Mi., 17. April 2024




  1. Big deal /

    Un des avocats les plus renommés des USA a dit:“ Tu peux tuer un homme en plein jour au milieu du Wall Street,je t’en sortirai. Mais celà te coûtera tous ce que tu possèdes.“

  2. Robert Hottua /

    Solange die Geschichte der „schweigenden Wäschereien“ Luxemburgs nicht aufgeklärt ist, solange wird das Strafgesetzbuch in Luxemburg wohl nicht verändert werden.
    ▪ „Small Things Like These“ ist ein Filmdrama von Tim MIELANTS. Der Film basiert auf dem gleichnamigen historischen Roman der irischen Schriftstellerin Claire KEEGAN und feierte Mitte Februar 2024 bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin seine Premiere. Der Film zeigt die Enthüllungen über die irischen „Magdalenen-Wäschereien“. Diese Heime wurden ab den 1820er Jahren bis ins Jahr 1996 von römisch-katholischen Institutionen betrieben, vorgeblich um „gefallene junge Frauen“ zu reformieren, in Wirklichkeit handelte es sich jedoch um Korrektions- oder Besserungsanstalten für Frauen.
    (Wikipedia)
    ▪ Verbrechen im Kloster. Irlands geraubte Kinder. Von Susanne KIPPENBERGER, Tagesspiegel, 24.02.2014. (…) Ein uneheliches Kind zu bekommen, das war in Irland damals mehr als ein Skandal: eine große Schande für die ganze Familie. In diesem erzkonservativen, erzkatholischen Land gab es keinen Platz für alleinstehende Mütter – außer das Kloster. So kam Philomena ins „Mutter-Kind-Heim“ der „Sean Ross Abbey“ in Tipperary. Schmerzmittel gab’s keine bei der schweren Geburt, die Mädchen sollten büßen für ihre Sünden. Je heftiger, desto besser. Ob sie den Akt denn genossen hätte, wollten die Nonnen wissen, sie ihre Unterhose ausgezogen habe? In der Kloster-Wäscherei mußte Philomena schuften; eine Stunde pro Tag durfte sie Sohn Anthony in der Krippe besuchen. Alles wurde ihr genommen, ihre Kleidung, ihre Freiheit, ihre Identität. Marcella wurde sie nun genannt, das war Teil der Vertuschungsstrategie. Den Mädchen wurde streng verboten, miteinander über ihre Familien zu reden, die meiste Zeit mußten sie ohnehin schweigen. Ohne Zeitung, Bücher, Radio lebten sie von der Außenwelt komplett isoliert. Schließlich wurde Philomena der Sohn genommen. Das war von Anfang an der Plan. In der kargen Nachkriegszeit, als die Iren so arm wie kinderreich waren und die Kirche noch mächtiger als der Staat, boomte der Export von Babys in die USA. In der Regel wurden diese als Waisenkinder deklariert, obwohl ihre jungen Mütter quicklebendig waren. In den USA war die Nachfrage nach – weißen – Kindern größer als das Angebot. Und die wohlhabenden Amerikaner zahlten gut. Allerdings mussten die potenziellen Eltern bestimmte Bedingungen erfüllen: fromm sein natürlich und nicht verhüten, was ihnen Pfarrer und Arzt schriftlich bestätigen mußten. Außerdem mußten die Paare sich verpflichten, die Kinder ausschließlich auf katholische Schulen und Universitäten zu schicken. Zwei Wochen lang, so der Journalist Martin SIXSMITH in seinem Buch, das im Original „The Lost Child of Philomena LEE“ heißt, hat Philomena geweint. Dann schickten die Nonnen sie nach Liverpool, um in einem Heim für schwer erziehbare Jugendliche zu arbeiten. Bis sie schließlich fortging, Krankenschwester wurde in der Psychiatrie, heiratete und zwei Kinder bekam, sich scheiden ließ und noch mal heirate, und in all der Zeit jeden Tag an ihren Sohn dachte. Aber nicht sprach. Auch darauf schworen die Nonnen die Frauen ein: auf ewig zu schweigen.
    MfG
    Robert Hottua
    [Weihnachten 2004, ein bisschen beschwipst vom Sherry, vertraute sie ihrer Familie das Geheimnis an. Tochter Jane machte sich sofort auf die Suche nach einem Journalisten, der ihrer Mutter bei der Suche nach Anthony helfen konnte. Es gibt viele Philomena Lees. Die Mutter-Kind-Heime waren Teil eines umfassenden institutionellen Systems, das „Sünderinnen“, Aufmüpfige, Unbequeme, schwer Erziehbare wegsperrte, seelisch quälte und zu unbezahlter Zwangsarbeit verdonnerte. (…) Die bekanntesten – und berüchtigsten – Institutionen der kirchlichen Sklaverei waren die „Magdalene Laundries“. (…) Eine dieser „Maggies“ war Sinéad O’CONNOR. (…) 1992 zerriß die Sängerin in der Fernsehsendung „Saturday Night Live“ ein Bild des Papstes, Johannes Paul II. Nicht als blasphemischen Akt – genau wie Philomena LEE hat ihr das Erlebte den Glauben nicht nehmen können -, sondern um eine Diskussion zu provozieren über den systematischen, brutalen Missbrauch (einschließlich des sexuellen) von Kindern. Damals kannte kaum einer die „Magdalene Laundries“. Da viele der Kirchensünden im Verborgenen stattfanden, war der Schock groß, als 1993, beim Verkauf eines Klostersgeländes an einen Immobilieninvestor, plötzlich 155 Frauenleichen entdeckt wurden: Insassen der Magdalenenheime, anonym verscharrt. Ein Jahr später sang Joni MITCHELL ihren Song „Magdalene Laundries“.
