Kleiner Rückblick: 1939 baute Ingenieur Carl F.W. Borgward in Bremen ein Unternehmen auf, das in den 50er Jahren zu den Großen der aufstrebenden deutschen Automobilindustrie gehörte. Die Borgward Isabella, für die einen die schönste Isabella der Welt, für die anderen der „Mercedes des kleinen Mannes“, stand für innovative Automobiltechnik, doch die Marke erlitt Rückschläge, die Kapitaldecke war dünn und auch die Übernahme durch den Stadtstaat Bremen konnte Borgward nicht mehr retten. 1961 verließ der letzte Borgward das Band, „Du warst zu gut für diese Welt“ soll darauf gestanden haben.

Schwäbische Kost mit Stäbchen

Nun lebt der Mythos Borgward wieder auf: Christian Borgward, Enkel des Gründers, hat mithilfe eines chinesischen Autobauers den Neuanfang gewagt. Der Firmensitz ist Stuttgart, von hier stammen auch die Motoren, montiert werden die BX5, BX6 und BX7 beim chinesischen Partner in China. Ein weltweiter Verteiler-Ring ist im Aufbau begriffen. Luxemburg ist erster Händlerstützpunkt in Europa. Angeboten wird in einer ersten Phase der BX7 TS als limitierte Sonderedition. BX5 und BX6 sollen nächstes Jahr folgen.

SUVs sind normalerweise nicht schön, sie sind hoch und kräftig gebaut, aber eben nicht überragend elegant. Der BX7 von Borgward macht da keine Ausnahme, im Innenraum des „Limited Edition“ dominiert allerdings ein Hauch von Luxus in Leder, Anzeigen und Instrumente erinnern an klassische Vorbilder im Segment. Das ist nicht originell, aber grundsolide, ausgezeichnet verarbeitet und teilweise auch schön anzusehen. Hauptsache Benzin, heißt es in China, und so gibt es den BX nur mit Zweiliter-Vierzylinder-Benzinmotor und 224 PS. Antrieb über Sechsgang-Automatik auf alle vier Räder, in Normalfall nur nach vorne.

Man fährt gut damit, bequem, aber nicht rasant, aber man hat seinen Spaß und gute Übersicht aus hoher Sitzposition und sieht, wie die Leute auf den großen Kühlergrill und das Firmenlogo starren und dann feststellen, dass es kein Renault ist und sich die Augen reiben und meinen, den Platzhirsch einer anderen deutschen Marke von hinten erblickt zu haben. Über 200 km/h fährt er auch, wer durchstarten und sprinten will, wird erfahren, dass der Motor kein Vorbild für Elastizität und Antrittsstärke ist und das Getriebe ebenfalls überfordert ist, aber das bringt noch lange keinen Sack Reis zum Umfallen. Der Verbrauch kann bei lustiger Fahrweise 10-Liter erreichen, wir kamen auf nicht weniger erfreuliche 8,3 Liter. In der Mittelkonsole findet sich ein kleines Fach unter einer Klappe, wo man USB- Anschluss findet und darunter einen aufklappbaren Aschenbecher. Da freut sich der Marlboro-Mann in China.

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