Dienstag6. Januar 2026

Demaart De Maart

EditorialTrump, der Imperator

Editorial / Trump, der Imperator
Von einem „Friedenspräsident“ ist Trump weit enfernt Foto: AFP

Jetzt weiterlesen!

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben:

Oder schließen Sie ein Abo ab:

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

Keine vier Tage war das neue Jahr alt, und schon zündeten die USA unter dem Befehl von Präsident Donald Trump den nächsten Konfliktherd.

Keine vier Tage ist das neue Jahr alt, und schon zünden die USA auf Befehl von Präsident Donald Trump den nächsten Konfliktherd. Bei einem völkerrechtswidrigen Coup in Venezuela nehmen amerikanische Spezialeinheiten den autoritären Präsidenten Nicolás Maduro und seine Frau Cilia Flores fest und entführen beide in die USA, um sie dort vor Gericht zu stellen. 40 Menschenleben kostet der harte Schlag aus den USA – darunter viele Zivilisten.

Die wichtigste Oppositionsführerin Venezuelas, María Corina Machado – die im Exil lebt – begrüßt die Festnahme ausdrücklich. „Ab heute muss sich Nicolás Maduro wegen der grausamen Verbrechen, die er gegen Venezolaner und Bürger vieler anderer Nationen begangen hat, vor der internationalen Justiz verantworten“, erklärt sie in einem Statement. Sollte die Friedensnobelpreisträgerin gehofft haben, Trump werde sie nun beim Griff nach der Macht unterstützen, dürfte sie sich täuschen.

Denn der schwingt sich nach der Militäraktion selbst zum Imperator auf: „Wir werden das Land so lange regieren, bis wir einen sicheren, ordnungsgemäßen und vernünftigen Übergang gewährleisten können.“ Wann genau das sein wird? Who knows?

Offiziell wurde Maduro festgesetzt, weil er ein Drogenbaron sei. Dass dies kaum mehr als ein Vorwand ist, zeigt die kürzliche Freilassung des ehemaligen honduranischen Präsidenten Juan Orlando Hernández. Dieser wurde tatsächlich wegen Drogenschmuggels verurteilt, das Verfahren jedoch später von Trump als „unfair“ bezeichnet – angeblich, weil es politisch motiviert gewesen sei. Dass Hernández als enger Freund von Trump-Vertrauten gilt, ist dabei natürlich reiner Zufall.

Die Lehre daraus ist eindeutig: Wer Trump wohlgesonnen ist, bleibt unbehelligt. Wer ihn verärgert, wird entführt und vor ein US-Gericht gezerrt.

Seine wahre Motivation für den Coup hat Trump selbst benannt: „Wir haben die größten Ölkonzerne der Welt – und wir werden uns sehr stark darin engagieren.“ Seit Monaten beklagt er, Venezuela würde den USA Öl „wegnehmen“. Wie so oft geht es am Ende um Profit. Und sollte die Politik in Caracas nicht spuren, droht er offen mit einem „zweiten und viel größeren Angriff“.

Man darf nicht unterschätzen, wie brandgefährlich die USA mit diesem Schritt geworden sind. Trump hat in Venezuela einen Regimewechsel angeordnet und ihn mit einer brutalen Machtdemonstration durchgesetzt und dabei internationales Recht verletzt. Die zurückhaltende Reaktion westlicher Staaten wirkt bislang wie Schockstarre, um Trump nur nicht auf die Füße zu treten.

Was, wenn Venezuela erst der Anfang war? Vor Trumps Allmachtfantasien fürchtet man sich nicht nur in Grönland. Auch Kanada sah er bereits als nächsten US-Bundesstaat. Gegen Kuba, einen weiteren Dorn im Auge von Trumps Kabinett, hat Außenminister Marco Rubio bereits unverhohlene Drohungen ausgestoßen.

Mehr noch: Trump liefert die perfekte Vorlage für andere machtbesessene „Starkmänner“. Warum sollte Russland in der Ukraine nicht ebenso versuchen, Wolodymyr Selenskyj zu entführen oder auszuschalten? Warum sollte China in Zukunft davor zurückschrecken, den Präsidenten Taiwans gewaltsam aus dem Amt zu entfernen? Denn in Trumps Welt scheint am Ende doch immer nur das Recht des Stärkeren zu gelten.

Die Militäraktion in Venezuela ist kein harmloser Silvesterböller, den Trump gezündet hat. Er riskiert, einen Staat in unmittelbarer Nachbarschaft in absolutes Chaos zu stürzen. Er riskiert einen offenen Krieg mit einem Land, das unter anderem mit Russland und China verbündet ist – ohne jede erkennbare Exit-Strategie. Er riskiert eine Eskalation, deren Dynamik sich seiner Kontrolle vollständig entzieht.

