Junglinster steht bald ganz im Zeichen des Badmintonsports: Die beiden luxemburgischen Vereine Schifflingen und Junglinster werden sich ab Dienstag, 2. Juli, bei den „European Club Championships“ mit der internationalen Elite messen. Aus diesem Grund gibt das Tageblatt einen Crash-Kurs in Sachen Badminton. Neben dem Spielfeld, dem Schläger und dem Spielball werden auch die verschiedenen Techniken auf einfachste Weise erklärt.

Von Ronny Sadler und Laurent Neiertz

Zusätzlich geben die beiden Schifflinger Spieler Cédric Roilgen und Alexandre Servatius zu jeder einzelnen Technik ihre persönliche Meinung dazu ab, warum sie auf in einer bestimmten Spielsituation auf die jeweiligen Schläge zurückgreifen.

Spielfeld

Das Spielfeld sieht dem des Tennis sehr ähnlich, ist jedoch viel kleiner. Es ist in der Regel 13,40 m lang und 6,10 m breit. Die Netzhöhe in der Mitte beträgt 1,524 m, an den Pfosten sind es 1,55 m.
Unterschiede gibt es je nach Spielart (Einzel/Doppel oder Mixed) bei den Maßen festzustellen. Laut Regelwerk wird beim Doppel oder Mixed während des Ballwechsels das komplette Feld verwendet. Nur beim Aufschlag darf der Federball nicht vor der vorderen Aufschlaglinie und hinter der hinteren Aufschlaglinie ankommen. Im Einzel gelten andere Kriterien. Das Feld wird in dieser Disziplin durch die inneren Seitenlinien und die hintere Grundlinie eingegrenzt.
Beim Aufschlag zählen im Einzel wiederum andere Regeln als beim Doppel. Der Federball darf beim Service auch bis zur Grundlinie von einem Spieler geschlagen werden.

Schläger und Spielball

Der Schläger ist das Spielgerät eines Badmintonspielers. Das Gewicht kann zwischen 70 und 120 Gramm betragen. Die Modelle aus Karbon sind dabei die leichtesten. Von der Besaitung her werden unterschiedliche Varianten angeboten. Einem Anfänger wird angeraten, seinen Schläger mit einer einfacher Kunststoffbesaitung bespannen zu lassen. Fortgeschrittene Spieler verwenden eher teuere Naturdarmsaiten.
Bei internationalen Turnieren wird mit Naturfederbällen gespielt. Der sogenannte Kopf besteht aus Kork, der Federkranz hingegen wird aus 16 Gänse- oder Enternfedern zusammengesetzt, die in den Kork integriert werden. Bei einem technisch unsauberen Schlag brechen die Naturfedern relativ leicht, was dazu führt, dass der „Shuttlecock“ nicht mehr spielbar ist. Daher werden im Freizeitbereich eher Spielbälle aus Kunststoff benutzt, die nicht so schnell in Mitleidenschaft gezogen werden können.

Ist Badminton gleich Federball?

Die Antwort lautet nein, obwohl es für viele Sportlaien keinen Unterschied zwischen diesen beiden Sportarten gibt. Während es beim Federball darum geht, so oft wie möglich die Spielbälle zurückschlagen, ist dies nicht das Ziel beim Badminton.
Bei dieser Sportart lautet die Zielsetzung, den Federball so zu schlagen, dass er für den Gegner nicht mehr zu returnieren ist. Ein weiterer Unterschied liegt darin, dass das Spielfeld beim Badminton von einem Regelwerk vorgeschrieben ist.
Beim Federball kann die Form, das heißt die Länge und Breite des Feldes sowie die Netzhöhe, variieren. Es gibt also im Vergleich zum Badminton kein festgelegtes Spielfeld.

