Editorial
Staaten im Krisenmodus und die autoritäre Versuchung
Die derzeitigen Ausgangssperren sind gleichsam Gebot der Stunde wie Hoffnung auf einen handelbaren Verlauf der Pandemie. Sie werden fast überall achtsam und geschlossen befolgt. Trotzdem bleibt nicht nur die Angst vor der neuen Krankheit. Keiner weiß, wie es nachher weitergeht – was es irgendwann muss, weil die Kosten sonst ins Unermessliche steigen.
Brasiliens Armee bei Desinfektionsarbeiten: Staatschef Jair Bolsonaro gerät inmitten der Corona-Krise in Bedrängnis – eine Frage ist, wie autoritäre Staatslenker mit der Pandemie und den Folgen umgehen Foto: AFP/Carl de Souza
Diese Abwägung, wann wir wie und zu welchen Risiken in den Normalbetrieb zurückschalten, um einen noch größeren Schaden abzuwenden, dürfte den zukünftigen Blick auf die Politik und uns alle als Gesellschaft lange prägen.