Mittwochabend löschte der Ersteller seine Beiträge auf Twitter. “Anscheinend verstoßen sie gegen luxemburgisches Gesetz”, schreibt er in dem sozialen Netzwerk. “Sorry für den Ärger, den ich verursacht habe.”

5 Kommentare

  1. Wer sich von solch irreführenden und dazu noch falschen Umfragen beeinflussen lässt, ist selber schuld. Der Wähler hat in der Vorwahlzeit eine Menge Informationsmaterial in punkto Programm der verschiedenen Parteien erhalten. Im Laufe der vergangenen 5 Jahre hatte er zulänglich Zeit die Politik zu beobachten und zu verfolgen um seine Schlüsse zu ziehen. Ein erwachsener, einigermassen gebildeter und politisch interessierter Bürger, hat sich aufgrund der erwähnten Faktoren seine Meinung gemacht und lässt sich nicht in letzter Minute von Fake News beeinflussen oder umstimmen. Wo bleibt da die Eigenverantwortung?

    • Ganz richtig !

      Es könnte ja auch ein ” Spassvogel ” vor dem Wahlbüro stehen und glatt erfundenen Unfug verzapfen.
      Von dem lässt man sich ja auch nicht beeinflussen wenn man nicht labil ist.

    • Dat doten ass leider net ganz sou witzeg wéi et schéngt.
      Wann ech d’Reaktioun vun der Piratepartei (deen eenzegen Tweet deen ech als net-Twitter-User fanne kann) gesinn, dann dierft do eng zimlech riets Partei gutt do stoen. Den Account ass vëlleg nei bei Twitter. Et deit alles drop hinn, datt do eppes soll domat bewierkt ginn op de leschte Moment en faveur vun där Partei.
      Wien dat elo genee an Optrag ginn huet (en Troll vu St. Petersburg? siehe Finanzéierung vu riets- a lénksextreme Parteien am europäeschen Ausland), ass nach eng aner Saach. E knaschtegen Trick ass et sou oder sou.

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