„Wie unvorhersehbar das Leben doch sein kann!”, stellt Jana Degrott (23) erschrocken am Tag nach dem Brand von Notre-Dame fest: Die Luxemburgerin hat das Feuer in Paris aus nächster Nähe miterlebt und dem Tageblatt anschließend ihre Eindrücke geschildert.

„Niemals hätten wir erwartet, das zu erleben, was wir erlebt haben“, schreibt die Frau, die sich unter anderem im Vorstand der „Conférence générale de la jeunesse du Luxembourg“ engagiert und für die DP bei den Chamberwahlen kandidiert hat. Sie hatte sich mit ihrem Freund einen Trip nach Paris gegönnt – den die beiden denkbar klassisch angingen: Sie ließen sich am Nachmittag am Ufer der Seine für ein Picknick nieder.

„Plötzlich merkten und sahen wir, dass es ganz in der Nähe brannte“, schreibt Degrott – die sich zunächst beruhigte: „Gewöhnlich sagt man sich ja erst mal: Ach, das ist sicher nichts Schlimmes.“

Doch auch in einer Stadt wie Paris und am helllichten Tag können alle Rettungskräfte erst einmal machtlos sein, wenn ihr Gegner zu schnell zuschlägt.

Und das war gestern in Paris der Fall: „Leider haben wir schnell gemerkt, dass es doch schlimmer ist als zunächst gedacht“, erklärt Degrott gegenüber dem Tageblatt. „Wir sahen immer mehr Flammen und Rauch und hörten sehr viele Sirenen.“

Was ihr besonders in Erinnerung bleibt: „… wie immer mehr Menschen auf den Brücken über die Seine zusammenfinden, um das erschreckende Ereignis zu beobachten“ – und die Stimmung, die dabei herrschte: „Das war ganz seltsam“, erinnert sich Degrott.
Obgleich früh klar war, dass es sich wohl nicht um einen Anschlag handelt, habe das Geschehen viele Menschen erkennbar stark getroffen: „Man sah viele traurige und erschrockene Gesichter.“

Und bittere Ironie für die liberale Jungpolitikerin ist: Die Kathedrale ist dem Paar beim Paris-Besuch trotz allem nicht entgangen: Sie haben sie nämlich noch kurz vor dem Brand besucht.

(Fotos: privat)

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