Hild Charles
6. Januar 2026 - 11.39

Manchmal muss man einen Paradigmenwechsel einfach hinnehmen. So zum Beispiel den Rentenklau oder die Alphabetisierung auf französisch. Schon seit ewigen Zeiten bestimmt der, wo an der Macht ist, den Weg wo es lang geht. Die Frage ist einfach: Wieso unterstützt mehr als die Hälfte der USA so einen Präsidenten, oder auch, wieso ist unser Unterrichtsminister nicht schon längst abgewählt!

Lucilinburhuc
5. Januar 2026 - 18.47

Kann es sein das die USA jetzt auf einen Präzedenzfall hinsteuern, die es andere Länder erlaubt dasselbe zu tun: den MAGA König aus dem Land, und vor dem Kadi, wohl gemerkt anderswo, zu bringen.

Altwies Yves
5. Januar 2026 - 18.11

Als kleiner Trost, Personen mit derart gravierenden Persoenlichkeitsstoerungen sind in der Regel sehr unglueckliche Menschen, Geld hin oder her....

Guy Mathey
5. Januar 2026 - 17.38

Das imperiale Gebaren des Faschisten Donald Trump stellt eine enorme, in dieser Dimension wohl noch nie dagewesene, Gefahr für die gesamte Welt dar, insbesondere auch für die Demokratien, deren politisches System et zutiefst verachtet. In diesem Kontext ist das Ausbleiben einer starken, Einigkeit vermittelnden und das Völkerrecht verteidigenden, Antwort der EU ein katastrophales Signal an den US-Autokraten. So wie es derzeit ausschaut, wird es ihm problemlos gelingen, die EU-Länder immer weiter auseinander zu dividieren und zudem eine Machtübernahme durch rechtsradikale Kräfte weiterhin aktiv zu fördern. Ja, man darf derzeit getrost davon ausgehen, dass Trump diese sogar zeitnah erzwingen wird. Dazu gilt es zu bedenken, dass die US-Stützpunkte innerhalb anderer Länder, so auch der EU, mittlerweile eher eine Bedrohung darstellen als, dass sie Schutz bieten würden.
Was eine Gegenwehr betrifft, so scheint derzeit kein Land in Sicht.

Müller Emil
5. Januar 2026 - 13.47

Ach ja, alles um von den Epstein.Files abzulenken, da schreckt der Donnie auch nicht davor zurück die eigenen Soldaten in einen Krieg zu schicken. Aber hey, den FIFA-Friedenspreis hat er ja.... Es ist schon traurig wenn man mit Infantino auf einer Bühne steht und dieser nicht der korrupteste im Raum ist...

Reinertz Barriera Manfred
5. Januar 2026 - 11.57

der US Maga Mann ist vom Waahn befallen er sollte eingesperrt weden sonst löst er noch einen Atomkrieg aus denn er ist unberechenbat und niemand kann ihm Einhalt gebieten....

Nomi
5. Januar 2026 - 11.11

D'Diktatoren bekaempfen sech elo direkt gei'genseeiteg!
Um Enn bleift nemmen Trump, an deen ass aal an krank
an geht vum selwen vun deser Buehn !

Grober J-P.
5. Januar 2026 - 10.22

"Was, wenn Venezuela erst der Anfang war? Vor Trumps Allmachtfantasien fürchtet man sich nicht nur in Grönland."
Kann mir nicht vorstellen, dass all diese Phantastereien in Donald's Hirn entstanden sind. Dort sind andere Mächte an den Fäden!
Wie wär es, wenn er mal den Putin für ein Jahr ins FSP "einladen" würde!?

fraulein smilla
5. Januar 2026 - 10.11

Trump , dessen politisches Talent oft unterschaetzt wird haelt ja nicht hinter dem Berg was seine wahren Absichten sind . Es geht natuerlich ums Erdoel . Venezuela besitzt mit 19 % weltweit die groessten Oelreserven , sein Anteil an der weltweiten Foerderung liegt bei 1,3 % . Wohl keine Reklame fuer den Sozialismus . -Wer redet eigentlich noch ueber die Epstein Akten ?

Grober J-P.
5. Januar 2026 - 8.42

Onkel Donald mir graut vor dir. Der Imperator lässt Gretchen alleine. Arme Welt. Arme Menschheit.

K Arthur
5. Januar 2026 - 7.33

Trump der Diktator. Wer gibt ihm das Recht in ein Land einzugehen und den President zu Entführen und auch noch den Prozess zu machen. Ich glaube dass es ihm um die Ressourcen geht .Er ist grösstenwahn und einer der Grössten Ar....der Welt . Der weltfrieden steht auf der Kippe.