EschResistenzmuseum hat seine Tore wieder geöffnet

Esch / Resistenzmuseum hat seine Tore wieder geöffnet
 Foto: Editpress/Julien Garroy

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Feierstunde am Freitagnachmittag in Esch an der place de la Résistance – auch als Brillplatz bekannt. Das nationale Museum des Widerstands und der Menschenrechte hat nach vielen Jahren der Umbauarbeiten seine Tore wieder geöffnet. 2018 war es geschlossen worden. An politischer Prominenz fehlte es bei der Einweihung am Freitag nicht. Auf rund 900 Quadratmetern Ausstellungsfläche, mehr als doppelt so viel wie bisher, geht das Museum auf die Ursachen, Leiden und Folgen der Nazi-Schreckensherrschaft in Luxemburg ein. Damals, heute, morgen – das ist der rote Faden, mit dem das Museum Geschichte(n) aus der Vergangenheit mit aktuellem Bezug erzählen möchte.

Man solle nicht vor der Tür stehen bleiben, sondern hineingehen, meinte einer der vielen Redner am Freitag. Ein guter Rat. Der Besuch des Museums ist nämlich ein aufschlussreiches und heute auch interaktives Erlebnis. Gut zwölf Millionen Euro haben die Arbeiten gekostet. Diesen Samstag und Sonntag ist Wochenende der offenen Tür. Führungen, Gesprächsrunden und Cello-Klänge von André Mergenthaler stehen auf dem Programm. Der Eintritt ist frei. Infos unter mnr.lu.

Das Museum in Esch
Das Museum in Esch Foto: Editpress/Julien Garroy
Robert Hottua
3. März 2024 - 3.24

Da ich wohl nicht die Gelegenheit haben werde, mir die Ausstellung anzuschauen, frage ich: liefert sie eine Antwort auf die Frage von Herrn Henri KOCH-KENT? ▪ Beiträge zur Zeitgeschichte. Hitlertum in Luxemburg 1933-1944. (14.05.1972). Association des Enrôlés de Force, Victimes du Nazisme. www.ons-jongen-a-meedercher.lu. Am 14. Mai 1972 fand in Walferdingen der Kongreß der "Association des Enrôlés de Force, Victimes du Nazisme" statt. Zur Behandlung der zeitgeschichtlichen Fragen aus den Jahren 1933 bis 1944 hatten folgende Redner sich bereit erklärt: Henri KOCH-KENT, Journalist und Autor des Buches "10 mai 1940 en Luxembourg." Jean HAMES, Mitglied des Zentralvorstandes des Verbandes und der Vereinigung der Zwangsrekrutierten. Francis STEFFEN, Autor des Werkes "Och eng Spicht vum Rénert". (…) Die Referate fanden bei den Delegierten einen solchen Anklang, daß sie den Wunsch an den Zentralvorstand vortrugen, dieselben nicht nur im Verbandsorgan "Les Sacrifiés" zu publizieren, sondern ebenfalls in Form einer Broschüre. Diese Veröffentlichung hat zudem den Vorteil, einem größeren Publikum die Ausführungen unserer Freunde zugänglich zu machen. Gleichzeitig ist sie als eine Bereicherung der Geschichte unseres Landes zu betrachten, sowie als Diskussionsbasis für weitere Forschungen auf einem Gebiet, wo bisher Geheimnistuerei wucherte und eine Art von "Conspiration du silence" der Wahrheit Einhalt zu gebieten versuchte. Es freut mich besonders, daß mit dieser Broschüre ein greifbarer Beitrag seitens unserer Vereinigung geleistet wurde, um der Wahrheit zu dienen. Für ihre uneigennützige Leistung möchte ich unseren verdienstvollen Rednern im Namen aller Kameraden und Freunde meinen herzlichen Dank aussprechen. Jos WEIRICH, Président de L'Association des Enrôlés de Force, Victimes zu Nazisme. ▪ Vortrag von Henri KOCH-KENT. In dem Zeitraum von 1933 bis 1944 waren zwei Männer hauptverantwortlich für die Luxemburger Politik. Staatsminister BECH stand bis 1937 an der Spitze einer schwarz-blauen Regierung. Nach dem Referendum über das Maulkorbgesetz wurde Pierre DUPONG Staatsminister an seiner Stelle. BECH blieb jedoch als Außenminister in der neuen schwarz-roten Koalitionsregierung. Über das politische Geschehen dieser Zeit liegen kaum dokumentarische Berichte vor. Wer über diese Vorkriegszeit Klarheit gewinnen will, ist auf sein persönliches Zeugnis angewiesen. Er muß berichten, was er selber gehört, gesehen und miterlebt hat. Es gibt noch immer kein luxemburgisches Geschichtsbuch, das dem Volk eingehend und sachlich erklärt, wie es zur Katastrophe vom 10. Mai 1940 gekommen ist. Weil der Durchschnittsbürger vor dem Krieg über die Außenpolitik im dunklen gelassen worden war, wurde er durch die Hitlerinvasion im Mai 1940 fassungslos überrumpelt. Weshalb war das Volk so spärlich informiert und aufgeklärt? (...) MfG Robert Hottua