Die Auftragsarbeit des belgischen Künstlers Wim Delvoye mit dem Titel “Chapelle” sollte von Anfang die Bedingung erfüllen, abbaubar zu sein. Es existiert kein Vertrag, der die Ausstellungsdauer des Werkes festhält. Demnach ist der nun geplante Abbau rechtens, jedoch haben der Zeitpunkt der Bekanntmachung sowie die Art und Weise, wie kommuniziert (oder nicht kommuniziert) wurde, viele Bürger, Politiker und auch Journalisten aufhorchen lassen. Es stehen zahlreiche Fragen im Raum, die bisher unbeantwortet blieben.

Am 19. April kamen im Tageblatt in einer Art “Carte blanche” kritische Vertreter und Vertreterinnen der Zivilgesellschaft zu Wort und konnten das Abmontieren der politischen Kunst kommentieren sowie ihre persönliche Einschätzung zur allgemeinen kulturpolitischen Situation in Luxemburg geben. Die Hauptfrage bestand darin, herauszufinden, ob man es in Luxemburg mit einer Zweckentfremdung der Kunst durch die Politik zu tun hat.

Während der Kunsthistoriker und Kurator Hans Fellner beispielsweise betonte, dass neben der künstlerischen durchaus auch eine kuratorische Freiheit bestünde, sprach das Künstlerkollektiv Richtung 22 von einem künstlichen Aufreger und kritisierte, dass die kulturpolitische Diskussion ausbliebe. Danielle Igniti nahm kein Blatt vor den Mund und wies darauf hin, dass Kultur in Luxemburg zur Not auch schon mal dazu diene, “Freunde” zu wichtigen Positionen zu verhelfen.

Ebenfalls am 19. April hat das Tageblatt versucht, Kulturminister Xavier Bettel und Staatssekretär für Kultur Guy Arendt zu erreichen, um mit ihnen über die verschiedenen Vorwürfe, Kritikpunkte und die kulturpolitischen Methoden der aktuellen Regierung zu sprechen. Wie uns der Pressesprecher des Kulturministeriums mitteilte, möchten weder Bettel noch Arendt auf die angesprochenen Punkte reagieren, da es keine neuen Entwicklungen in der Delvoye-Affäre gebe und die Kulturinstitutionen frei in ihren künstlerischen Entscheidungen seien.

Die Tatsache, dass ein nicht unwesentlicher Teil der Bürgerinnen und Bürger des Landes dies infrage stellt, bleibt also derweil von Regierungsseite unkommentiert.

Vonseiten des Mudam wurde heute indes Gesprächsbereitschaft ausgedrückt. Das Tageblatt wird sich kommende Woche mit der Direktorin Suzanne Cotter unterhalten.

Weitere Informationen erfolgen dann natürlich an dieser Stelle.

 

10 Kommentare

  1. Et ass schon speinlech das dir esou probeiert hei eppes ze fannen. Dat get eben ofmonteiert an ferdeg ass et . Et get vill Konscht an och vill gut Konscht dei een do weisen kann. Vleit ass e bessi Konschterzeihung och net esou schlecht. Dat breischt dir och hei keen esou opzefeieren. An et ginn bestimmt vill Kenschtler dei et gut fannen das Platz gemeet get. Den Hans Fellner huet och mat ofstand deen beschen Kommentar gemeet. Perseinlech sinn ech der Meenung das Konscht frei sinn soll. An allen Facetten. An das dir als Zeitung elo per force probeiert eppes ze fannen seet genuch aus iwert dei Machtspillescher dei um Bockel vun der Konscht ausgedroen ginn. Dir ken t jo och mol iwert den Inhalt vun Konscht schwetzen. dat vermesst een leider bei iech massiv. Dat wat jidvereen versteht ass dat wat een aneren User hei schons geschriiwen hat. “ET gouf och keng 15 Joer am Kino gewisen” Nächsten Blockbuster w.e.g.

  2. “Die Tatsache, dass ein nicht unwesentlicher Teil der Bürgerinnen und Bürger des Landes dies infrage stellt,…”

    Die Leute haben keine Ahnung, wie von so vielen Dingen. Genau wie Leute aus Wiltz wollten, dass man sie frage, ob die Stadt Luxemburg einen Tram bauen kann, glauben sie die Regierung wäre für jeden Furz verantwortlich.

  3. Tiens?! Langsam aber sicher bekommt der Lunghi-„Ausraster“ eine andere Nase! Hatte er sich damals ertappt gefühlt und ist deshalb „ausgerastet“?

  4. Es kann gut sein das Enrico Lunghi versuchte – genau wie andere namhafte Kuratoren im Ausland – durch übermäßige Unterstützung einzelner Positionen seine eigene Sammlung (Achtung, Spekulation, keine Unterstellung) aufzuwerten. Zumindest ist es komisch das im Mudam die gleichen Positionen künstlerischer Tätigkeit gezeigt wurden wie im Casino davor. Su-Mei Tse und Wim Delvoye mit größeren Ausstellungen. Simone Decker müßte noch kommen und klar wäre auf wen Lunghi setzte. Auch hat er keine nachweißlichen Erfolge eingefahren (OK, Lady Rosa war schon ein Erfolg – oder doch nur ein Politikum?). Weder hat er Publikationen vorzuweisen, noch hat er große kuratorische Leistungen vollbracht. Er war wohl nur ein durch die CSV platziertes Kind das fälschlicherweise die Hand erhoben hatte. Aber eigentlich ist dies doch nur ein blödes Spiel. Der Journalisten, der Kuratoren und der Politiker. Die Künstler hatten schon im Vorfeld verloren. Jetzt soll mal Frau Cotter reden.