Aufschlag

Es gibt zahlreiche Aufschlagvarianten im Badminton. Im Großen und Ganzen kann zwischen dem Vorhand- und dem Rückhandaufschlag unterschieden werden. Beim kurzen Aufschlag wird die Rückhand bevorzugt (wie im Doppel), beim langen Aufschlag kommt die Vorhand ins Spiel (mehr Kraft). Im Gegensatz zu anderen Sportarten wie Volleyball oder Tennis führt der Service beim Badminton fast nie zu einem direkten Punktgewinn. Ein guter Aufschlag kann jedoch einen Vorteil auf den Ballwechsel hervorbringen. Der Aufschlag wird immer diagonal geschlagen.

Alexandre Servatius: „Ich spiele zu 95 Prozent nur kurze Aufschläge, da ich mich nicht durch einen hohen Aufschlag gleich in einer Abwehrsituation befinden möchte. Somit spiele ich 95 Prozent meiner Aufschläge von der Rückhand.“

Cédric Roilgen: „Bei mir ist es genau umgekehrt. Wie viele der einheimischen Spieler bevorzuge ich im Einzel den langen Aufschlag, was den Gegner dazu zwingt, aktiv zu werden. Im Doppel bleibe ich allerdings auch beim kurz gespielten Aufschlag ins gegnerische Aufschlagsfeld.“

Clear

Der Clear, auch Überkopfschlag genannt, kann als Vorhand oder Rückhand geschlagen werden. Er soll vorzugsweise bis an die gegnerische Grundlinie platziert werden, um dem Gegner somit die Möglichkeit eines Schmetterballs zu nehmen. Oft wird dieser Befreiungsschlag eingesetzt, wenn der Spieler selbst nicht mehr offensiv returnen kann.

Alexandre Servatius: „Diesen Schlag setze ich ein, wenn der Gegner mich in Bedrängnis gebracht hat. Der Ball hat die längste Flugbahn, was mir erlaubt, Zeit zu gewinnen und mich wieder optimal auf dem Feld zu positionieren. Manchmal spiele ich auch den schnellen, etwas tiefer geschlagenen Clear. Je nachdem kann ich den Gegner damit in Schwierigkeiten bringen.“

Drop

Der Drop ist ein kurz hinter das Netz gespielter Ball, entweder von der Grundlinie aus über Kopf, aus dem Halbfeld flach oder als Abwehr von unten. Vom Bewegungsablauf ähnelt dieser Schlag dem Clear-Schlag. Bei vielen Spielern merkt man somit in der Schlagausführung eigentlich keinen Unterschied. Die Schlaggeschwindigkeit ist im Vergleich zum Clear jedoch langsamer.

Alexandre Servatius: „Ich benutze den Drop hauptsächlich als Angriffsball, über Kopf versuche ich immer, die höchstmögliche Geschwindigkeit in den Schlag zu bringen.“
Cédric Roilgen: „Ich benutze den Drop ebenfalls bei der Abwehr eines Schmetterballs oder vorne am Netz, um mir Zeit zu verschaffen, wenn der Gegner mich unter Druck gesetzt hat. Somit kann man den Drop sowohl als Angriffsball und auch als neutral bezeichnen.“

Smash

Der Smash ist ein Schmetterball bzw. der schnellste Angriffsball im Badminton (meistens als Antwort auf einen nicht perfekt ausgeführten Clear). Die Bewegungsausführung kommt dem Clear sehr nahe. Der Schläger wird bei dieser Schlag bis zum Treffpunkt des Federballs maximal beschleunigt, sodass auf diese Weise die höchst möglichste Fluggeschwindigkeit erreicht werden kann. Beim Smash kann der Federball eine Geschwindigkeit von bis zu über 300 km/h erreichen.

Cédric Roilgen: „Wenn ein Clear des Gegners nicht sauber und genau gespielt wird, ergibt sich die Möglichkeit zum Angriff. Den Smash setze ich prinzipiell erst ein, wenn ich sicher bin, damit den Ballwechsel zu beenden.“

 

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