Klein ist er nicht mehr, der Mini Countryman. Wer ihn mit seiner grossen und breiten Statur da so neben dem Ur-Mini von damals sieht, glaubt, der Grosse würde seinen kleinen Bruder ausführen oder aber man würde ihn zusätzlich mit einem Tretauto für Kinder verkaufen. Wie die Zeit vergeht.

Benziner mit Elektromotor

Der heutige Mini ist erwachsen geworden. Nun hat er auch technisch einige Zugeständnisse an die heutigen Umweltanforderungen gemacht. Der e-Mini Countryman hat nämlich, neben einem 1,5 -Liter Dreizylinder-Benzinmotor mit 136 PS auch einen Elektromotor, der 88 PS leistet und dessen Kraft direkt an die Hinterachse gelangt, sofern die Batterie genug davon hat. Im anderen Fall muss der Benziner die ganze Arbeit übernehmen und seine Kraft über eine 6-Gang-Automatic an die Vorderräder leiten. In Kombination beider Systeme hat der e-Countryman immerhin eine Systemleistung von 224 PS und dazu Allrad-Betrieb, bei niedrigem und gemütlichem Tempo in der Stadt und bei genügend Batterie-Reserven tut dies die Hinterachse allein.

Drei Fahrmodi

Der Fahrer hat die Wahl zwischen drei Energie-Programmen: bei „Max e-Drive“ arbeitet nur der e-Motor so lange genug vorhanden ist, bei „Auto e-Drive“ passt er sich der Fahrweise, dem Drucks aufs Gaspedal und dem Tempo an und entscheidet je nach Situation über Antriebsart und/oder Kombination von e-Motor und Benziner. Bei „Save Battery“ erfolgt maximale Rekuperation, also beim Bremsen oder Loslassen des Gaspedals, wenn die hier produzierte Energie in die Batterie zurück geleitet wird. Da es sich um ein Plug-In Hybrid handelt, kann der e-Countryman zuhause am Stecker aufgeladen werden, das dauert 195 Minuten und ergibt dann eine E-Autonomie von ca. 40 Kilometer. Elektrisch ist eine Spitze von 125 km/h drin, dann allerdings soll man sich auf weniger als 40 km Autonomie gefasst machen.

Sparen oder fahren

Im Durchschnitt der Fahrzyklen soll der e-Countryman nur 2,1 Liter verbrauchen, das ist unserer Meinung im realen Alltag nicht drin. Wenn man hier ordentlich Gas gibt, und der Mini ist ja nicht gerade ein Gefährt zum Dahinschleichen, dann wird auch der reine E-Betrieb in der Stadt den Benzin-Mehrverbrauch bei flotter und beschwingter Fahrt über Land nicht kompensieren können. Aber dazu müssten wir ihn schon über eine längere Strecke testen, als dies bei der Erstvorstellung der Fall war.

So stehen auch bei diesem Mini Fahrspass, Handling und flotte Kurvenfahrten an erster Stelle. Das passiert so beeindruckend und nachdrücklich, dass man den Übergang von der einen zur anderen Antriebsart fast gar nicht mitkriegt oder beide Modi in Kombination arbeiten. Zum Leistungseindruck kommt auch ein hoher Komfortaufwand in einem nach wie vor ziemlich extravaganten Interieur zum Tragen. Zum Preis von 35.450.- Euro.

msch