    • « …genau wie andere namhafte Kuratoren im Ausland… ». Des noms s’il vous plaît !

      « …seine eigene Sammlung… ». Vous savez de quoi vous parlez, n’est-ce-pas ?

      « …die gleichen Positionen künstlerischer Tätigkeit gezeigt wurden wie im Casino davor… ». Il y a peut-être une bonne raison : « C’est un fait : une œuvre acquise est le début d’une aventure avec un artiste. C’est un potentiel ne serait-ce que pour mettre en place une ligne de programmation esthétique (Suzanne Cotter dans Le Quotidien du 12-3-2018)

      « …keine nachweißlichen Erfolge eingefahren… ». Ce n’est forcément l’avis de tout le monde : « Il a littéralement installé Luxembourg sur la carte artistique européenne. Le Mudam est devenu, en dix ans, une référence. » (Claude Lorent dans La Libre Belgique du 26-7-2016)

      « …ein durch die CSV platziertes Kind… ». Ah bon ? En tout cas, une chose est sûre, il n’a pas été placé par le DP.

      « Jetzt soll mal Frau Cotter reden. » Ce n’est pas faute d’avoir demandé : « Dans l’immédiat, ni la direction du Mudam ni le Studio Wim Delvoye en Belgique n’ont confirmé ou commenté cette information » (Le Quotidien du 15-3-2018), « Nachfrage des LW wollte das Mudam die Nachricht weder bestätigen noch dementieren » (Luxemburger Wort du 16-3-2018), « Le musée refusant toute communication sur la question » (Letzebuerger Land du 23-3-2018), « …et sur lequel le Musée d’art moderne n’a pas encore communiqué » (Woxx du 30-3-2018).

      Par ailleurs, ayez donc le courage d’assumer vos propos en signant de votre vrai nom.

      • “Des noms s’il vous plaît !” Z.B. Beatrix Ruf. Aber es war ja nur eine Vermutung.

        “Vous savez de quoi vous parlez, n’est-ce-pas ?” Wer lesen kann ist im Vorteil “(Achtung, Spekulation, keine Unterstellung)” Aber daß Sie reagieren könnte Vermutungen auslösen.

        “Il y a peut-être une bonne raison : « C’est un fait : une œuvre acquise est le début d’une aventure avec un artiste. C’est un potentiel ne serait-ce que pour mettre en place une ligne de programmation esthétique (Suzanne Cotter dans Le Quotidien du 12-3-2018)” Finden sie nicht das es beleidigend für alle ist das Sie hier Frau Cotter zitieren?Und finden Sie nicht daß – mit dem Wissen das das Casino keine Sammlung hat – dieses Zitat nicht mal richtig angebracht ist? 1996 war Wim Delvoye schon im Casino ausgestellt…

        Ob E.L.s Leistung als Kurator von mir richtig eingeschätzt werden kann spielt keine Rolle. Eins ist aber sicher. EL hat keine wissenschaftliche Publikation und auch keine kuratorisch herausragende Ausstellung vorzuzeigen. Oder? Und ob er das Mudam (wie im Artikel zitiert) oder vielleicht sogar das Casino irgendwo hingebracht hat bleibt auch noch zu beweisen. Momentan ist dies nur Spekulation, basierend auf einem Artikel der als Unterstützung geschrieben wurde. Gegenfrage: Wenn ein anderer Kurator zuständig gewesen wäre, hätte dieser dies nicht vielleicht besser hinbekommen? Vielleicht sollte man sich in dem Kontext mal die Arbeit von Frau Igniti ansehen…

        Effektiv, die DP war es nicht.

        Ich beziehe mich auf den Artikel. Dort steht zum Schluß “Das Tageblatt wird sich kommende Woche mit der Direktorin Suzanne Cotter unterhalten.”

        Aber mein Kommentar war eigentlich an Jo gerichtet. Vielleicht hat Jo ja einen Nerv getroffen den ich nur noch weiter gereizt habe? Frau Lunghi, Entschuldigung, Frau Gaeng.

        Es sei noch kurz erwähnt daß ich die Machtspiele in der Kunstwelt als lächerlich empfinde.

        Willkommen im Web 2.0. Mein Name ist Delphine

        • Vous confirmez mon impression première, “Delphine” : médisance et couardise (l’une expliquant l’autre d’ailleurs), comme si souvent sur le Web 2.0.

          • Sollten Sie nicht gerade jetzt Stellung beziehen? Angriff ist halt nicht immer die beste Verteidigung.

            P.S.: Ihre Einschätzung und blöde Verallgemeinerung ist mir egal. Diese Chance haben Sie auf jeden Fall vertan. Weiterhin viel Erfolg

  5. @ Richtung 22: Leider ass är Positioun net kredibel an leider ass är A.s.b.l bis elo mei mat Klamauk opgefall wei mat Inhalt. Schued das sech eng jonk Vereenegung esou inkompetent durch pseudointellektuellem Blabla durstellen muss. Zweck verfehlt!

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