Der PolitflüstererVive!

Der Politflüsterer / Vive!
Es ist wohl nicht damit zu rechnen, dass Serge Tonnar am 1. Februar auf der Marie-Astrid auftreten wird. Doch das Ausflugsschiff könnte dennoch aus allen Nähten platzen.  Foto: Editpress/Didier Sylvestre

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Nicht erst seit vergangenem Mittwoch bewegt sich Innenminister Léon Gloden auf dünnem Eis. Seine erste Amtshandlung hat juristisch wohl keine Grundlage. So viel zur „Joyeuse rentrée“ des studierten Juristen in die neue Regierung.

Sogar Luxemburger Wort und Kirche haben sich ganz offensichtlich vom christlich-sozialen Politiker abgewendet. Du „jamais vu“ im Ländchen, findet der Politflüsterer und denkt über die vielen erbitterten Kämpfe des konservativen Dreigestirns Bistum/CSV/Wort gegen Fortschritt und Humanismus nach, ob allgemeines Wahlrecht, Feuerbestattung, Abtreibung, Euthanasie oder Homo-Ehe. Und summt dabei den Dylan-Klassiker „The Times They Are a-Changin’“.

In Glodens Heimatgemeinde Grevenmacher ist das Bettelverbot kein wirklich wichtiges Thema. Dort ist man stolz, einen der Seinigen in der Regierung zu wissen, weshalb man am 1. Februar eine große Hommage für den neuen Innenminister plant. Mit einem von der Stadtmusik angeführten Umzug zur Marie-Astrid. Am Schiff wird Gloden laut Einladung die „hommages de toute la population“ entgegennehmen. Potz Blitz, findet der Politflüsterer und fragt sich, ob 5.000 Menschen nicht ein wenig viel für die Marie-Astrid sind. 

Als Henri im Jahr 2000 Großherzog wurde, veranlasste er zur Feier der Thronbesteigung eine Amnestie für sämtliche Verurteilte mit Berufungsstrafen. Namensvetter Henri Roemer tat es ihm zwei Jahre später gleich, als er nach seiner Berufung in die UEFA-Exekutive die gesperrten Fußballer des Landes begnadigte. Was ist am 1. Februar von Léon Gloden zu erwarten? Die Rehabilitierung aller Bettler des Landes etwa – mit Ausnahme der organisierten natürlich? Oder wird er gar selbst um Vergebung betteln?

Das jedenfalls würde auch dem Nation Branding des Landes guttun, nachdem selbst renommierteste Zeitungen im Ausland auf das Theater in der Hauptstadt aufmerksam wurden und in ihren Artikeln genüsslich das Klischee der reichen Luxemburger mit eiskaltem Herz bedient haben. Egal, denkt sich der Politflüsterer, am 1. Februar ist „Visit Maacher“ angesagt, da gibt es bestimmt auch ein „Kadettchen“. Natürlich „vun der Musel a soss keen“. Aber bitte keinen Elbling aus der Literflasche. Denn der ist – das weiß doch jedes Miseler Kind – nur etwas für Penner.

Wagner
23. Januar 2024 - 17.13

Bravo JJ sie haben 100% Recht!

Fritz
23. Januar 2024 - 10.12

@JJ / Genau so ist es !

JJ
22. Januar 2024 - 18.37

Gloden mag eine arrogante Auftrittsweise haben,aber er ist gewählt und Minister.So. Wenn der sich jetzt untersteht und ein heisses Eisen anpackt,wofür seine Vorgänger zu feige waren weil sie den Zorn der heuchlerischen Aktivisten fürchteten,dann kann man das nur bewundern. Und wenn es keine Rechtslage gibt,wie Herr Oswald meint,dann muss eben eine geschaffen werden. Die Frage ist nicht ob wir Armut tolerieren oder bekämpfen sollen.Es geht um das Stadtbild schlechthin und um die Attraktivität unserer Städte. Und zwar für Touristen und Einheimische. Die Attraktivität für Bettler scheint ja gegeben,kommen sie doch auch von weit her.

de Jang den Daafen
22. Januar 2024 - 12.02

Wie billig und durchsichtig: sich immer wieder auf Gloden einzuschiessen.

max.l
20. Januar 2024 - 12.25

ma Déi Jeenëg mierken dat mol nët, së sin esou vun sëch selwer ageholl, a sichen a sichen a sichen, bis së Eppes fond hun wou së dann "in voller Glorie strahlen können" bei dë klenge Kanner ass ët och esou, wann së eng gestiicht hun an ët fäll op, da rëngelen së mat Geschichtercher rondrëm dat ët nëmmen esou kraacht fiir nët hiirt Gesiicht zë verléiëren.. an da kënnt just de Contraire raus vun dem wat së am Fong wollten