    Jetzt taten Überlebende sich zusammen, gründeten Interessenvertretungen, gingen an die Öffentlichkeit, kämpften für die Anerkennung des Unrechts, das ihnen angetan worden war, für Entschuldigung und Entschädigung. Vor einem Jahr war es endlich so weit: im Februar 2013 trug der irische Premier Enda KENNY im Parlament die Ergebnisse eines Untersuchungsberichts über „das schreckliche Geheimnis dieses Landes“ vor, erzählte von seinen Begegnungen mit „Maggies“, von ihren horrenden Erfahrungen, diesem „brutalen Irland“, entschuldigte sich wieder und wieder. Am Ende des Vortrags brach ihm die Stimme. Nach ein paar Anläufen brachte er die Rede zu Ende und setzte sich schnell hin. Die applaudierenden Abgeordneten standen irgendwann auf: um den Überlebenden der „Magdalene Laundries“, die an diesem Tag ins Parlament gekommen waren, Respekt zu zollen. Ohne ihren hartnäckigen Kampf und das Drängen des UN-Komitees gegen Folter hätte es wohl weder den Untersuchungsbericht gegeben noch die offizielle Entschuldigung oder den Fonds, mit dem den Überlebenden, wie KENNY ankündigte, möglichst schnell und unbürokratisch Entschädigungen ausgezahlt werden sollen. Und die brauchen die mittlerweile alten Frauen: allein weil sie damals ohne Lohn und Sozialversicherung arbeiteten, entsprechend niedrige Renten haben. Die katholische Kirche hat den Fonds begrüßt, einzahlen will sie nicht. Die Erschütterung des Premierministers wirkte echt – und hängt sicher mit dem eigenen Schuldbewusstsein zusammen. Denn der Staat hat dieses Unrechtssystem nicht nur geduldet – er hat es unterstützt, ja, selbst davon profitiert. Es war das Außenministerium, das den amerikanischen Adoptiveltern auf unbürokratische (und verborgene) Weise Pässe für die Kleinen ausstellte. Das Land zahlte der Kirche auch Unterhalt für die Insassen. Das kam immer noch billiger, als selbst für sie zu sorgen. Ein Viertel der Mädchen wurde von staatlichen Stellen eingeliefert, wenn Insassen wegliefen, fing die Polizei sie wieder ein und brachte sie zurück. Ja, teilweise ließen sich offizielle Stellen in den Laundries auch ihre Wäsche waschen. Zum allmählichen Niedergang und der Schließung der letzten Laundry 1996, sagt eine Historikerin, ist nicht allein die allgemeine Liberalisierung der Gesellschaft verantwortlich, sondern auch die Verbreitung der Waschmaschine. Philomena – „Die der Liebe treu bleibt“, bedeutet der Name im Griechischen treffenderweise. Mutter und Sohn hätten sich treffen können: beide sind nämlich mehrmals ins Kloster gefahren, um den anderen zu finden, einmal im Abstand von nur drei Wochen. Aber beide kriegten von den Nonnen das Gleiche zu hören: sie könnten ihnen nicht weiterhelfen, hätten keine Informationen. Ja, Anthony alias Michael A. HESS wurde gesagt, seine Mutter habe ihn als ganz kleines Baby weggegeben. Als diese ihn fand, war er tot. Anthony-Michael HESS hatte Jura studiert und bei den Republikanern Karriere gemacht, BUSH senior machte ihn zu seinem juristischen Berater. Was der US-Präsident so wenig wie seine Parteigenossen wusste: Michael HESS war schwul, hatte eine feste Beziehung und viele Abenteuer. 1995 starb er an Aids. Beerdigen ließ er sich – gegen eine großzügige Spende – auf dem Friedhof des Klosters, in dem er geboren wurde. In der Hoffnung, dass seine Mutter ihn doch noch finden würde, ihn trotz des fremden Namens am Geburtsdatum erkennen würde. Philomena LEE, offenbar so handfest und humorvoll wie Judi DENCH sie in dem für vier Oscars nominierten Film portraitiert, nutzt die riesige Aufmerksamkeit, die das Thema nun hat. In Washington, Dublin und Rom macht sie sich stark für die Freigabe der Adoptionsakten. Damit Familien sich wiederfinden können, hat sie mit ihrer Tochter das „Philomena Project“ gegründet, in Zusammenarbeit mit der „Adoption Rights Alliance“. Denn im Jahr 2014 sind die Unterlagen noch immer unter Verschluss.]

  3. Heiner August M. Von der Vogelweide /

    @ Robert Hottua / Mann was müssen sie Zeit haben. Ich an ihrer Stelle würde mir einen kleinen (Neben) Job zulegen.

  4. jung.luc.lux /

    Egalité devant la loi.
    Diese gibt es in Luxemburg wenn man viel Geld und die richtige Parteikarte hat.

  5. Pani /

    @ jung.luc / Richtig aber der Familienname spielt ebenfalls eine sehr wichtige Rolle.

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